
Reisenden gemachte Erfahrung, daß diese Schakale ocream, caleôè et alia ex corio facta abstulere.
Wenn man nun die Reiseroute Kaempfers verfolgt, so kann mit dem litus Caspium aber nur die
Süd-, resp. südwestliche Küste, vor allem die Umgebung von Baku gemeint sein. Somit haben wir
nun 2 Fundorte für den L i n n é sehen C. aureus, nämlich die Umgebung von Baku und den mons
Bennà. Was der mons Bennà ist, ist nach freundlichen Mitteilungen von Herrn Prof. G e r l a n d
nicht mehr zu ermitteln. Aber nach Kaempfers Angabe liegt er in der Persischen Provinz Lar, auch
hat Kaempfer vom nions Bennà in Südwesten den mons Ginau gesehen, einen Berg, (len auch die
heutigen Karten noch in der Provinz Lar nordwestlich von Bender Abassi verzeichnen. Sollten
also an den beiden genannten Orten wirklich 2 verschiedene Formen von C. aureus forkommett,
was jedoch kaum anzunehmen ist, so wäre eine von diesen als G. aureus typicus L. zu bezeichnen.
Nun besitzt die Straßburger Sammlung 2 Wildhunde, g* und Ç, welche Herr Prof. D ö d e r-
1 e in 1901 von Hoffmann mit der Fundortangabe Talysch für diese Sammlung erwarb. Talysch
ist aber das Gebirge am südwestlichen XJfer des kaspischen Meeres, gerade die Gegend, wo Kaempfer
seinen lupus aureus besonders zahlreich gefunden hat. Auf diese Tiere paßt in der Tat, wie man
aus nachfolgender Beschreibung entnehmen mag, die Bezeichnung „aureüs“ ganz vortrefflich. Ich
sehe sie daher als G. aureus typicus L. an.
Beschreibung des Canis aureus vom Talyüch, nach den Exemplaren der Straßburger Sammlung.
1. Das Männchen. Die Grundfarbe ist ein schönes Goldgelb, das besonders auf der Ohräu'ßen-
seite, auf dem Scheitel zwischen den Ohren und auf den Hinterbeinen oberhalb der Hacken einen
Stich ins Rote (braunrot) bekommt. Ähnlich, wenn auch nicht ganz so lebhaft rot ist die Außenseite
der Extremitäten und der Nasenrücken gefärbt. Nur die linke Vorderextremität läßt oberhalb des
Handgelenkes auf der Vorderseite einen-2 cm langen sehr schmalen Streifen schwarzer Haare erkennen.
Die Haare des Nasenrückens und der Stirn zeigen kurze schwarze Spitzen. Auch zieht unterhalb
des Auges etwa bei den Tasthaaren beginnend bis zum Ohr eine deutlicher Streifen‘schwarzer Haare.
Die Ohräußenseite Und der Nacken hat keine schwarzen Haare. Die Haare deö Ohrinnern sind
weißlichgrau. Die Schnauzenspitze unter und neben'der nackten Nasenkuppë, ein breiter Streifen
an den Lippenrändern und die Kehle zeigen ein stumpfes Grauweiß (kein reines leuchtendes Weiß).
Doch ist die Farbe nirgends gegen die goldgelbe Farbe der übrigen Teile scharf abgesetzt. Die Farbe
der Lippenränder hat auch die Kinnspitze, sonst ist das Kinn noch etwas dunkler. Die Häls- und
Körperseiten zeigen ein etwas matteres Goldgelb als der Nacken.- Die Halsunterseite bekommt
wieder einen weißlicheren Ton. Gegen die Brust hin zieht über den Hals ein breites schwarzes Band,
das vor und oberhalb der Schulter beginnt. Etwas vor diesem ist noch ein zweites undeutlicheres
Halsband zu erkennen. ' Der Bauch zeigt den goldenen Farbenton der Grundfarbe, aber in einer sehr
hellen Nüance. Die Innenseite der Extremitäten hat die Farbe der Kehle. Die Füße sind sehr hell,
gelblich. Der Rücken zeigt sehr viel Schwarz, das am Nackenansatz beginnend, hinter der Rückenmitte
am stärksten wird. Auch die Seiten zeigen viel Schwarz, das ziemlich tief hinabgeht und nach
unten undeutliche, kurze (5— 6)-Längsstreifen bildet. Quer über den Oberschenkel von der Schwanzbasis
nach den Knieem zieht ein gut ausgebildetes schwarzes Band: - Der Schwanz ist goldgelb mit
schwarz gescheckt, ein eigentlicher Basalfleck fehlt, doch ist an seiner Stelle das Schwarz viel kräftiger.
Die Schwanzspitze selbst fehlt dem Exemplar.
Die Behaarung ist dicht, ziemlich harsch. Die Grannen sind auf dem Rücken besonders in
der Gegend der Schulterblätter sehr lang, eine Art Mähne bildend. Sie erreichen hier eine Länge
von 70 mm. Sie haben eine weiße Basis, darauf folgt ein schwarzer, dann ein gelber Ring ( und
schließlich eiherschwarze Spitze, Die Unterwolle ist reichlich, sie hat eine graue Basis, die nach der
Spitze mehr ins Goldgelbliche: übergeht, Die Ohren sind klein und dreieckig und stehen zum Kopf
ungefähr im selben Verhältnis wie bei einem guten Spitz.
2) Das Weibchen zeigt dieselbe Farbe wie das«?, nur etwas matter, besonders sind die roten
Farbentöne, wenn auch an denselben Stellen ausgebiidet, doch nicht ganz so lebhaft als beim Männchen.
