
530 Quellenschriften und Erläuterungen.
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talen Klimas, cals einer Verkürzung der Entwickelungsperioric vorstellen
mid dient mir daher zur Erläuterung des Begriffs klimatischer Varietäten.
Ob dieser Charakter der Zapfengrösse sich in der Kultur beständig erweise
oder nicht, würde zur Entscheidimg der Frage nicht leicht beitragen,
da die Wirkungen geänderter physischer Bedingungen auf die
Organisation erst nach einer längeren Reihe von Generationen einzutreten
pflegen. Meine Ansicht, dass Firnis ohovata nur eine klimatische Varietät
von P. Ahies sei, wird jetzt auch in Eussland getheilt: Teplouchoff
fand beide Zapfenformen durch Uebergänge verbmiden [Mem. de Moseov,
18t)S. 2. p. 244).
34. Maximoioicz, Primitiae Florae amurensis {3Ie)n. da l'acad. de
St. Petersh. par divers samnts. T. 9. p. 390).'
35. Unter den noch unvollständigen Nachrichten über das Klima des
Amurlandes genügen doch die von Maximowicz (a. a. 0. p. 376) über
anderthalb Jahre fortgesetzten Messungen von Mariinsk, verglichen mit
denen von Nertschinsk in Daurien, den im Texte ausgesprochenen Satz
zu begründen. Mariinsk (52° N. B.) liegt nämlich an der äussersten Ostgrenze
des Amurgebiets, am westlichen Fuss der Küstenkette, dem Meere
schon ganz nahe imd zeigt dieselbe Sonnnerwärme, den Winter auch noch
streng genug: die westlichen Landschaften am mittleren Amur werden
daher nur wenig von dem Kontinentalklima Dauriens abweichen.
Mariinsk: Temperatxir des wärmsten Monats (August) 140,1 ß. , des kältesten
(Februar) — 140,6, Unterschied fast 28 O; Nertschinsk: Temperatur
des wärmsten Monats (Juli) 140,2, des kältesten (Jamuir) — 23o,6, Unterschied
fast 38 o.
36. Kadde, iieisen im Süden von Ostsibirien (Beiträge ziu-Kenntniss
des russischen Reichs von Baer xmd Helmersen, Bd. 23. S. 534. 546).
Im Bureja-Gebirge, welches der mittlere Amur mit seinem grossen südlichen
Bogen durchschneidet (49—480 n . b.) fand der Reisende den Boden
nach den wärmsten Sommertagen nur bis zur Tiefe von »nicht ganz
einem Faden« aufgethaut irad führt zugleich die Beobachtung an, dass in
den Hochsteppen Dauriens das Erdreich abwärts von anderthalb Faden
Tiefe gefroren bleibt. Das Kälteextrem von — 35 0 (S. 534) kam ebenfalls
im Stromeinschnitt des Burejagebirgs im Januar 1858 vor.
37. Schrenck, Reisen imd Forschungen im Anmr-Lande. Bd. 1.
Einleitung, S. 27.
38. Radde (a. a. 0. S. 620. 646) fand die Belaubxing der Bäume am
mittleren Amur mich der Mitte des Mai grösstentheils vollendet (9. Mai
alt. Styl), Ende September (13. Sept. a. St.) macht er dieselbe Bemerkung
über die Entlaubung. Er bezeichnet das Klima im Bereiche des Bureja-
Gebirgs in folgenden Zügen: ein ganz kurzer Frühling, ein warmer, sehr
feuchter Sommer, ein langer ilerbst und ein Winter von grosser Kälte,
der nur ausnahmsweise schneereich sei. Schrenck indessen (a. a. 0.
S. 30) unterscheidet die Gegenden am unteren Stromlauf (unterhalb des
Bureja-Gebirgs) durch starken Schneefall von den weiter aufwärts
n . Waldgebiet des östlichen Kontinents, 537
gelegenen und erkennt hierin, sowie in der verhältnissmässigen Muulenmg
der Winterkälte den Einüuss des Meers.
39 In Nertschinsk betrugen die jährlichen Niederschläge 16 Zoll,
wovon nicht ganz 4 Linien auf den Winter fallen, in Barnaul am Altai
ist dasselbe Verhältniss 11" : 9 " ' (Dove, klimatologische Beiträge. 1.
S. 183).
40. Schrenck a. a. 0. S. 24.
41. Maximowicz a. a. 0. S. 399; Schmidt, Reisen im Amurlande
und auf Sachalin, S. 85.
42. Schmidt a. a. 0. S. 89. Die kamtschadalische Birke wird auch
noch im Gebiet des Ussuri, einem südlichen Nebenflusse des Amur,' angegeben
[Regel, Tentamen Florae ussuriensis j). 134: Mem. de l'acad. de
%t. Petersbourg. VII. 4. 1861), aber die hier beobachtete Art sollii. costata
Trautv. sein,' welche Trautvetter von B. Errnani unterscheidet, und die
Regel, nachdem er sie früher mit dieser verbunden, jetzt zu der japanischen'i>\
zieht (Bemerkungen über Betula Alnus. Moskau,
1866. p. 26). Wahrscheinlich sind die Arten dieser Gruppe zu sehr vervielfältigt
und B. Frmani selbst nur die durch das ganze östliche Asien
verbreitete Bhojpaltra-Birke [B. Bhojpaltra Wall), die am Himalaja zuerst
beobachtet, auf den japanischen Gebirgen wiedergefunden, weiter un
Norden in die Ebenen von Kamtschatka eintritt.
43. In Peterpaulshafen auf Kamtschatka beträgt die Sommerwärme
100 4 R., die des Winters — 5 0,7, die höchste, im Juli beobachtete Temperatur
120, die niedrigste im Januar nur — 6o (Erman's Reise um die
Erde. 3. S.'560, vergl. Jahresb. f. 1848. S. 376). Nach dem Verlauf der
Monatsisothermen bei Dove darf man die Juliwärme in Peterpaulshafen
auf 110 schätzen. Der Unterschied von Sommer- und Wintertemperatur
'(160) ist also bedeutend geringer, als im Amurlande (Note 35) und die
verringerte Sommerwärme würde den Laubhölzern desselben nicht mehr
genügen.
^ 44. Die Juliwärme von Ochotsk (59o N. B.) beträgt] 10o R., von
Aian (560) ebenfalls lOO, die des Januar dort - 19o, hier - 170 (Maximowicz
a. a. 0. S. 374). Der Unterschied beider Monate (dort 29o, hier
27 0) ist also ebenso gross, wie im Amurlande (Note 35), die Sommerwä.
rme (9 0,5 in Ochotsk) wenig geringer als in Kamtschatka (Note 43).
45. In Nicolajevsk, an der Mündung des Amur (53 o) betrug die Juliwärmel20,
die des Februar, des kältesten Monats, — 160 (Maximowicz
a. a. 0. S. 376). Der Unterschied beider Monate (28o) ist also derselbe,
wie jenseits der Küstenkette, aber die Sommerwärme schon, etwas gemindert.
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46. Dove, Bericht über die auf den Stationen des meteorologischen
Instituts im preussischen Staate angestellten Beobachtungen, 1851.
S. XVII: »die grösste Winterkälte fällt in die von der See entfernten
Stationen der östlichen Provinzen.« Die wichtigste nordwestliche Vegetationslinie
Norddeutschlands, die der Stipa, entspricht der durch die