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562 Quellenschriften und Erläuterungen.
Flora ist in Bourgeau's Sammlungen axis den spanischen Ostpyrenäen
sehr auffallend und wird durch Colmeiro's Verzeichniss catalonischer
Pflanzen bestätigt [Cohneiro, catalogo de plantas observadas en Cataluña.
Madrid, 1846).
16. Wi l lkomm setzt auf seiner werthvollen Karte der Vegetationsverhältnisse
Spaniens die Grenze der östlichen Provinz im Süden au das
Kap Nau, zwischen Valencia und Alicante, trennt also die Flora von
Catalonien und Valeîicia nicht, wiewohl er bemerkt, dass die Zahl der
endemischen Pflanzen in der letzteren Provinz grösser sei (Strand- und
Steppengebiete, S. 263 u. Karte), lieber die klimatischen Verhältnisse
ist man nur ungenügend unterrichtet. Willkomm bemerkt zwar, dass es
im Sommer selten regne (das. S. 185), aber wenigstens Barcelona weicht,
vermuthlich in Folge örtlicher Eigenthümlichkeiten der Exposition, von
dem Mediterranklima in dieser Beziehung erheblich ab. Diese Stadt hat
im Sommer 15 Regentage, und wiewohl die Frühlings- und Herbstregen
überwiegen, fallen doch auch in den drei Sommermonaten fast Wasser
(42,7 spanische Linien auf 254'" im Jahr: Dove, klimatol. Unters. 1.
S. 114). Nach Colmeiro ist der Sommerpassat daselbst ganz unterdrückt :
im Sommer herrschen Südwest-, im Winter Ostwinde, also findet anscheinend
ein halbjähriger Wechsel von See- und Landwinden statt, indem
die Pyrenäen den Nordost in der warmen Jahrszeit abhalten.
17. In Nizza beträgt der Wärmeunterschied des wärmsten xmd kältesten
Monats 120,3 R. (Januar 60,6, August 18o,9), in Florenz 160R.
(Januar 4^^ JuU 20 o : Schoiiioy dimat de VItalie, p. 95). In Nizza kommen
während der drei Sommermonate 6 Regentage vor, in Florenz 17 (das.
S. 196).
18. Ma r t ins [Essai sur la météorologie de la France in dem encyklopädischen
Werke Patria^ p. 444) zählt 800 der Mediterranflora eigenthümliche,
französische Pflanzen auf, von denen gegen 140 korsikanisch sind;
auch sind einige Kulturpflanzen in dieses Verzeichniss aufgenommen.
19. In Viviers bei Montelimart (440 30' N. B.) ist das Verhältniss
des Sommer- und Herbstregens 243 mm. ; 341 mm. (Martins a. a. 0. p. 264),
in Orange (440 8') dagegen 103 mm. ; 308 mm. (das. p. 274), wobei noch zu
beachten, dass der Sommerregen des Gebiets der Mediterranflora auf Gewitterbildungen
beruht, deren vorübergehende Entladung auf die Vegetation
ohne Wirkung bleibt (s. u.). In solchen Grenzgebieten sind auch
die Unterschiede der Jahre bedeutend: so ist jenes Verhältniss der Niederschläge
von Gasparin minder gross angeben (Viviers 177 : 353, Orange
114 : 222, bei Dove, klimatol. Beiträge, S. 122).
20. Mart ins hat die kalten Winter des südlichen Frankreichs aufgezählt
und bemerkt, dass in einem Jahrhundert etwa fünf bis acht vorkommen
(a. a. 0. p. 267) : sogar in dem milden Hyères sank das Thermometer
im Januar 1820 einmal auf — 90^5 E. (p. 278).
21. Mart ins (a. a. 0. p. 270. 272).
22. In der ersten Hälfte des April 1867 herrschte bei meinem Aufent-
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III. Mittelmeergebiet, 563
halt in Hyeres und Nizza fast beständiger Mistral und das Thermometer
hielt sich zwischen I80 und 200 R., wogegen die Mittelwärme dieses Monats
in Nizza nur 10 0 beträgt (Schouw, a. a. 0.).
23. Lorenz (physikalische Verhältnisse im quarnerischen Golfe,
S. 57) giebt eine sehr genaue, dem Mistral in allen Hauptzügen entsprechende
Beschreibung der Bora von Fiume; die in Pausen wiederkehrenden
Windstösse/die ich ähnlich auch unter den, Steilküsten der norwegischen
Fjorde beobachtete, werden im illyrischen Golf Refoli genannt.
Ebenso wie der Mistral, ist auch die Bora an kein'e bestimmte Jahrszeit
gebimden. Die Unterscheidungen von der hindurch charakterisirten
eigentlichen und 'der stetig wehenden Bora, sowie der minder heftigen
Borina sind zum Theil als graduelle Abstufimgen desselben Phänomens
aufzufassen. Bei den Erklärungsversuchen, durch welche L. sie schärfer
zu sondern siichte, und die er später selbst modificiren wollte, hat er das
Moment übersehen, dass jede Luftmasse, die aus der Höhe in die Tiefe
gelangt, die dem Niveau entsprechende Dichtigkeit annehmen muss, was,
je nachdem sie von verschiedenen Ausgangspunkten, von höheren Berggipfeln
oder aus tiefer gelegenen Thalschluchten herabkommt, zu jenen
gewaltsamen Ausgleichungen führen muss, die eben in den Eefoli und
ihren Pausen sich äussern. Auch der Föhn der Schweizer Alpen kann
nicht richtig gewürdigt werden, wenn man ihn nur zu den allgemeinen
Bewegungeü der Atmosphäre von Zone zu Zone in Beziehung zu setzen
versucht. Gleich jenen Küstenwinden ist er geographisch auf bestimmte
Gegenden eingeschränkt und nicht an die Jahrszeit gebunden; weht er in
Meridianthälern abwärts, wie vom Tödi aus durch Glarus, muss er sich
rasch erwärmen; kommt er über den Kamm der Alpen, wird er an der
Nordseite trocken sein. Vielleicht wird auch seine Verdichtimgswärme
in eingeschlossenen Thälern, wo die Luft nicht ausweichen kann, intensiver
fühlbar, während beim Mistral, wo die Luft an der Küste sich fächerförmig
ausdehnen kann, dieser Werth eine in der starken Insolation verschwindende
Grösse ist. Alle Umstände wirken zusammen, um die
Atmosphäre innerhalb des Mistrals heiter zu erhalten, während da, wo
er entsteht, das Entgegengesetzte stattfindet. Dies konnte ich auf der
Fahrt von Nizza nach Toulon am 17. April 1867 gut wahrnehmen, als an
dem warmen Nachmittage bei von den Alpen herabwehendem Mistral die
Wolken an den Bergen sich gewaltig anhäuften, bald die Eegengüsse
daselbst jede Fernsicht verhinderten und trotz des heftigen Windes aus
diesem Richtung der Himmel über ims klar blieb, während die Sonne die
nahen, in steter Bildung begriffenen Cumuli beleuchtete.
24. Die Olivenkultur reicht in Italien (abgesehen von den örtlichen
Ausnahmen amComer xmd Garda-See) nur bis an den nördlichen Apennin
(440N. B.), sie wird noch in der Provinz Perugia, aber nicht mehr bei
Bologna undEavenna betrieben [Palmieri, topograßa dello stato pontißcio,
1. p. 2). Wälder von immergrünen Eichen und Gebüsche von Myrten und
Pistacia Lentiscus erwähnt S c h 0 u w an der adriatischen Seite des Apennin
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