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594 Quellenschriften und Erläuterungen.
nähme der Chenopodeen und Boragineen, durch die Verminderung der
Scrophularineen und durch den fast völligen Mangel der Cistineen ab.
Die artenreichsten Gattungen meines Katalogs sind : Astragakis (328),
Stielte (88), Centaurea (73j und Arte7ms'ia (46).
Aus den einzelnen Abschnitten des Gebiets habe ich die Verhältnisszahlen
nur in den Fällen zu bestimmen gesucht, wo die Materialien
einigermassen zu genügen schienen.
K a s p i s c h e s Depressionsgebiet. Unter 530 Arten waren
Leguminosen 19 Procent, Synanthereen 15—16, Chenopodeen 9, Cruciferen
7, Boragineen 6, Gramineen 5, Caryophylleen 4, Liliaceen '4, Umbelliferen
3, Labiaten 2, 'Scrophularineen 2. Aus diesen Ziffern ergiebt
sich eine Zunahme der Chenopodeen und Leguminosen (Astragaleen)',
eine Verminderung der Caryophylleen und Labiaten.
A n a t o l i e n (unsicher wegen der Vermisclmng mit Mediterranpflanzen).
Von 900 Arten waren Synanthereen 14 Procent, Labiaten 11 — 12,
Leguminosen 9—10, Cruciferen9, Caryophylleen 8, Umbelliferen 7, Boragineen
5, Scrophularineen 4—5, Gramineen 3, Liliaceen 2, Chenopodeen
V3. Die Zunahme der Labiaten und Umbelliferen ist beträchtlich, die
Verminderung der Leguminosen deutlich; Chenopodeen sind wohl zu
unvollständig gesammelt, aber ihre bedeutende Abnahme ist zweifellos.
Armenien. Unter 350 Arten waren Leguminosen J5—16 Procent,
Synanthereen 12 — 13, Cruciferen 11, Labiaten 8, Caryophylleen 8, Liliaceen
3—4, Boragineen 3, Scrophularineen 3, Umbelliferen 2, Gramineen
1, Chenopodeen 1. Hier ist eine Abnahme der Synanthereen und der
Chenopodeen anzunehmen.
P e r s i e n . Unter 520 Arten waren Leguminosen 24 Procent, Synanthereen
12 — 13, Cruciferen 10, Caryophylleen 7, Labiaten 6—7, Boragineen
4, Umbelliferen 4, Scrophularineen 3 , Gramineen 1—2, Liliaceen
1—2, Chenopodeen Va- Die Verhältnisszahlen sind denen der armenischen
Flora ähnlich, aber die Leguminosen durch die wachsende Menge der
Astragaleen noch weit zahlreicher. Indessen sind die Ziffern für die Leguminosen,
Caryophylleen und Cruciferen zu hoch, da die Sammlung
durch Bunge's Mittheilungen aus diesen Familien unverhältnissmässig
anwuchs. Bunge selbst (Peterm. Mitth. f. 1860. S. 226) giebt für die Flora
von Korasan folgende Eeihe nach den von ihm gesammelten Arten:
270 Synanthereen, 265 Leguminosen, 165 Cruciferen, 115 Labiaten,
105 Gramineen, 90 Caryophylleen, 85 Boragineen, 80 Chenopodeen,
75 Umbelliferen, 70 Scrophularineen, 50 Rosaceen, 45 Euphorbiaceen,
45 Liliaceen.
Gobi (nach Maximowicz, Flora amurensis^ p. 430): Synanthereen
(14,7 Procent), Leguminosen (11,7), Chenopodeen (6,9), Gramineen (6,3),
Rosaceen (6,1), Ranunculaceen (4^6), Cruciferen (4,3), Scrophularineen
(3,4), Liliaceen (2,8), Labiaten (2,8), Umbelliferen (2,6), Caryophylleen
(2,6), Boragineen (2,'i). Diese Verhältnisszahlen weichen viel mehr ab,
als die übrigen unter einander, aber sind in sofern mit denselben nicht
IV. Steppengebiet. 595
unmittelbar vergleichbar, als hier sämmtliche in der mongolischen und
daurischen Gobi gefundene Gefässpflanzen, in den aus meiner Sammlung
geschöpften Ziffern möglichst nur die endemischen Arten gezählt wurden.
Indessen ist doch sicher anzunehmen, dass in der Gobi die Cruciferen,
Labiaten und Caryophylleen sich vermindern, die Rosaceen, Chenopodeen
und Ranunculaceen vermehrt sind. In den Chenopodeen gleicht die Gobiflora
der kaspischen Steppe, in den Rosaceen spricht sich die geographische
Annäherung an China und Japan aus. Eine Eigenthümlichkeit
besteht endlich auch darin, dass die Astragaleen hier weniger durch
Astragalus, als durch die verwandte Gattung Oxytropis vertreten sind.
127. Beispiele von Steppenpflanzen, die über Ungarn bis Wien und
und Mähren verbreitet sind; Silene nmltifiora, Gypsophila paniculata;
Euclidium syriacum, Conringia austriaca^ Crambe Tartaria ; Onosma arenarium
; Salvia austriaca ; Artemisia austriaca ; Corispermiim nitidum.
128. Beispiele von Verbindungen der Mediterran- und Steppenflora :
1) Allgemein verbreitete Mediterranpflanzen, die in Transkaukasien,
Mesopotamien, Südpersien und Afghanistan wiederkehren.
Holzgewächse: Zizyphus ,(Transkaukasien, Himalaja), Po~
liurtts aculeatus (Transkaukasien, Talüsch) ; Vitex agnus castus (Transkaukasien,
Afghanistan) ; Ficus Carica (Transkaukasien).
Bis Afghanistan und Indien; Astragalus hainosiis; Sisymhrium Columnae;
Nigella sativa.
Bis Südpersien ; Andrachne telephioides ; Carrichtera Vellae, Calepina
Corvini; Roemeria hyhrida ; Ammimajus; Hedypnois polymorpha.
Bis Mesopotamien; Hypeconni procumbens; Leontice Leontopodium;
Ammi Visnaga; Pulicaria arabica.
Bis Transkaukasien ; Hypecoum grandißorum. ; Garidella Nigellastrum
(auch Nordpersien) ; Plumbago europaea (auch Armenien).
Weit geringer ist die Zahl der Mediterranpflanzen, deren Wohngebiet
auch die Steppen mit kalten Wintern umfasst, und deren Stammland
zweifelhaft bleibt- Von diesen gehen bis Südrussland : Frankenia laevis,
Paeonia tenuifolia; bis zur Songarei Tribuías terrestris^ ZAziphora capitata^
Cynanchum acutum, Artemisia gallica; bis Tibet; Salsola Soda.
2) Steppenpflanzen, welche die östlichen Halbinseln des Mittelmeers
erreichen. Die Mehrzahl bewohnt nur die südlichen Tafelländer, einige
indessen auch den nördlichen Theil des Steppengebiets.
Songarei bis Griechenland: Alhagi camelorum; Frankenia hirsuta \
Elaeagnus orientalis.
Songarei bis Illyrien : Apocynum venetum; bis Dalmatien ; Artemisiaprocera;
bis Macedonien: Nepeta violacea; bis Thracien : Tournefortia
Arguzia.
Tibet bis Bulgarien : EcMnospermum barbatum.
Südrussland und Anatolien bis Griechenland ; Convolvulus Scammonia ;
Allium guttatum ; Briza spicata.