
20 1. ArktiBche Klom. Erwärnitnig (^binioui inul ^•ciieiííteii liodmiö. 21
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oder zurückweist, aus (iom (\s sich gebildet liiit. lai lockereu Krdreicli
Sibiriens roiclit es bis zu ungleich gr(")sseron Tieieu, als in den
unsteiienden gninitischen Oesteinen des nördlichsten Amerikas, in
.lakuzk ist der Hoden bis zu einer Tiefe von (IVO Fuss g(viroreii i), in
de.ivselben Breite (()2i>) fand Kichardson •>) am Mackenzie, im Innern
von Nordamerika, nur eine (> Fuss dicke Schicht, die; Fis íiihrte,
nachdem das l<]rdreich übei- derselben im Somuuvr I l Knss ti(íí' :iuí'-
gethaut war. Jodes ilenuuniss, welches das unterirdisch ;il)tliesseude
Schueew.-isser im huKU'n der Erde an Gesteinen linihit, die (is nicht
durchlassi^n, wirkt uachtheilig auf die Oberiläche, indoim oís den Abiluss
verlangsamt. Dennoch genügt, wie gesagt, die SounuiM'wärme
überall, den Schnee von dem Fhic,blande, wenn auch erst spät, zn
entfernen.
Auf der Neigung des Hodens beruhen (ii(i griissteu (Gegensätze.
Wíílche die arktiscJie Natur hervorzurufen vermag. Iis giebt einen
Fall, wo das (iefälle des Wassers (hu- Erwärmung der Olxiriläche
nicht bloss nicht uachtheilig ist, sondcirn sie sogar ei'höht.
Wenn auf einer wagerecht(!n Ebovne d¡is ScJinoiewasser nach ab
wärts nicht ablliessen kann, sei es dass dei' Untergrund es nicht
durchlässt oder dass die Wärme zu gerijig ist, um den Hoden bis zu
angiunessener Tiefe aufzuthauen, so bilden sich im Soumier feuchte,
sump(ig<i FläcJien, deren Temperatur wegxm d(ir Nähe d(\s unterirdischen
Eises nicht über den (Jefrierpunkt steigen kann. Solche
Ebenen, deren gering(i Hodenwäruui dem PHaüzenleb(in lu'ichst nachthíñlig
ist und um- die äi"udichst(i Vegetation zulässt, werden Tundren
genannt; sie sind die eigentlichen Folarwüsten Sibiriens, die, für den
Menschen unbewohul)ar, auch den weidenden Thieren keine Nalirung
gewähren. Wir werden späterhin .sehen, wie gering die Tiefe ist,
bis zu welcher (iiese ebenen Tundren im Sommer aufthauen«»).
Wenn aber der Hoden gewölbt ist, ohne dass die Erhebung desselben
die Linie des ewigen Schnees erreicht, und wenn daher das
auf der Oberiläche herabrinnende Wusser mit deren Mntblössung versiegt,
so tret(in von nun an i'tir di(i Vegetation die vortheilhaftesten
Hedingungen ein, wciil das trockene Erdreich von den Sonnenstrahlen
stärker erwärmt wird, als das f(vuchte, und weil von dieser Wärme
um so wtmiger wieder verloren geht, .je tiefer dasselbe btM'eits a,ufgethaut
is(. Konnnt dazu noch eine günstige Exposition gegen die
Sonne, um! Je weiter diese den Horizont umkreist, um so verschiedeneren
Lagen sendet sie ihre Strahlen, so wird der hödiste klimatische
Werth erreicht, der in dem (îebiiite der arktisc.hen Flora möglich ist,
di(i verhäJtnissmässig grösstc Wärrae des Hodens und das längste
Zeitmass für die Entwic.kelung der PHanzen. Die Thalbetten der
grossen Flüsse, die vom Inneren beider Kontineute aus in das Eismeer
sich ergiessen, stehen in diesem Verhältniss und bieten unmittelbar
am Saume der Tundren die besten Weidegründe, die der
Samojede Sibiriens, im Sonnnev nach Norden ziehend, mit seinen
lleerden aufsucht. Die sanfte Höschung, die den Flussthälern des
Tiefhuids cig(m ist, giebt ihnen den Vortheil dos ebenen Hodens, dass
ein bedeutender Theil des Sehne,ewassers in dem unterii'discben l^Vise
verschwindet. So findet sich auch in der berühmten Schilderung der
Vegetation v(m Nowfija SemlJji, welche Haei- entwarf, die Hemerkung,
dass die ebene I\>larflächc einer Wüste, der geneigte Hoden
am Fuss der Herge, wenn (u- nicht Schnee- oder Gerölllager sei,
eiiieui (üarte-n gleichen könne.
Den äussersten (ïegensatz zu solchen Tlialgründen bildet das
eisbedeckte Innere von (Jrönland, wo die Exposition diesc^lbe sein
kann, aber das (îebirge sich über die Schneegrenze erhebl, und seiner
Erhebung gemäss statt flacher Mulden steilere Herggehänge entwickelt.
Ein gi-osser Theil von (Jrönland liegt tiefer als das Niveau
des ewigen Schnees, der die liandgebii'ge der Westküste deckt, und
HO hat von Alters her sich hier eine zusammenhängende Masse von
(Jletschereis über das ganze Land, so weit tnan hat eindringen können
, ausg(ibreitet'), welches in einer lieihe von Thaleinschnitten
sich westwärts zur Haffinsbai bewegt und hier, in das Meer stürzend,
.jene schwimmenden Eisberge (Entladet, die, durch die Strömungen
nach Süden getragen, erst in viel niedrigeren Hreiten zur Schmelzung
gelangen, (irönland ist das einzige Polarland, welches we.gen des
überwiegenden Einflusses der Schnecigebirge nur seine Küsten dem
organischen Leben öffnet. Wenn man sieht, wie sehr die grönländische
Vegetation unter dem Einflüsse hoher (oiebirgserhebungen eingeschränkt
und wie die der grossen Kontinente durch die sanfte (Gestaltung
der Flussthäler gefordert wird, so erinnert man sich an das
ähnliche Verhältniss in den Alpen, wo die zerstörenden (Tletscher sich
unmittelbar mit blumenreichen Matten zn berühren pflegen.
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