
1) Die P u s il la -G r u p p e umfaßt M. p u s i l la und lo n g i c a u d a t a und ist durch
geringe Körpergröße, ursprünglichstes Gebiß und durch die mehr oder weniger auäger
sprochene Verlängerung des Unterschenkels, Hinterfußes und Schwanzes gekennzeichnet.
Dank der letztgenannten Eigenschaften ist wenigstens die am meisten differenzierte Form
(M. longicaudata) zum Hüpfen befähigt.
2) Die C ow a n i-G ru p p e , zu welcher M. c o w a n i , th om a s i , g r a c i l i s , c rä s -
s ip e s , wahrscheinlich auch b r e v i e a u d a t a und l o n g i r o s t r i s gehören, zeichnet sich
durch etwas einseitiger ausgebildetes Gebiß und kürzeren Schwanz aus. Einige Mitglieder
innerhalb dieser Gruppe haben sich zu mehr oder weniger vollkommenen Gräbern
entwickelt.1
3) Die gewissermaßen höchst entwickelten und zugleich größten Arten gehören der
D o b s o n i-G r u p p e an, nämlich M. d o b s o n i und ta la z a c i.
O r y z o r i c t e s . Wenn schon von Mitgliedern der zweiten Microgale-Gruppe gleichsam Versuche gemacht
werden, sich der Grabefunktion anzupassen,, so ist diese Anpassung im höheren Grade
bei der Gattung O r y z o r ic t e s 2 erfolgt: die Zehen sind mit starken Krallen versehen; das
Oberarmbein ist stärker verkürzt und verbreitert; Ulna und Radius liegen ihrer ganzen Länge
nach unmittelbar aneinander; Processus spinosi einiger der vorderen Brustwirbel sind verlängert;
die erste Rippe ist stärker verbreitert; das Manubrium sterni ist vergrößert und
mit einem Kiele versehen; der Schwanz ist kürzer, das vordere axillare Zitzenpaar fehlt
u. s. w. Außerdem ist der erste Finger der Hand verschwunden, wobei das Carpalskelett
inadaptiv geworden ist. Das Zahnsystem ist namentlich insofern höher entwickelt, als sich
ein typischer Eckzahn ausbilden kann, wenn er aüch bei der Mehrzahl der Individuen (von
O. tetradactylus) kaum die Ausbildungsstufe überschritten hat, welche von den meisten
Micr. dobsoni-Individuen erreicht wird (Textfig. XII— XVII); auch die Ausbildung der
Molaren geht etwas weiter als bei Microgale (siehe oben pag. 46). Der intime Anschluß
des Gebisses an dasjenige der kleineren Microgale-Arten offenbart sich aber in der Übereinstimmung
mancher Milchzähne.3
L im n o g a l e . Einer ganz anderen Lebensweise hat sich die dritte der Oryzorictinen-Gattungen
L im n o g a le (mit der einzigen Art L. m e r g u lu s 4) angepaßt. Sie ist ein Wasserbewohner
geworden: Füße mit Schwimmhäuten zwischen den Zehen und Schwimmborsten an den
Rändern; Schwanz stark, dick, im distalen Teile von den Seiten zusammengedrückt; Schädel
verbreitert mit kurzem und breiten Gesichtsteil, vergrößerten Foramina und nicht verwachsenem
Nasalia; die Zahnkronen der Antemolaren . sind zu . langen Schneiden ausgezogen
(siehe oben pag. 31S32, Fig. 16— 19) — somit alles Eigenschaften, welche die dem
Wasserleben angepaßten Säugetiere kennzeichnen. Hierbei ist aber zu bemerken, daß, wie
oben betreffs des Zahnsystems und Schädels nachgewiesen worden, Limnogale aus einer
Microgale-Form, welche am nächsten mit M. dobsoni übereinstimmt, hervorgegangen ist..
1 Mit Rücksicht au f das Verhalten des Humerus bei den Arten der vorigen Gruppe ist anzunehmen, daß auch
diese zu Grabfunktionen, wenn auch in geringerem Maße befähigt sind.
* Die hier gegebene Charakterisierung bezieht sich zunächst au f O. tetradactylus.
3 Für die Beurteilung: der genetischen Beziehungen der drei bisher beschriebenen Arten O .’ h o v a (Grandidier),
n i g e r (Major) und t e t r a d a c t y l u s (Milne Edwards) fehlt es mir an Material von den beiden erstgenannten.
* Forsyth Major 96 pag. 322.
L .® die größte Form in derHn$femffi<h noch größer als die Mitglieder der M. dobsoni-
Gruppe.
Die Organisation von G e o g a le a u r i t a 1 ist bisher zu unvollständig bekannt, als
daß ein endgültiges 'Urteil über ihre genealogischen Beziehungen gefällt werden könnte.
