
482 IV. Steppengebiet.
bis Songarei, Transkankasieii; die Scropluilarineen Dodartia : Don
bisSongarei, Transkaukasien; -CymSana: Dnjepr, eine zweite Art
vom Jenisei bis Daiirien; die Boraginee Suchtelenia-. Kirgisensteppe,
Transkaukasien; die Chenopodee Ceratocarjms: Donau
bis Gobi.
Vom Kaukasus kenne ich keine eigentliümliclie Gattung : doch
besitzt der Thaleinschnitt des Kur zwei Monotypen, eine Umbellifere
{Cymhocarpum) und eine Synantheree [Cladoohmta], die auch in die
angrenzenden Gebirge ansteigen oder vielleicht von dieser , erst in die
Ebene gelangt sind.
Die persische Abdachung zum kaspischen Meere ist durch eine
Hamamelidee ausgezeichnet [Parrotia persica : eine zweite Art bewohnt
den Himalaja von Kaschmir). Die W ä l d e r 124), welche vom
Elborus sich bis Talüsch erstrecken, sind ausser durch diesen Monotyp
noch durch zwei endemische Baumformen [Gleditschia caspica
und Pterocarya caucasica) als selbständige Vegetationscentren bezeichnet.
Zu den anatolischen und syrischen Monotypen, die schon im
Abschnitt über das Mittelmeergebiet erwähnt wurden, ist noch eme
Crucifere [Texiera) hinzuzufügen, welche nur im Inneren von Syrien
gefunden wurde.
Im armenischen Hochlande und zwar in Kurdistan entdeckte
Kotschy eine monotypische Synantheree [Spnmera). Mesopotamien
hat keine Gattung geliefert, die nicht auch in den Nachbarländern
vorkäme.
Alle diese orientalischen Landschaften werden an Eigenthümlichkeit
von Persien weit übertreffen. Die Ursache liegt auch hier
nicht in günstigeren, physischen Bedingungen, worin dieses Land
Anatolien und den kaukasischen Thälern so weit nachsteht, sondern
offenbar darin, dass die Hochebene durch ihre Randgebirge so vollständig
abgeschlossen wird. Indessen ist hiedurch noch nicht erklärt
, dass von den 11 Monotypen, die ich aus Persien verglichen
habe, drei auf die alpine Region der Gebirge beschränkt sind, während
doch eine ähnliche Selbständigkeit alpiner Centren in anderen
Theilen des Steppengebiets nicht bemerkt wird. Freilich sind fast
sämmtliche persische Monotypen Cruciferen [9 125)] ; nur eine Gat--
Monotypen. 483
tung gehört zu den Labiaten [Tapeinanthus] und eine andere zu den
Synanthereen [Grantia). Diese letztere, eine Inulee, kann, da sie
jener kurdistanischen {Sprumra) nahe verwandt ist, als ein bemerkenswerthes
Beispiel von der Analogie der Bildungen auf geographisch
nahe gerückt,en Centren gelten.
Aus Afghanistan kenne ich drei Monotypen: eine Crucifere
[Pyramidiim], eine Labiate [Perowskya-, eine zweite Art wächst in
Turkestan) und unter den immergrünen Sträuchern eine Myrsinee
[Reptonia], welche letztere, an der Abdachung zum Indus auftretend,
den Uebergang zur tropischen Flora Asiens andeutet.
Die tibetanische Flora enthält eine endemische Synanthereengattung
[Allardia) , die aus mehreren Arten besteht. Von eigentlichen
Monotypen ist eine Caryophyllee [Thylacospermum) bis zum
Thianschan, und zwei Gramineen [Ptilagrostis u. Leucopoa] sind bis
zur Gobi verbreitet. Das erstere dieser Gräser bewohnt auch die
alpine Region des indischen Himalaja von Sikkim. Der Gobi-Steppe
selbst ist ein Halophyt aus der FamiUe der Zygophylleen eigenthümlich
[Sarcozygium).
Von den Gebirgen des Steppengebiets hat ausser den persischen
nur der songarische Alatau drei Monotypen aus der Familie der
Synanthereen geliefert [Waldheimia, Richteria u. Cancrinia) , von
denen die beiden letzteren zu der in der alten Welt fremdartigen
Gruppe der Helenieen gehören. Solche systematische Analogieen,
wie hier zwischen den nordamerikanischen und centralasiatischen
Synanthereen, kommen zuweilen an entlegenen Punkten der Erde
vor, ohne dass daraus auf einen genetischen Zusammenhang zu
schliessen wäre.
Zahlreicher, als alle diese so sporadisch vertheilten Gattungen,
ist die Reihe derjenigen Monotypen (22), welche über mehrere klimatische
Abschnitte des Steppengebiets sich ausgebreitet haben.
Unter diesen bewohnen nicht wenige zugleich das Tiefland und die
Hochebenen, wobei aber der Umfang der vertikalen mit den horizontalen
\Vanderungen in keinem Zusammenhange steht. Die Fähigkeit,
nach aufwärts zu steigen, richtet sich nach der Unabhängigkeit
von den klimatischen Einflüssen des Niveaus allein, die Wanderungen
in weite Fernen sind zugleich von der intensiven Kraft der Vegeta-
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