
hinreichend aufgeklärt werden können« Das Letztere
wird hauptsächlich davon abhängen, ob ich so
glücklich bin , von einzelnen Arten noch vollständigere
Exemplare aufzutreiben, weil in mehrern
Fällen nur durch diese allein eine genügende Aufklärung
verschallt werden kann, und die blofsen
Vermuthungen über die Gestalt des Thiers, welche
aus den vorhandenen einzelnen Theilen geschöpft
werden, gar zu leicht zu solchen Irrthümern verleiten
können, wie ich sie gegenwärtig zu berichtigen
habe.
Hauptsächlich erfordert die Beschreibung des
E n c r i n . c a l y c u l a r i s S. 336. der Petref. K. eine
vollständige Berichtigung. Seine Abbild. Taf. XXIX.
Fig. 4. gründete sich auf die eingeschickte Zeichnung
eines Sammlers, der sich fest eingebildet hatte,
dafs die in seinen Händen befindlichen einzelnen
Theile des Kronenknopfs und Stiels zusammen gehörten,
weil sie gemeinschaftlich an einer Stelle, in
den s and i g e n Kr e i d e l a g e rn bey Aachen,
aufgefunden worden waren. Die mir anfänglich
überschickten Exemplare waren zum Theil eingewachsen
und daher nicht vollständig zu sehen, aus
den später erhaltenen Stücken und den näher ein-
gezogenen Erkundigungen ergibt sich aber augenscheinlich,
dafs der bimförmige Stiel höchst
Wahrscheinlich zum En Gr in. e l l i p t i c u s , Apio-
c r ini t e s e l l i p t i c u s Mi l l e r i , Nat. hist, of
the C r i n o i d . S. 34. gehört, und dafs ein Glied
eines Liliensteins, welches von Miller das Bek-
ken des Kronenknopfs benannt wird, gerade ganz
verkehrt aufgesetzt ist, und einer ganz andern En-
crinitenart angehört, die, vermöge der Aehnlichkeit
dieses Theils seiner Krone oder Blume, mit den
nämlichen Theilen des Encrinit. liliiformis grofse
Uebereinstimmung zeigt. Bey einer nähern sorgfältigem
Vergleichung, ergeben sich jedoch noch immer
einige wesentliche Verschiedenheiten, indem
besonders die Form der einzelnen Beckenstücken
nach dem Gelenkgliede des Stiels zu weit abgerundeter,
und mehr hervortretend, als beym Liliiformis
erscheint. Das Becken des letztem,' welches, wie
bey den meisten Encrinitenarten, aus fünf einzelnen
Stücken oder Blättern zusammengesetzt ist, zeigt
vielmehr nach dem Stielgelenk zu etwas concav
ausgeschnittene und plötzlich abgestumpfte Blätter,
d.er Encrinit von Aachen aber hat an dieser Stelle
convex hervorspringende Blätter, und wahrscheinlich
wird dadurch eine eigenthümliche, dem Liliiformis
nahe verwandte Art bezeichnet, welche daher
den Namen C a l y c u l a r i s vielleicht ferner beybe-
halten kann.
Auch die Abbildung des Me s p i l i f o rmi s S.
332 der Petref. K. Taf. XXIX. Fig. 5- ist nach einer
solchen eingeschickten Zeichnung gefertigt.
Hiervon sind aber gegenwärtig so vollständige Exemplare
des Kronenknopfs und der übrigen einzelnen
Theile in meiner Sammlung befindlich, dafs sich
schwerlich an der Richtigkeit derselben zweifeln
läfst, und ganz entschieden macht dieser E n c r i ni
t ei ne e i g e n t h üml i c h e Ar t aus , welche
von Mi l l e r noch nicht gekannt und aufgeführt
worden ist. Eng l and ist gerade sehr,reich an seltenen
E n c r in i t e n a r t e n , und sie scheinen dort
weit häufiger mit mehr oder weniger vollständigen
• Blumenkronen zum Vorschein zu kommen, daher