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512 V. Chinesisch-japanisches Gebiet.
Winters unterscheidet man^^^) in China eine nördliche Zone (bis
Nangking, 32'^N. B.), wo die europäischen Getraidearten gebaut
werden, von der mittleren (32—27 "), in welcher der Reisbau vorherrscht,
aber auch der Weizen von ausgezeichneter Güte ist. Hier
liegen auch, wie bemerkt, die besten Theedistrikte im Umkreis der
Landschaften, wo alle südeuropäischen Kulturen betrieben werden
und in höherer Blüthe stehen, als in der südwärts folgenden Wendekreiszone.
Eine zweimalige Ernte ist in den wärmeren Gegenden
sowohl in China, als in Japan, gewöhnlich, Getraide von kürzerer
Entwickelungszeit kann in der trockenerenPrühlingsperiodeS^) reifen,
die dem Regen des Monsunwechsels vorausgeht. Selbst dem Reis ist
dieser Vortheil abgewonnen, indem dieses Gewächs, welches in Südearopa
eine so lange Zeit zu seiner Ausbildung erfordert, in China
eine Spielart erzeugt hat, deren Entwickelung um Monate verkürzt
ist, und die man schon im Alterthum lernte, durch Auswahl der Körner
sich dauernd zu erhalten.
Regionen. In China scheinen nur die noch ganz unbekannten
Ostabhänge des Himalaja sich über die Baumgrenze zu erheben. Die
Wasserscheiden der Stromgebiete des Tieflandes werden aus waldigen
oder felsigen Mittelgebirgen und Hügelketten gebildet. Die Boheaberge
an der Grenze von Kiangsi undFokien, welche Fortune besuchte'^'j,
tragen Kiefer- und Eicluenwälder mit Bambusen, auf dem Kamme
waren dieselben durch Gesträuch, jedoch nur unvollständig, verdrängt.
Auf den Inseln des östlichen Asiens eiTeichen die vulkanischen
Hebungen eine beträchtlichere Meereshöhe. In Formosa sollen
Bergspitzen von 12000 Fuss vorkommen , und noch höher ist der
• Fusiyama in der Nähe von Jeddo auf Nipon (13300 Fuss) , der
wegen seiner reinen Kegelform berühmteste Vulkan Japans, den
Alcock 37) erstiegen hat. Dieser Berg ist der einzige, über dessen
Regionen wir bis jetzt einige Nachrichten besitzen.
Fusiyama. 3 S ) (351/2® N.B. )
0—8000Waldregion.
—2600'. Laubhölzer (z. B. Buche, Ahorn, Esche) mit Farnen und
von Coniferen Ceplialotaxus drupacea.
Tannenregion [Pinns ßrma his 120'hoch, P. l'suga).
Lärchenregion (P. leptolepis bis 40' hoch).
Alpine Region mit einer Zwergconifere; über 12000'
Laven ohne Pflanzenwuchs.
2600'—6000
6000'- 8000
8000'—12000
Bergsysteme Chinas. — Japanische Vulkane. 513
Die Regionen des Fusiyama können mit denen des Aetna verglichen
werden, der durch Lage und Bau so ähnlich ist. Die Sommertemperatur
in Jeddo 8) ist der von Palermo gleich (18 »), die des Winters
0 0,4) strenger, sie entspricht etwa der von Genf. Da bei derselben
Sommerwärme, welche den Schnee entfernt, die Baumgrenze
des Fusiyama ungefähr 1800 Fuss höher liegt, als am Aetna, so
darf man annehmen , dass der Mangel an Feuchtigkeit, der in den
Gebirgen Südeuropas die Wälder in ein tieferes Niveau herabdrückt,
in Japan auch in den oberen Regionen nicht besteht oder durch stärkere
Schneemassen ausgeglichen wird, wie sie die Monsunwinde bei
etwas geringerer Wintertemperatur daselbst anhäufen. Die Bodeneinflüsse
sind auf beiden Bergen gleichartig, die unzersetzten Laven
und Eruptivblöcke, welche sie bedecken, beschränken den alpinen
Pflanzenwuchs und lassen in der Nähe des Gipfelkraters keine Vegetation
aufkommen.
Am lycischen Taurus und auf dem Fusiyama ist die Höhe der
Baumgrenze übereinstimmend, aber in Folge ganz verschiedener Einwirkungen,
dort durch den Einfluss einer umfangreichen Massenerhebung
gesteigert, hier, auf einem isolirten Bergkegel, durch die
Feuchtigkeit des Bodens. Würde der Schnee nicht durch die Sommerwärme
entfernt oder zu langsam beseitigt, so müsste die Baumgrenze
sinken. Dies aber wird am Fusiyama durch den japanischen
Meeresstrom verhindert, der die Temperatur an diesen Küsten so
bedeutend erhöht. Wiewohl das Gegentheil behauptet worden ist
und der Gipfel den grössten Theil des Jahres hindurch weiss in die
Ferne leuchtet, erreicht dieser Berg, wie aus Alcock's Darstellung37)
hervorgeht, ebenso wenig die Linie des ewigen Sehnees, wie der
Aetna. An der Westküste von Nipon hingegen, die dem erwärmenden
Einflüsse jenes Meeresstroms entzogen ist, soll der Siroyama
bei einer Höhe von kaum 8000 Fuss ewigen Schnee tragen. Ein
so grosser Unterschied der Firnlinie an der Ost- und Westküste
derselben Insel, der, wenn diese Nachrichten sich bestätigen,
wenigstens 5000 Fuss betragen würde, möchte beispiellos
dastehen und wird auch in den Pflanzengrenzen seinen Ausdruck
finden.
Yegetationscentren. Man kann den japanischen Archipel
seiner Lage nach mit Grossbritannien vergleichen. Während aber
Urisebach , Vegetation der Erde. I. 33