Inuhrem Äußeren findet nichts, was zu einer igenäfschen Trennung von Microgale
zwingen k o n n tSM am öfeisten ahnelfg|e '<fa ggwam Gruppe mit Schwanz von etwa halber
Kori¡erlange: auo!l in der'Schädclform stimmt.! G. mit Microgale überein. Wesentlich ver
sÄie-den von den Oryzorictiöae i | |G jSfoch i,)l dadurch, daß (nach Dobsons Angabe) die
UnteÄenkeUtnochen getrennt sind; - g durch die Beschaffenheit d e s Ä b i s J p Im Gebiß
ist gleichzeitig mit derkstarken Entwicklung des I i eine Ruckbildung; feingetreten, die sich
S fc le r (^kleinerung von B P .3 und P 3, welche .funktionslos geworden sindSowie in dem
Ausfall deljkPz, ■ und Ä äußert. Falls die hier vorgetiagene Deutung des Zahnsystems
richtig, erhalten wir somit für Geogale folgende Formel:
1 1 iflBlit I B H • • 1 ■$$$■ 4. 1 . 2 . 3 .
Das gesamte Zahnsystem bei G. hat also eine größere Übereinstimmung mit dem
der Soriciden als das irgend eines anderen Centetiden.
Sicherlich tragjfcler Umstand, daß ji|p tam o g a le nicht wie die übrigen Centetidae
Madagaskar, sondern Westäßäkä B Ä h n t , die hauptsächlichste Schuld, daß B. auch von
| j neuesten Untersuchen! j||h t als ein Mitglied delfceMetiden-Familie » a n n t worden
isftgjtehtm <i#ß P. die allopMemctiden gemeinsamen, oben angegebenen Eigenschaften,
weleh|ggjjgg Familispvon den ubogeg Insectivoren entfernt, besitzt, dürfte ¿¿eignet sein’
jeden Zw e ifa g g l entferpen, daß P. den übrigen Ilentetidae näher steht als irgend einer
andereg; Tiergruppe. Aber noch mehr! Eine Prüfung derjenigen Merkmale, durch welche
||ich P. von ,d*n übrigeiM|^tetidae untegsjiheidet, beweist unwiderleglich, daß d ie s e vom
H ° ^ U 'e'1 *’ a r c M * •ir'e n 2■ 111;8 Sp r o d u k r t® in d , h e r v o r g e r u fe n
d urch A n p a s s u n g an das W a s s e r le b e n Von diesen "leien hervorgehoben:
jH H | Ve* e.terong des .H irnsch ä äeS die Vergrößerung mehrerer Foramina, die
Lagfeund Verkleinerung des Foramen laBrymale u. s; w. ¡sind nicht im Stande, die wesentliche
ÜbebÄstimmung mit dem Schädel der Microgale — bMnders. e in e sÄ g ie n wie der
von M. dobsoni zu verhüllen. Übereinstimmung B e n b a r tH ch im Profil, in der
. ? ™ " e . E tl7 rd*. e‘ G' ’ ndidier 1 D ° b °n Sc pag. S6e E r t nachdem die vorgehenden Kapitel
H * n g; drucitt ° der fuI den Druck fert,geestellt waren, hatte ich im Hnaenm des Jardin des Planten an Paris dnreh
A r t ? Dr- Mdnäf “ x s Entgegenkommen; G e le g e « ;® d ä | (d 8 | f i zweier in Spiritus konservierter Exemplare dieser
« r t zu untersuchen.
’ metaen Untersuchungen über das Gebiß hebe ich hier hervor: I , is t viel größer als die fo lgenden'Ante-
molaren gebogen und mit starker hinterer BaSalspitze v eisehen , leb h a fg a n das Verhalten b g C d e n Ä i i i ia e n erinnernd.
t r c I T '" ’ " f " ähnliCl' aber klei” e r ’ | P H » mit den entsprechenden Zähnen bei Limnogale überein-
i B B S m — 3 s,nd sta_rk rückgebildet, funktionslos, mit langer Kro n e , P a fehlt. P “4 is t groß, molarartig, etwa
vorn hhcrogale cowani. —- Von den Schneidezähnen des Unterkiefers is t I 3 verschwunden. 1 r, I s, C sind stark nach
i B B D H B B n H f l * * hat Ct" 'a dieselbe Form T u n d C, aber is t stark reduziert
und völhgrfunktionslos, P 4 und M summen wohl am besten mit den entsprech end^ Zahnen « L im n o g a l e überein.
Miln.' n ¡ H H ? ? • ■ hat § t e etwas M d w , aberjjid enfalls verfehlte Auffassung der Zahnhomologie-bei Geogale H H f f l M i i i iB M i aba" ihrer Formel das Vorkommen. . « drei unteren] Schneidezähne an
was jedenfalls nur ein Schreibfehler ist.
Geogale.
P o t a m o -
g a 1 i n a e.