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552 Qucllenscliriften und Erläuterungen.
185. Totenülla Saxífraga wurde erst 1859 von Ardoino auf der Cima
de Mera entdeckt, 1861 von Bourgeau an den Felsen des Cioudan über
dem Thale des Var gesammelt: ich besitze sie von beiden Standorten.
186. Ausser der Sanguisorba dodecandra, welche Massara in der Val
d'Ambria entdeckte, ist auch Viola coniollia bis jetzt nur von vier (in
Bertoloni's italienischer Flora angeführten) Alpen des Veltlin bekannt,
kann aber leicht anderswo übersehen sein. Zwei andere endemische Gewächse
der lombardischen Alpengruppe ßind ebenfalls nur an vereinzelten
Standorten beobachtet: Melandriim JElisahethae [Silene Jan), welches ich
vom Campione, dem Gebirgsknoten an der Ostseite des Lago di Lecco,
besitze, wo es 1831 von Agliati entdeckt Avurde, und Primula glancescens
3Ior. {F. cakjcina Bulnj), die Daener auf demselben Campione sammelte.
Jene Caryophyllee wurde meines Wissens bis jetzt nur an drei Orten beobachtet,
in der Brianza (zwischen Como und Lecco), den Alpen der Val
Sassina (Campione) und auf dem Dos Alto zwischen Oglio und Chiesa;
auch Prùnula glancescens, deren Verbreitung von der Brianza bis zum
Veltlin reicht, soll nach Bertoloni den Einschnitt zwischen den oberen
Zuflüssen der Adda und des Oglio (zwischen Tirano im Veltlin und Edolo
in der Val Camonica) auf dem Braulio (neben dem Wormser Joch) überschreiten,
was von Koch geläugnet wird.
187. L eybol d (Regensb. FL f. 1854. S. 138) war der Entdecker der
Daphne petraea und ihm verdanken wir auch die genaueren Angaben
über das Vorkommen der Saxifraga arachnoidea. Ich besitze beide Pflanzen
vom Tombea, von Leybold mitgetheilt, die Daphne auch von Priniiero,
wo sie Bamb.erger sammelte : der letztere Ort scheint im Sarcathal
zu liegen, vielleicht ist er mit Premione identisch.
188. Beispiele arktischer und nordischer Pflanzen, die in den Alpen
nur sporadisch vorkommen : Betula 7tana, Ranuncuhis pyginaeus, Gentiana
f rostrata, Juncus stijgitis, Carex microglochin, capitata, vaginata u. a. Die
arktisch-alpinen Pflanzen, die nach ihrer Verwandtschaft oder ihrem Vorkommen
aus den Alpen stammen, sind weit zahlreicher, z. B. Saxifraga
Aizoon, oppositifolia u. muscoides, Fedicularis verticillata, Gentiana nivalis,
Jiieracium alpimim u. v. a.
189. Gr i s eba ch, Vegetationslinien, S. 11. Neue Standorte der
Aldrovanda sind ausser den daselbst erwähnten hinzugekommen in Vorpommern,
in Ungarn und in Tirol (Etschsümpfe bei Bötzen). Ich schätzte
die Länge der Verbreitungszone von Nordosten nach Südwesten auf
250 g. Meilen, die Breite derselben ist gr()sser, als sie damals angenommen
wurde, sie beträgt etwa 100 g. Meilen (Pommern bis Lithauen und
Médoc bis Padua).
190. Die vier vom Tatra bis Siebenbürgen verbreiteten endemischen
Karpatenpflanzen sind: Saxifraga carpatica, Campanilla carpatica, Chrijsanthemiim
rotundifolium und Festuca carpatica : diesen kann man die bis
zu den Sudeten reichende Salix silesiaca vielleicht noch an die Seite stellen,
die ich jedoch in den südlichen Karpaten, wo sie nach Schur vor-
II. Waldgebiet des östlichen Kontinents. 553
kommen soll, nicht angetroffen habe. Von den vier (ausser S. carjmtica)
den Karpaten eigenthümlichen Saxifragen sind auf den Tatra eingeschränkt
S. perdurans, auf die südliche Kette S, hdeovirldis, Rocheliana
u. heiicherifolia. Eine Liste der Karpatenpflanzen ist in Note 200 mitgetheilt.
191. Die beiden endemischen Pflanzen der Cevennen sind Arenaria
ligericina und Koniga macrocarpa; Senecio Gerardi kann ebenfalls als in
diesem Gebirge entstanden gelten, erreicht aber die östlichen Pyrenäen.
Die einzige Pflanze der skandinavischen Fjelde, die weder in der arktischen
Flora noch anderswo gefunden ward, Fedicularis Oederi\ eine
zweite, die ebenfalls für endemisch gehalten werden könnte, Artemisia
norvegica am Dovrefjeld: indessen wird sie, worüber ich kein Urtheil
habe, von Hooker für eine Varietät von arcticaLess, erklärt [J. Hooker,
distribution of arctic plants, p. 331) und von Herder [Bullet, des naturalistes
de Moscou, 1867. 1. p. 84), der dieser Ansicht beipflichtet, bemerkt, dass
dieselbe Varietät auch im östlichen Sibirien und Kamtschatka vorkomme.
Die einzige endemische Pflanze des Ural ist GypsopMla uralensis (2400'
bis 4500'), die der den südlichen Karpaten eigenthümlichen G. transsyU
vanica [Banffya petraea) nahe steht.
193. Die von mir berücksichtigten endemischen Pflanzen Frankreichs
und der cantabrischen Küste vertheilen sich auf folgende Weise, wobei
jedoch zu bemerken, dass die Zahl vielleicht noch zu hoch ist, indem, um
den Endemismus der asturischen Arten sicher zu stellen, die nordportugiesische
Flora zu wenig erforscht ist und die Selbständigkeit einiger
von den in der Gascogne unterschiedenen nicht allgemein anerkannt wird.
Asturien: Genista ohtusiramea, Sinajois setigera, Angelica laevis (vielleicht
Gebirgspflanze, aber nach Bourgeau's Etikette an einem Bergstrom
in der Nähe der Küste), Ftumex suffruticosus:
Gascogne: Silene TJiorei, Ftychotis Thorei, Libanotis hayonnensis Gr,
[Seseli Sihthorpii Godr.), Laserpitium daucoides (von L. prutenicum, wohin
Godron dasselbe zieht, zu unterscheiden), Linaria thymifolia (über die
Gironde nordwärts bis 46o N. B.), Hieracium eriophorum, Armeria expansa
(ebenso, wie Laserpitium daucoidesy nach eigenen Beobachtungen am
Standorte als selbständige Art aufzufassen), Statice Dubiaei, Allium ericetorum
(von Grenier mit dem alpinen serotimim Lap, und A, ocliroleucum
verwechselt);
Gascogne bis Bretagne (48 O) : Galium arenarium;
— bis Normandie (50 O) : Astragalus hayonnensis;
Cantabrisches Litoral bis Fontainebleau: Koeleria albescens, Airop)sis
agrostidea; bis Paris Fotentilla splendens (in Deutschland nur hybrid zu
gleicher Gestaltung umgebildet) ;
Bretagne: Omphalodeslitoralis (46-47 J/2Ö), Eryngimnviviparum (47^/2^).
Bretagne bis Dünkirchen : Linaria arenaria.
Das nur in Devonshire und Cornwallis vorkommende, an der fran