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188 IL Waldgebiet des üstliclieii Kontinents.
A l t a i [5001 151).
Waldregion — 6000' (Xordabliang: — 5500', Südabhang: — 6500
Lärche und Arve (Baumgrenze) — 6000 '.
Birke — 5000'.
Alpine Region. 6000^—8000' (Schneelinie).
S a j a n [östlicher Altai: 50^" 152\
Waldregion — 6S50'.
Lärche (Baumgrenze) .
Birke
6850'.
5400'.
Alpine Region, 6850 '—9950 ' (höchste Phanerogamen, wenig Schnee).
Zwergbirke mit Rhododendron parvifoliiim — 8250
A p f e l g e b i r g e [Jablonnoi, Fortsetzung des Stanowoi: 50^]
Waldregion — 6100'.
Arve (Baumgrenze) . — 6100'.
Birke 5000' (am Baikal - 3750 ').
Alpine Region, 6100 '—7750' (Gipfel des Sochonda).
Auch in diesen Parallelkreisen ist vom Harz bis zum Altai und
darüber hinaus durch das Ansteigen der Vegetationsgrenzen bis zu
mehr als dem doppelten Niveau der Gegensatz des See- und Kontinentalklimas
ausgedrückt. Allein die Unterschiede zwischen dem
H a r z und den Sude t en, sowie zwischen diesen und den Centrai-
Karpaten scheinen doch zu bedeutend zu sein, als dass sie unmittelbar
aus diesem klimatischen Einflüsse abgeleitet werden könnten.
Denn am Fusse des Harzes und des Riesengebirgs ist die Sommerwärme
wenig verschieden , und doch heben sich in den Sudeten,
wenn auch die Durchschnittsangaben nur um 400 Fuss von einander
abweichen, unter günstigen, örtlichen Bedingungen dieselben Baumarten
um mehr als das Dreifache dieses Werths, bei der Buche um
1600 Fuss. Am Harze erreichen, wie theils die Kulturversuche,
theils die Verkümmerung der Bäume über einem gewissen Niveau
beweisen, die Buche und die Fichte ihre klimatischen Höhengrenzen
(2000 und 3200 Fuss), auf den Sudeten ist dies in der Regel nicht der
Fall: Ratzeburg sah noch hochstämmige Buchen bei 3600
Wimmer Fichten bei 4 0 0 0 G o e p p e r t bei 4400 Fuss , Der Harz
aber theilt die Depression seiner Pflanzengrenzen mit den übrigen
Bergzügen des westlichen Deutschlands, mit dem niederrheinischen
Harz und Sudeten. 189
Schiefergebirge, auch noch mit dem Thüringer Walde. Die Sudeten
bilden bereits den Uebergang zum Böhmer Wald und zu den Karpaten,
an denen die Bäume noch viel höher ansteigen. Am Böhmer
Wald entspricht das höhere Niveau der Waldgrenze seiner Lage
zwischen den Sudeten und den Alpen. Ratzeburg hat die Meinung
ausgesprochen, dass die Ursache in der verschiedenen Höhe und
Bildungsweise der mitteldeutschen Gebirge liege, dass die westlicher
gelegenen dem Walde über dem Niveau von 2000 Fuss nicht mehr
hinreichenden Schutz gewähren . Ich möchte indessen bei meiner
früher schon geäusserten Ansicht stehen bleiben, dass der Unterschied
der Höhengrenzen auf ähnlichen Ursachen beruhe, wie in
Norwegen. Der Harz und die rheinischen Gebirge liegen dem Meere
und dem herrschenden Nordwestwinde frei gegenüber und sind daher
in höherem Grade geeignet, den Wasserdampf der Nordsee
niederzuschlagen, als die so viel tiefer landeinwärts gelegenen Sudeten.
Setzen wir voraus, wie die Besucher des Brockens im Sommer
so häufig zu erfahren pflegen, dass die Wolkenbildungen daselbst in
dieser Jahreszeit beträchtlicher sind, so wird auch die Sommerwärme
in vertikalem Sinne rascher abnehmen und dadurch die Waldregion
herabdrücken. Hiemit stimmen nun die Messungen des Brockenklimas
in sofern überdn, als die Sommerwärme für ein
Niveau von 3500 Fuss im Verhältniss zum Fusse des Gebirgs niedrig
ist, während die Winterkälte nicht in gleichem Grade zunimmt. Leider
besitzt man keine ähnliche Beobachtungen von den Höhenpunkten
der Sudeten, wodurch erst der volle Beweis für die Richtigkeit dieser
Ansicht zu liefern wäre. Ist sie begründet, so hätte man ein Recht,
den Brocken, der etwa 35 g. Meilen von der Nordsee entfernt liegt,
mit dem Folgefond, die doppelt so weit landeinwärts gelegene Schneekoppe
mit den inneren Fjelden Norwegens zu vergleichen. Der
Folgefond und der Gausta in Teilemarken verhalten sich in ihren
Vegetationsgrenzen gerade so, wie der Harz und die Sudeten, aber
da sie näher zusammenliegen und ihre klimatischen Bedingungen
sich daher leichter unterscheiden lassen, so ist hier die Erscheinung
aus dem mittelbaren Einflüsse des Meers leichter abzuleiten. Sänke
die Fichtengrenze von der nördlichen Schweiz (48^) bis zum Gausta
(60 ö) gleichmässig mit der wachsenden Polhöhe herab, so müsste sie
in der Breite des Harzes (52 ein Niveau von 4500 Fuss erreichen.