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360 III. Mittelmeergcbiet. Kegioiien in Syrien. 361
würdig. Nicht bloss die einzelnen Abschnitte der Nord- und Südküste
zeichnen sich hiedurch aus, sondern auch die Flora der westlichen,
jonischen Gliederung der Halbinsel zeigt ähnliche Eigenthümlichkeiten
und eine mannigfaltige Fülle der Erzeugnisse, weil hier
ein zusammenhängendes Kandgebirge fehlt, die einzelnen, alpinen
Gipfel vom Olymp bis zum lycischen Taurus räumlich weiter von
einander abgesondert sind und die innere Hochebene durch vielfach
verschlungene Abstufungen und niedrigere Höhenzüge in die Mediter^'
anfiora der Küste allmälig übergeht. Klima und plastische Gestaltung
der Oberfläche vereinigen sich also, den Reichthum der
anatolischen Flora zu erhöhen. Aber schroffer werden die Gegensätze
, wo die Steppenflora des Innern durch das Randgebii^ge von
den Küsten schärfer abgesondert ist. So liegt unmittelbar hinter
dem lycischen Taurus eine Hochebene von Steppenformationen, die
Forbes als eine besondere Region (3 — 6000 Fuss) zwischen den
beiden Waldgürteln unterscheidet, von denen der untere auf die dem
Meere zugewendeten Abhänge eingeschränkt, der obere beiden, so-
Avohl der Binnen- als der Aussenseite des Gebirgs gemeinsam ist.
So ist ferner der Argaeus dem cilicischen Taurus zwar benachbart,
hat aber nicht dessen Waldregionen, sondern nur Gesträuche ,
weil seine Schneedecke wenig ausgedehnt ist und den tieferen Gehängen
die Feuchtigkeit durch die vorliegenden Randgebirge entzogen
wird. Auch schon an dieser Tauruskette selbst ist der Gegensatz
der inneren und äusseren Gebirgsseite durch die Anordnung der
Wälder ausgedrückt, indem an demjenigen Abhänge, der dem karamanischen
Plateau zugekehrt ist, die Baumgrenze um 1000 Fuss
höher ansteigt. Hier finden wir die jedoch nur scheinbare Anomalie,
dass über derselben Hochebene die Schneelinie des Argaeus verhältnissmässig
tief, die Baumgrenze an der Nordwestseite des Taurus
hingegen hoch liegt, während doch beide Werthe unter dem Einflasse
des Plateauklimas in gleichem Sinne wachsen sollten. Die Erklärung
scheint darin zu liegen, dass der Argaeus den Taurus an Höhe
übertrifft. Sein Gipfel wird noch von den Seewinden getroffen, aus
deren Wasserdampf der Schnee sich ansammelt, wogegen die geschützten
tiefer liegenden Abhänge und ebenso die Binnenseite des
Taurus der austrocknenden und erwärmenden Einwirkung des Plateaus
unterliegen, welche entweder die Wälder gar nicht aufkommen
lässt oder sie in ein höheres Niveau hinaufrückt. Die tiefe Lage der
Baumgrenze am bithynischen Olymp endlich lässt sich nicht so
leicht aus den klimatischen Bedingungen ableiten, sie ist vielleicht
eine Folge der kalten Steppenwinde, die über das schwarze Meer
von Russland herüberwehen und diesen frei liegenden Gipfel
treffen.
Von den Gebirgen Syriens und der Insel Cypern lässt sich nach
den vorliegeneen Nachrichten annehmen, dass die Regionen, abgesehen
von ihrer vorgeschrittenen Entwaldung, denen des cilicischen
Taurus ähnlich sind.
L i b a n o n [Westseite;.
Immergrüne Region (0 — 1500').
Waldregion (1500-6000 ') :
Gürtel von Eichensträuchern — 3000') ;
Kieferwald 3400-4000
Bestände von Cypressen (C. horizontalis) und Ueberreste des
Cederwaldes 4000—5800 ' ;
Ackerbau — 6000'.
Alpine Region (6000-9000').
C y p r i s c h e r Olymp.
Region des Oelbaums (0-2500').
Waldregion (2500—6000': Gipfel):
Seestrandskiefer (P. maritima) 0—4000 ' ;
Lariciokiefer (P. Laricio) 4-6000';
Baumwachholder [Jimiperusfoetidissima) 6000'.
An der Binnenseite des Libanon wird die Baumgrenze durch den
Wachholderbaum {Juniperus foetidissima) gebildet, der am nördlichen
Abhänge über Ceder- und Tannenwaldungen bis 6200 Fuss ansteigt.
Ueber dem östlichen Thale von Baalbek reicht die Region dieses
Baums nicht so hoch (4000—5500 Fuss) und grenzt abwärts an
einen Gürtel von Eichenwald (3000—4000 Fuss). Es geht aus
diesen Angaben hervor, dass der Breitenunterschied zwischen dem
cilicischen Taurus und dem Libanon (37ö—34 0N. B.) ohne Einfluss
auf die Anordnung der Regionen und die Baumgrenze auch
hier die nämliche ist. Die noch tiefere Depression derselben am östlichen
Abhänge des Libanon erklärt sich wohl daraus, dass das
Thal von Baalbek nur nach Nordosten geöffnet und von südlichen
Luftströmungen durch den Antilibanon abgeschlossen ist. Die Insel
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