Auch ist viel weniger Schwarz vorhanden und die Bänderung sehr undeutlich, wenn auch noch schwach
erkennbar ausgeprägt, Die Vorderextremität zeigt keine schwarze Marke auf der Vorderseite. Der
Schwanz ist' bei diesem Exemplar vollständig. Er ist ZügespitZt, reicht über den Hacken hinaus,
ohne jedoch die Erde zü berühren. Seine Spitze, ist schwarz, doch zeigen sich darin einige (8—9)
rein Weiße Haare, (Ar.iu.-)* Sonst gilt von der Farbe das schon beim j* gesägte.
Daraus, daß sich nur am linken Vorderbein e|eC|§f' eine schwarze Marke zeigt, möchte ich
schließen, daß diese normaler Weise überhaupt fehlt. Ihr erwähntes Auftreten zeigt aber, wie
schwankendBlChe Charaktere sind. Vgl. p. 59
Beschreibung der Sehädel. (Fig. T. II Fig. 7). Die Schädel sind bei aller Ähnlichkeit trefflich
geeigne|jdie Alters-, resp. Geschlechtsunterschiede'-zu zeigen. Der Schädel des Weibchens (T. II,
Fig. 4i) (Anm.8) zeigt einepfhächtig entwickelten Hirnschädel, mit senkrecht ansteigenden Wänden und
flachgewölbtem Dach. DierSchläfenenge ist gut eingeschnurt. H>ie Strecke von da bis zu den Post-
orbitalfOrtsätzen ist kurz. Crista und Supratemporalkämme sind nicht sehr kräftig entwickelt. Das
Äifnfeid (isS:. 29) ist sehr breit, die sehr stark abwärts gebogenen Postorbitalfortsätze (T. 7, Fig. 7c)
sind sehr läng und kräftig, Median ist das Stirnfeld schwäch eingesenkr, in der Gegend der Wurzel:
der Nasalia ist eine ganz schwache quere F.hisaulung (T. II, Fig. 7c) bei genauer Betrachtung bemerkbar.
Der Anfang der Nasenbeine liegt ziemlich weit hinter dem Ende der Maxillenförtsätze. Die Nasalia
sind stark nach hinten /.«gespitzt, sie zeigen in der Gegend, wo sie an die Maxille stoßen, eine schwache
qtiere Einsattlung (T. II, Fig. 7c), Die obere Kante der Maxillarf ortsätze ist gegen die Mittellinie der
Nasalia stark erhöht. Da die Maxillaria Vor den Orbitae feitlich etwas eingesenkt sind, (T. II, Fig. 7a)
entsteht nach öbenSne sOharfe Kante, welche • den SchuänZeniüoken deutlich von den Seitenteilen
trennt.' Die Nasalia reichen verhältnismäßig weit hach Vorn, und das Nasenrohr erscheint nicht
sehr hoch. Die Einschnürung vor den Foiamina ihfraorbitalia ist nicht stark. Die Kieferränder
sind hach vöfne ein wenig genähert. Die Jochbogen sind nicht-weit aüsgebogen. Das Hinterhauptsdreieck
ist sehr breit und wenig eingeschnürt, oben abgerundet. Die Bullae f ehlen diesem Exemplar.
Anm. ,1 : loh weiß nicht ob und w iew e it die .weißen Haare GharaKtenstjlium' :ii: diese A r t sind. S e i einem Pelz-
Ifändler habe ich eine große Zahl Sohakairdlc gesehen, die aus Südrußland stammen sollten. Sie stimmten mit den hier beschriebenen
in der Farbe überein und zeigten auch emen Büschel weißer Haare in der Sehw an z sp feA Jedoch scheint dieses Merkmal
wenigstens- nach -meinen Erfahrungen bei anderen Wildhunden ein sehr inkonstanter Charakter zu sein.,. Schon bei unseren
Füchsen ändert die Ausdehnung des Weiß an der Sehwanzspitze und kann sogar völlig fehlen. Dasselbe ist ja auch von ih j dingo,
lateralis etc. bekannt.
Anm. 2: In der Straßburger Sammlung habe ich die beiden Schädel gerade mit der entgegengesetzten Geschlechtsangabe
vorgefunden, als ich sie hier gebe, d. h. das hier von mir als Weibchen bezeichnete Tier trug das Zeichen c f . Nun habe ich
aber während einer längeren Beschäftigung mit Gänidenschädeln gefunden, daß gerade das ? gewöhnlich einen breiteren
(besondere in der Gegend des Stirnfeldes) und kürzeren Schädel hat, mit stärker eingesatteltem Nasenrücken, einem schwächeren
Gebiß. Diese Merkmale werden wir aber im folgenden gerade bei dem hier als e r bezeichneten Schädel finden. Ich glaube
deshalb, daß mit den beiden Schädeln, die schon, bevor sie an unsere Sammlung kamen, aus den Bälgen herausgenommen
waren eine Verwechselung vorgekommen ist. Deshalb habe ich hei meinen Ausführungen für diese 2 Schädel die Geschlechtsangaben
nicht gegeben, wie sie in der Sammlung sind, sondern wie ich sie für richtig halte. Der von mir als e r erkannte
Schädel , stimmt gut mit einem in der Straßburger Sammlung befindlichen von C. aureus aus Manducotte auf Ceylon “ herein.
Während das ? einem Schädel dieser Sammlung gleicht,"'der aus Jaffa in , Palästina stammt, und keine Geschlechts-
angabc’ trägt.