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518 V. Chinesisch-japanisches Gebiet.
tomie des Holzgewebes abweichend) wird jetzt im System neben die
Magnoliaceen gestellt während sie habituell den Araliaceen, denen
Andere sie anreihen wollten, ebenfalls nahe verwandt ist. Eine
solche Mittelstellung nehmen auch die Calycantheen [Chimonanthiis]
ein, die, nach der Organisation der Blüthe gleichfalls den Magnoliaceen
verwandt, in einigen Beziehungen und namentlich nach dem
Bau des Samens und habituell einen Uebergang zu den Myrtaceen
zu bilden scheinen. Auch die Hamamelideen und Corneen, zwei
Gruppen, von denen eine jede in Japan fünf Gattungen zählt, gehören
zu denen, die wegen der Zweideutigkeit ihrer Verwandtschaften
bei der Einreihung in ein allgemeines System grosse Schwierigkeiten
darbieten. Die Saxifrageen endlich und die Rosaceen, die
beide in Japan besonders reich vertreten sind, haben so schwankende
Grenzen, dass man sogar vorgeschlagen hat, sie ganz zu vereinigen,
womit denn freilich solche Aufgaben der Systematik keineswegs
gelöst werden.
lieber den Reichthum der chinesischen Flora lassen sich bis
jetzt nur Vermuthungen hegen. Die Zahl der Arten, die in Japan
sicher erkannt sind, erhebt sich nicht auf das Mass dessen, was auf
gleich grosser Fläche das mittlere Europa bietet (etwa 2000 Arten) ^
aber der Kontinent wird, mit Inselfloren verglichen, wie immer auch
in diesem Falle reicher sein. Nach europäischem Massstabe beurtheilt,
sind in diesem Theile Asiens schwerlich mehr als 6000 Gefässpflanzen
zu erwarten
Die Reihenfolge der grössten Familien in der japanischen
Floraunterscheidet sich, mit Europa verglichen, vorzüglich durch
die vermehrte Anzahl von Rosaceen und Coniferen. Sodann ist die
Abnahme des Reichthums in fast allen grösseren Familien bemerkenswerth,
so dass selbBt die grösste, die der Synanthereen, im
europäisch-sibirischen Gebiete 14, in Japan nur 6 Procent der
Gesammtsumme von Gefässpflanzen enthält. Dies steht offenbar
mit der geringeren Artenzahl in den Gattungen im Zusammenhang.
Die Verknüpfung der japanischen Flora mit anderen Gebieten
ist aus der geographischen Lage im Allgemeinen leicht verständlich.
Ein Austausch mit Europa konnte sowohl durch Sibirien als über den
Himalaja stattfinden, etwas geringer ist die Verbindung mit Nord-
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Vorherrschende Familien. - Nicht endemische Pflanzen. 519
amerika, am engsten der Zusammenhang mit Indien auf der einen,
mit der Amurflora auf der anderen Seite, wo in beiden Fällen keine
mechanische Hindernisse der Wanderung entgegenstehen. Nordische
Pflanzen konnten sich auch über die Behringstrasse und die Inselkette
der Kurilen und Aleuten von Japan nach Nordamerika und
umgekehrt verbreiten, anderen Gewächsen bot sich zur Uebersiedelung
der pacifische Meeresstrom dar, der, als eine Fortsetzung des
japanischen, den westlichen Kontinent in der Nähe von Vaneouver
erreicht. Allein hierüber hat Asa Gray^s) besondere Ansichten vorgetragen,
die eine genauere Erörterung erheischen. Auf umfassende
Vergleichungen sich stützend, fand er, dass die japanische Flora
eine grössete Aehnlichkeit mit der des Ostens als des Westens von
Nordamerika zeige, und suchte hieraus Folgerungen über ihren Ursprung
abzuleiten. Die Pflanzenverzeichnisse, auf welche er dieselben
begründet, umfassen indessen nicht bloss die identischen Arten
der Ostküsten beider Kontinente, sondern auch die verwandten, die
vikariirenden, und bei Miquel i«), der dieselben von diesen reinigte
und revidirte, finden wir die Uebereinstimmung schon sehr erheblich
vermindert (auf 81 Arten, etwa 4 Procent).
Asa Gray hatte, von den Ansichten des Darwinismus geleitet,
die verwandten und identischen Arten beider Floren deshalb zusammengefasst,
weil er ihnen denselben Ursprung zuschrieb, von
Stammorganismen, die bei ihrer Wanderung sich mehr oder weniger,
oder auch gar nicht verändert hätten. Lassen wir indessen die Hypothesen
über ihre Abstammung zur Seite, so darf doch ein wesentlicher
Unterschied zwischen vikariirenden und identischen Arten
nicht übersehen werden. Während nämlich die ersteren an so entfernten
Orten der Erdoberfläche vorkommen können, dass ein Austausch,
selbst in früheren geologischen Perioden, undenkbar erscheint
, wie bei manchen Eriken des Kaplandes und Europas, ist
es hingegen bei identischen Arten beinahe immer möglich, aus der
Form des Wohngebiets und aus den Hülfsmitteln, die zur Bewegung
zu Gebote stehen, auf wirklich erfolgte Wanderungen zu schliessen.
Im ersteren Falle ist das oben berührte Gesetz in Wirksamkeit, dass
ähnliche Klimate auch ähnliche Organisationen erzeugen, was bei
den zahlreichen Parallelen zwischen den Tropenländern so besonders
deutlich ist, ohne dass eine Wanderung über die Breite des Oceans
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