
Nunmehr w ill ich die Beschreibung einiger Ar-
ter meiner Sammlung naclifolgen lassen, welche
Brongniart wahrscheinlich nicht gebannt und daher
auch nicht beschrieben und abgebildet hat. Sie
sind zum Theil so wesentlich von den übrigen verschieden,
dafs sie offenbar eigene Arten bilden, und
dafs auch diejenigen höchst wahrscheinlich hierauf
Anspruch machen können, welche ich bis jetzt noch
nicht in vollständigen Exemplaren besitze, wenn
gleich die letzten aus dieser Ursache keine ausreichende
Diagnose verstatten.
l. T r i l o b i t e s S u l z e r i . Corpore ovato, cly-
peo capitis vel thoracis semilunari, tripartito, emar-
gin a to, canaliculato, nodulis triangularibus minu-
tissimis loco oculorum-, genis triangularibus inflatis,
abdomine plicatissimo, integerrimo, lobo dorsali prominente,
scutellis dorsalibus 14— i 6 munito, Tab. XXII
fig. 1 dieser Nachträge.
Unterscheidet lieh hauptsächlich durch die abweichende
Gestalt seines Kopfschildes von allen übrigen
und würde vielleicht nach den Grundsätzen der neuern
Systeme eine eigene Unterabtheilung erfordern, wenn
er gleich in seinem übrigen Habitus mit dem Ge-
schlechte Calymene Brongn. sehr übereinstimmt.
S ein e, auf der angeführten Tafel gelieferte Abbildung
w ird hoffentlich eine deutliche Vorstellung von der
Beschaffenheit zuweg e bringen , und ich brauche daher
in der nachfolgenden Beschreibung nur noch w e nige
Bemerkungen au mehrerer Deutlichkeit hinzuzufügen.
Besonders abweichend von den Kopfschildern
der übrigen Trilobiten ist die mittlere flach gewölbte
und etwas dachförmig zulaufende Abtheilung desselben
i nebst ihren au f der Zeichnung angegebenen,
ganz schwäch eingeschnittenen Absätzen und der,
durch eine ziemlich tie f eingeschnittene Hohlkehle
abgesonderte und hervorspringende untere Rand,
nach den Rückenschildern zu. A u f beyden Seiten
dieses Mittelstücks befinden sich, so w ie hinter dem
sehr erhabenen, rund umher laufenden Saume des
halbmondförmigen Kopfschildes verhältnifsmäfsig
ziemlich tiefe und w e ite Rinnen oder Hohlkehlen,
Vorn zwischen den kleinen dreyeckigen, an der
Spitze der Backenstücke befindlichen so genannten
Augenwärzchen theilen sich dieselben und bilden
dadurch wieder eine schwach gekörnte Querleiste,
welche durch die zu beyden Seiten des Mittelstücks
herablaufenden Hohlkehlen des M ittelstücks unterbrochen
wird, und aufserdem mit den Backenstücken Zusammenhängen
würde. Die Rückenschilder smdvev-
hältnifsmäfsig sehr schmal und auf der obern Seite
gleichfalls mit einem Saume versehen, der stets die
untdre Seite des zunächst liegenden Schildes bedeckt.
Er kömmt von sehr verschiedener Grofse vor und bey
strofsen Exemplaren , deren Kopfschild alsdann über
Ewey Zoll breit w i r d , erscheint die mittlere Abtheilung
mehr gewölbt und weniger dachförmig, auch
w ird die vordere abgesonderte Leiste zwischen den
Backenstücken weniger hervortretend. Dieser Trilo-
b it ist zuerst durch den Hofr. u. Leibmedic. Dr. Sul -
z e r in Ronneburg, welchem ich die vorliegenden
Stücke zu verdanken habe, bekannt und im Ueber-
gangs-Schiefergebirge zu Ginez in Böhmen aufgefunden
word en, daher ich ihn auch durch den Namen
dieses, schon längst so rühmlich bekannten Naturforschers
auszeichne.