
liete, die aiier nicht verschieden von den in den benachbarten Waldungen vorkoni-
mendeu zu seyn schien. Sie war mit ihreu grossen Blumen ein allerliebster Zierstrauch.
Gegen Mittag erreichten wir die Town New-Portage, wo die Trader vor
Zeiten ihre für den Handel mit den Indianern bestimmten Güter über Land von einem
Flusse zu dem anderen schaffien»). E s folgt nun eine sumpfige Gegend mit
Lerchen-Wald (L a r ix americana Michx.) bewachsen, welche im Winter ihre
Blätter abwerfen. Man nennt diese Baumart hier Tamarak oder Hackmatack. Sie
umgiebt einen kleinen S e e , welchen der Canai durchschneidet, und welcher mit
Gräsern, Bohr, mit den gelben Blumen des Nuphar und den schön blauen der Pon-
tederia bedeckt ist. Der Boden rund umher ist schwarzer Moorgrund, in welchem
überall der genannte schöne Lerchenbaum wächst. Quer durch die Länge des S ees
hat man eine Brücke erhaut, auf welcher die Pferde gehen, wenn sie die Caual-
böte ziehen.
Etwas weiter hin zeigt sich jenseits einer teicharligen Ausbreitung des Canals
der Ort Akron, eiu bedeutendes Städtchen oder Flecken in merkwürdiger Lage.
Sie wurde 1 8 2 5 in Portage-County angelegt, und hat schou einen bedeutenden
Handel, viele nette Holzhäuser, Stores, Fabriken, Eisengiesserei, eiu Drehwerk,
wo mit Hülfe eines Bades, Bettstellen, so w ie ähnUche Meubles und Geräthschaften
gedreht werden, n. s. w. Schon in dem Orte fängt das Thai an, stark bergab
zu fallen; der Canal ist mitten durch die Stadt hinab geführt und man hat, nm die
Böte von eiuer bedeutenden, steilen und felsigen Höhe herab zn bringen, etwa 1 0
bis 1 3 Schleusen über einander angelegt. Die Umgebung ist mit zerstreuten Gebäuden,
geschäftigen Menschen, vielem Wasser, Gebüschen und schönen Waldungen
geziert, eine seheiiswürdige Stelle des Canals! Unten am Fnsse der Höhe an•
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J a c k s o n ) n icht scluiizen k o n n te , I. pag. 8 1 .
gekommen, gleitet man auf dem schönen dunkel hrauneu Spiegel durch frisches
Grün dahin, wo Wald und Wiesen abwechselu, und die hohen Tulpen-, Wallnuss-
und Sassafrasstämme ihren malerischen Schatten in dem schönen glänzenden Wasserspiegel
zeigen. Die Schleusen, deren man so eben auf eine Entfernung von 2 %
Meilen 2 1 zählte, entfernten sich nun wieder bedeutend von einander, und mau
erreicht den Fluss Cayahoga, dem der Canal bis zum S e e Erle hinab folgt. Das
Dörfchen O ld -Portage ist das erste, welcbes man auf dieser Fahrt erreicht. Es
liegt auf einer grünen in den Waldungen ausgehauenen Fläche, rundum von schö-
neu Waldhügeln umgeben. Breitblättrige Asclepias und die Phytolacca trieben jetzt
stark in die Höbe, hatten aber ihre Blüthen noch nicht entwickelt. Eiuige Meilen
weiter befand sich eine Steinmühle, wo mau Schleifsteine aus Freestone machte.
E s ist hier dieselbe Gehirgsart, die man schon jenseit Chillicothe beobachtete, die
aber bei der Stadt Akron ein gröberes Korn zeigt.
Am Morgen des kommenden Tages waren wir nur noch 5 Meilen vom See
Erie entfernt, ein Baum, den wir gegen 1 0 Uhr zurückgelegt hatteu und uus dem
Städtchen Cleveland näherten. Der meerartige Spiegel des grossen E r ie -S e e ’s
überrascht nicht wenig, wenn man aus deu waldigen Thälern heraustritt, und sem
Anblick erinnerte mich an die scbon herannaheude Seereise uach dem Vaterlande.
Dunkelblau debut sich der S e e am Horizonte aus, wie der Ocean, avo das Auge
weisse Segel uud den Bauch der Dampfschiffe gewahrte, während das schönste
Wetter und der klarste Himmel diesen Eindruck begünstigte.
Cleveland (Cliveland) ist eine bedeutende, sehr in der Zunahme begriffene
Stadt, von mehren Tausend EiiiAvohnern, voll Lehen, Handel und Gewerbe. Sie
liegt in Cayahoga oder Cuyahoga-County, ist zum Theil auf einem erhöhten Rückeu,
zum Theil unten am Flusse erbaut, und ihr äusserer Theil ist zerstreut, der Haupt-
thell hingegen in geschlossenen Strassen angelegt. S ie enthält mancherlei ansehnliche
Gebäude, mehre Kirchen, ein Schulgebäude oder Akademie, Gefänguiss, ansehnliche
Gasthöfe u. s. w . Läden und Stores sind in Menge vorhanden und der
Pr. MnximiliaB v. AV. Reise d. N .-A . 8. Bd. bO