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554 Quellenschriften und Erläuterungen
züsischen Küste fehlende Physospermum cormiUense wird von englischen
Botanikern mit Fh, aqiiüegifolmm vereinigt. Von Beispielen der bis
zu den britischen Inseln verbreiteten, atlantischen Pflanzen sind ausser
mehreren Eriken namentlich Ulex nanus (Portugal-Schottland 57 o) und
3Ieconopsis camhrica (Asturien bis Schottland 57 O) bemerkenswerth, indem
sie eine Strecke Aveit landeinwärts in Frankreich sich verbreiten, die
letztere bis Lyon.
Bis Island reicht die Verbreitung von Silene maritima, bis Norwegen
von Erica cinerea,
194. Ueber das portugiesische Centrum der atlantischen Pflanzen
vergl. die Bemerkungen über die Erikenform in dem Abschnitt, welcher
von der Mediterranflora handelt.
195. Von den fünf atlantischen Eriken des Textes (vergl. Note 50
u. 59) geht Erica ci^ierea nordwärts bis 620 (Januarwärme in Bergen
+ 10^3); jE. ciliaris bis 55 O; Dahoecia polifolia undi'. mediterranea bis 54 o
(nordwestl. Irland^: in Frankreich ist die erstere in den westlichen Pyrenäen
häufig, in den centralen selten und übrigens auf zwei sporadische
Lokalitäten an der Garonne und unteren Loire, die letztere auf einen einzigen
Standort bei Pouillac (Dép. Gironde) beschränkt; E, vagans geht
nach Norden bis 51 o (Cornwallis), in Frankreich nach Osten bis Paris.
Im Rhonethal wächst keine dieser Arten, imd wenn von E. cinerea und
E, mgans ein isolirter Standort jenseits desselben (Roybons im Dép.
Isère) angegeben wird, so beweist dies nur, dass diese Gewächse fähig
sind, landeinwärts zu wandern, vorausgesetzt dass sie an einer exceptionellen
Lokalität die Bedingungen ihres Fortkommens finden, und deutet
eben an, dass dieses im Rhonethal nicht der Fall ist. Die Januarwärme
beträgt'in Dublin etwa 4 -30; in Plymouth + 50,6; in Bordeaux + 40;
in Avignon + 30,8.
196. Unter den endemischen Gewächsen der Kastanienzone sind
mehrere einjährige Pflanzen absichtlich übergangen, die vielleicht anderswoher
stammen und mit den Kulturgewächsen verbreitet wurden [Bro7mis
arduennensis in Belgien, Aveiia Ludoviciaiia im Garonne-Gebiet, ErysimtDn
murale in Nordfrankreich \md Belgien), ferner kleine Organisationen, die
leicht übersehen werden {Arenaria co7itroversa im Gebiet der Garonne,
Peplis Boraei in dem der Loire), sodann Pijnis salvifolia, ein Baum der
Auvergne, der vielleicht nur klimatische Varietät ist.
197. Silaiis viresceiis sollte, wie wir in Grenier's und Godron's französischer
Flora angegeben finden, nur in der Ebene von Côte d'Or, auf
der Strecke von Dijon bis Beaune, vorkommen: ich besitze sie indessen
auch aus den östlichen Pyrenäen (Font de Comps) und nach Bertoloni
wächst sie auch in Unteritalien. Nach erneuerter Untersuchung finde ich
aber auch die Meinung Boissier's und Neilreich's bestätigt, dass S. carvifolius
dieselbe Art ist, die ich aus Siebenbürgen, Eumelien, Anatolien
und vom Kaukasus vergleiche. Den abweichenden Ansichten Bentham's
IL Waldgebiet des östlichen Kontinents. 555
und Hooker's gegenüber [Gen. lolant. 1. p. 902. 910) bemerke ich, dass
diese Umbellifere von Silaiis pratensis generisch nicht getrennt werden
kann, da in dieser Gattung die Oelgänge der Frucht variabel imd ohne
systematische Bedeutung sind: das Oel wird entweder in geringer Menge
abgesondert [S, pratensis) oder sammelt sich in einem, zuweilen auch
zwei besonderen GewebtheileniS.wösmi-s), wogegen die scharf gekielten
Rippen der Frucht imd die Form der Blumenblätter der Verbindung mit
der auch habituell so unähnlichen Gattung Foeniciclum entgegenstehen,
mit welcher jene Botaniker virescens und carvifoUus vereinigen wollen.
198. Unter den endemischen Pflanzen des europäischen Tieflands
zähle ich folgende 8 Umbelliferen:
in der Gascogne Ptychotis Thorei, Libanotis hayonnensis und Laserpitium
daucoides;
in der Bretagne Eryngium mvipai^mi;
im Innern Frankreichs Peucedanum parisiense;
in Ungarn Seseli leiicospermum, Ferula Sadleriana;
in Eussland Seseli campestre,
199. Die 16 hier berücksichtigten Pflanzen, welche (abgesehen von
etwaiger, in Klammern beigefügter Wiederkehr in Südeuropa) auf die
Zonen der Edeltanne und Cerris-Eiche beschränkt sind oder die Buchengrenze
kaum überschreiten, und die sich den bereits (Note 60) mitgetheilten
Beispielen übrigens unterordnen, sind : Coronilla montana (Krim),
Astragalus exscapus (Spanien, Norditalien), Trifoliumparviflonmi, Gypsophila
fastigiata (Dalmatien), Aldrovanda vesicitlosa (Norditalien, vergl.
Note 189), Erysimum crepidifolium, Thalictrum angustifolnim, Th, galioides,
Isopynim thalictroides (Italien; die nordwestliche Vegetationslinie östlicher:
Königsberg, Schlesien, Genf), Bupleurum longifolium, Lactuca
quercina, Cirsium camm, Inula germanica^ Scahiosa suaveolens, Allium
fallax (Italien), Scilla ainoena.
Die beiden auf die Zone der Edeltanne eingeschränkten Pflanzen
sind: Erysimum virgatum (Südeuropa) und Gagea saxatilis. Diese Gagea
wäre hiernach die einzige endemische Pflanze Deutschlands, aber dieses
kleine, mit dem ersten Frühling vorübereilende Pflänzchen kann leicht
noch anderswo aufgefunden werden und ist nur auf einer schmalen Zone
von der Mark (Frankfurt a. Oder) bis zur Eheinpfalz und vielleicht bis
zur Schweiz nachgewiesen, so dass man nicht leicht sagen könnte, von
welchem Orte seine Wanderung ausgegangen sei.
200. Die selbständigen, hier allein berücksichtigten, endemischen
Pflanzen des ungarischen Flachlandes sind: Orobus ochroleucus, Euphorbia
lingulata, Kitaibelia mtifolia, Melandrium nemorale, Alyssiim Wierzbickii,
Seseli leiicospermiim, Ferula Sadleriana, Pedicularis campestris y Syringa
Josikaea, Cirsiiimfiiriens, C. brachycephahün, Cephalaria radiata.
Mit Berücksichtigimg von Neilreich's Arbeit (Diagnosen der in Ungarn
und Slavonien beobachteten Gefässpflanzen), worin manche Berichtigungen
anzuerkennen sind, Anderes (wie die Reduction von Stoertia
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