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501) V. 01nncsisch-ja]>Muisdies Gebiet.
liehe Arbeitskraft, welche die Zubereitung desselben erfordert, und
die nur in einem so dicht bevölkerten Lande beschafft werden kann,
wo der Tagelohn zugleich beispiellos niedrig ist i9). Hiedurch ist
selbst in Assam, wo zwar das nahe Indien zur Verfügung steht,
aber doch die Kosten sich höher stellen, die Theekultur gehemmt
worden 22).
Die Verbreitung des Theestrauchs von China bis zum östlichen
Himalaja entspricht jener Reihe von tropischen Vegetationsformen,
welche dem Monsunklima im östlichen Asien bis zu höheren Breiten
folgen. Die Waldregionen der feuchten, Indien zugewendeten Ketten
des Himalaja verhalten sich zu der chinesischen Flora ähnlich, wie
die Alpen zum nördlichen Europa. Auf dieselbe Weise, wie dort
bei identischen Arten von Holzgewächsen, wiederholt sich hier bei
den tropischen Formen der Vegetation die Erscheinung, dass, je
höher sie an den Gebirgsabhängen ansteigen, sie auch in China und
Japan weiter nach Norden reichen. In Sikldm, einer Landschaft
des östlichen Himalaja, wo die Höhengrenzen der Pflanzenformen
am besten bekannt sind, steigen unter allen Erzeugnissen eines tropischen
Klimas die Bambusen am höchsten (bis 11300 Fuss), und so
sind es auch solche Holz bildende Gramineen allein, die im südlichen
Theil Sachalins») von Spuren tropischer Vegetation übrig
bleiben (bis 49 o N. B.) und auf den Kurilen 6) die Insel ürup (46«)
erreichen. Auf dem Festlande sollen sie etwa bis zum Golf von
Petscheli vorkommen 2^!); also bis zur Polargrenze der stärkeren und
regelmässigeren Niederschläge des Monsunklimas.. Wenn man in
jenen Himalajaketten von der Bambusengrenze abwärts die Waldregionen
hinabsteigt, folgen zunächst die Magnoliaceen und die atmosphärischen
Orchideen (9400 Fuss), dann die Laurineen (8400'),
die Farnbäume und der Pisang (6600'), zuletzt die Palmen (6100')
und die Cycadeen. In Japan hat man auf Jeso (42 »N. B.) noch
Magnolien2^) und eine Vandee [Calantha] angetroffen, die, wiewohl
auf dem Erdboden wachsend, zu den atmosphärischen Orchideen in
nächster Beziehung steht. Die Polargrenze der Laurineen, einer
Familie, die weder bei Peking noch auf Jeso beobachtet wurde,
bleibt genauer zu ermitteln, wird aber in Japan wahrscheinlich der
Breite von Peking (40") nahe stehen. Der Pisang trägt in Chusan
(30 0 N. B.) keine reifen Früchte25), aber ein Farnbaum [AlsopkUa
Tropische Vegetationsformen. 507
¡HHlophylla) ist auf dieser Insel noch einheimisch. Das gemeinsame
Bedürfniss aller dieser tropischen Pflanzenformen ist die Intensität
der Monsunniederschläge, ihre Unterscheidung nach Höhen- und
Polargrenzen beruht auf der ungleichen Dauer ihrer Vegetationsperiode.
Im Himalaja, wo die Unterschiede der Temperatur in der
Jahreskurve etwas geringer sind, als in China, werden doch dieselben
Wirkungen durch das Abschmelzen des Winterschnees hervorgebracht,
welches um so mehr Zeit in Anspruch nimmt, je höher
das Niveau ist. Oberhalb der Baumgrenze bleibt der Boden in
Nepal länger als vier Monate von Schnee bedeckt 26), in einem ähnlichen
Verhältnisse verkürzt sich die Vegetationsperiode durch Abnahme
der Wintertemperatur in den höheren Breiten von China und
Japan.
Von dieser symmetrischen Anordnung der Höhen- und Polargrenzen
bildet die Vegetationsform der Palmen eine Ausnahme.
Aehnlich scheinen sich auch die Cycadeen in Japan zu verhalten, bei
denen Stamm und Belaubung den Palmen gleichen, und die wenigstens
die Insel Kiusiu erreichen 27). Diesseits des Wendekreises
kommen in Ostasien nur wenige einheimische Palmen vor, und auch
diese sind meist von geringer Stammhöhe 28). Im Inneren von China
scheinen sie noch gar nicht beobachtet zu sein. Aber in der Küstenprovinz
Tschekiang nimmt die Hanfpalme eine hervorragende Stellung
in den Bergwäldern ein 29) und gehört also nicht zu den Zwergpalmen.
Wahrscheinlich ist sie identisch mit der Palme Japans
[Chamaerops excelsa), die der Landschaft bei Jeddo einen etwas tropischen
Charakter verleiht so). Diese reicht demnach hier ebenso
weit nach Norden (36 ON. B.), wie die Laurineen daselbst nachgewiesen
sind, unter deren Höhengrenze die Palmen in Sikkim mehr
als 2000 Fuss zurückbleiben. In der tropischen Waldregion des
Himalaja kommen überhaupt nur wenige Palmen vor, und die am
höchsten ansteigende Art ist nicht einmal ein Baum, sondern eine
Rotangpalme oder Palmliane, eine Form, die in China den Wendekreis
nicht zu überschreiten scheint. Das Niveau, welches selbständig
wachsende Palmen erreichen, steht dort noch weiter unter dem
der Laurineen zurück [Chamaerops Martiana in Nepal bis 5000 Fuss),
und dadurch wird der Unterschied der Höhen- und Polargrenzen
noch bedeutender. Aber auch innerhalb der Tropen sind die Palmen
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