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472 IV. Steppengebiet.
zum Balkasch und von da bis zum Hochgebirge eine allmälige ist,
Ulibewaldet, wogegen die Bäume an dem steiler ansteigenden Kauiiasus
bis zu seinem Fusse der Steppe Trotz bieten. Kommen von
diesen beiden allgemeinen Bedingungen der Feuchtigkeit und des
Baumlebens hier und da Ausnahmen vor, so werden sie sich wohl
immer aus den örtlichen Verhältnissen erklären lassen : so scheint
die spärliche Bewaldung der Nordseite des Künlün nur eine Folge
der Bewässerung aus schmelzenden Schneemassen zu sein, die, wo
die Gebirge nur hoch genug sind, um ihre Umgebungen zu überragen,
in Jeder l^age sicli an den Gipfeln und Kämmen sammeln, auch Avenn
in den tieferen Regionen die Trockenheit der Luft den höchsten Grad
erreicht.
Die iinbewaldeten, untei-en Abhänge des Thianschan weisen
doch die Steppenvegetation weithin zurück (4000—1500 Fuss), weil
sie durch die Bewässerung fruchtbar werden und daher reicheren
Humus erzeugen können. Es wiederholt sich hier in grösserem Massstabe
das Bild der Kabarda des Kaukasus. In den Stauden fand
Semenow '«^J) die natürliche Vegetation dieses Kulturbodens der des
russisch-sibirischen Waldgebiets ähnlicher, als der Steppe, aber in
Verbindung mit einigen eigenthümliehen Holzgewächsen. Die ersten
Anhöhen des Alatau stehen nach Schrenk's Schilderung noch unter
dem Einflüsse der Steppe, sie ei'schienen ihm nackt und pflanzenarin
; in den Schluchten wuchs indessen ein merkwürdiger, viertehalb
Fuss hoher, holziger Astragalus { A . S i e v e r s i a n u s ) . Die jenseitigen
Thäler (2000 Fuss) waren schon Avasserreicher und erzeugten grüne,
blumenreiche Wiesen, zum Theil mit hochwüchsigen Stauden und
mit Sträuchern geschmückt. In einem grösseren Thale wechselten
freundliche Hügel mit lieblichen Gründen, Wiesen mit klaren Bächen
breiteten sich nach allen Seiten aus, »überall grünender Rasen, wohlriechende
Blumen und dicht belaubtes Gebüsch (z.B. L o n i c e r a , B e r b e r i s ] « .
Die Waldregion besteht nach Schrenk aus zw ei Tannen 1^2) ^ von
denen er die eine mit hängenden, die andere mit aufrechten Zapfen
beschreibt: Semenow erwähnt nur die letztere [ P . S c h r e n U a n a ) .
Dieser dichtverzweigte, dunkle Tannenwald bedeckt die Abhänge
überall, wo die Bäume nur Wurzel fassen können. Nur mühsam
dringt man durch diese Bestände, wo die ausgebreiteten Aeste den
Weg versperren. Das Gestein bekleidet ein weicher, feuchter Moos-
Regionen des armenischen Randgebirgs 473
teppich, aus welchem klare, frische Bäche hervorsickern und subalpine
Stauden ihre schönfarbigen Blüthen hervortreiben (z. B. Pri - ^
m i d a , P e d i c u l a r i s , T h e r m o p s i s , D o r o n i c u m ) . Hin und wieder erscheint
auch Laubholz im Nadelwalde, Birken, Pappeln [ P . h a h a m i f e r a v a r .
m a v e o l o n s ) , Weiden und Ebereschen, am Boden auch Himbeer- und
Wachholdergesträuch [ J u n i p e r u s p s e u d o s a h i n a ] .
In der alpinen Region erinnern die Sträucher, die zu einer beträchtlichen
Höhe ansteigen (bis 9000 Fuss), zum Theil noch einmal
an die Formen der Steppenflora (z. B. C a r a g a n a , S p i r a e a ) . Die
alpinen Stauden sind neben eigenthümlichen Arten aus altaischen,
kaukasisch-europäischen und tibetanischen Gewächsen von arktischer
Bildungsweise gemischt. In der Nähe des ewigen Schnees treten
auch sie zurück und zuletzt bleiben, wie in Skandinavien, fast nur
Eichenen und Moose übrig. Indessen fand auch hier Schrenk noch drei
kleine Stauden an den entblössten Felsen oberhalb der Schneegrenze.
Nachdem die Randgebirge Anatoliens und Syriens bereits im
Abschnitt über das Mittelmeergebiet besprochen wurden, sind über
die Regionen der Hochländer diesseits des Himalaja nur fragmentarische
Nachrichten aus Armenien, Persien und Afghanistan zu erwähnen.
A r a r a t und Alages (40» N. B.).
Region über der Hoclisteppe mitBaumwuchs von Birken — 7800' (Parrot).
Eiche im armenischen Randgebirge — 7100 ' [Abichi")].
Alpine Region. 7800—13000' (Schneelinie nach Abich).
P e r s i s c h e r Elborus [37 «N.B. über Asterabad : Bunge "i«);.
Nordabhang über dem kaspischen Meere.
Waldregion — 8000
Buche und Juglandeen —3000'.
Hainbuche ( C a r p t n u s o r i e n t a l i s ) . . . — 8000
Alpine Region. 8000'— (Schneelinie amDemawend 13200': Berghaus).
Südabhang (mit Ausnahme eines Gürtels vonWachholderbäuinen waldlos).
Hochsteppe - 7000'.
Alpine Region mit Traganthsträiichern 7000 ' .
Kuh-Daena"8) (301/2" N. B., im westpersischen Randgebirge:
System des Zagros).
Eichenregion [ Q . p e r s i c a ) . 4000—6000 '.
Alpine Region. 6000—1J 000'.
Gesträuchgürtel von L o n i c e r a p e r s i c A i . (>000—7000'.
Traganthsträiicher 7000—9300'.
Alpine Stauden 7000-^ 1 1000' (Umbclliferen 7000—81)00').
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