
e. C. doederleini Hilzh.
Zur Untersuchung lagen mir vor:
■1.' o* aus Ägypten W. Schimper 1837 ad. (Typus)* ^ ü I MMHHHI , . . . H l ! r ^ Alle 3 mit Schädeln, der zoolog.
2. $ aus Nubien „ „ 1849 iuv. \ a , «x oi. ¡PH . ( Sammlung zu Straß bürg gehörig.
3. $ aus Ägypten „ „ 1855 ]uv. J
4. 1 Schädel aus einem Felsgrabe bei Abu Roasch von G. Schweinfurt, dem Museum zu Berlin
• gehörig.
5. Ein Schädel No. N. W. F a j u m, dem Museum in München gehörig.
Es ist dies der größte, bisher bekannte ägyptische Wildhund. Er steht an Größe dem Wolfe
nicht nach, und es ist nicht ausgeschlossen, daß er den älteren Autoren bekannt war, nach welchen
der Wolf sich auch in Nordafrika finden sollte.
1. Beschreibung de r Schädel.
Die Beschreibung des Schädels des erwachsenen Tieres (T. VI u. VII, Fig. 14a— g). Der Schädel
hat merkwürdig gefällige, angenehm abgerundete Formen, ohne starke Leisten und Kanten. Er ist langgestreckt
und hat einen verhältnismäßig kleinen Hirnteil. Die schön gewölbte Hirnkapsel (T. VI, Fig. 14a)
ist in der Schläfengegend nur mäßig eingeschnürt, davor verbreiten sich die Wände stark nach vorn.
Er hat somit sehr kräftig entwickelte Stirnhöhlen, auf denen die stark gebogenen, nicht eben langen
oberen Schläfenleisten verlaufen. Doch ist der Hinterrand der Postorbitalfortsätze nach vorn
gerichtet. Die Crista ist einheitlich, kräftig, die Hinterhauptsschuppe stark nach hinten ausgezogen.
Das Stirnfeld ist median kaum eingesenkt, aber schön gleichmäßig nach dem langgestreckten Stirnabsatz
(T. VII, Fig. 14c) gewölbt. Der Nasenrücken hat einen starken Qüersattel. Vor dem Reißzahn
ist die Schnauze stark eingeschnürt und nach vorne gleichmäßig zugespitzt, ohne die bei den Wölfen
vorhandene Einschnürung in der Mitte mit nachfolgender Verbreiterung am Eckzahn zu zeigen.
Sie hat schön gewölbte, nicht hohe Seitenränder und breiten Rücken, erscheint also ziemlich niedrig,
breit und flach, sodaß sich in der Schnauzenbildung der Schädel leicht von allen Wölfen unterscheidet.
Die Ohrblasen (T. VI, Fig. 14b) sind auffallend groß und stark aufgetrieben. Diese Größe der Bullae
trennt den C. doederleini von allen anderen Wildhunden. Ihr Längsdurchmesser ist fast V5 der
Basilarlänge, ein Verhältnis, das sich kaum bei einem anderen Wildhund von dieser Größe findet.
Die Zahnreihe (T. VI, Fig. 14b) ist stark geschwungen, da die ^ und die Prämolaren stark genähert
sind und der Gaumen zwischen dem Hinterrand der Reißzähne sehr breit ist. Die starke Biegung
der Zahnreihe zeigt sich auch darin, daß der obere Reißzahn mit seinem Hinterende nach außen rückwärts
über das Vorderende des ^ hinausgeschoben ist. Eine Zahnstellung, die mir sonst bei keinem
anderen Caniden bekannt ist. Die Eckzähne sind schwach und wenig gebogen, ähnlich wie sie ein
oberindischer Wolf der Münchener Sammlung hat. Der Hinterrand des aufsteigenden Unterkieferastes
(T. VII, Fig. 14f) zeigt etwas nach rückwärts, aber nicht so stark wie der Oberrand. Daher
erscheint der aufsteigende Ast oben zugespitzt. Der Angularfortsatz bildet mit dem untern Unterkieferrand
einen starken Winkel. Er ist kräftig entwickelt. Unterer und oberer Unterkieferrand
verlaufen fast parallel, sodaß der Unterkieferkörper nach vorn kaum an Höhe abzunehmen scheint.
Dafür ist die vordere Begrenzungslinie bei Ansicht von vorn (T. VII, Fig. 14d) sehr steil aufgerichtet,
so daß der Unterkiefer eine ganz eigenartige Gestalt hat. Der große m2 (T. VII, Fig. 14g) zeigt eine
merkwürdige, rechteckige Form. Er hat 4 starke Spitzen.
Der Schädel N. W. F a j um , des Museums zu München, schließt sich in jeder Weise
an den vorhergehenden an. Der einzige Unterschied liegt vielleicht darin, daß die Stirnhöhlen nicht
ganz so mächtig entwickelt sind. Nun ist der Schädel zwar kleiner, die Schnauze erscheint feiner.
Dieses scheint mir im Verein mit der relativen Länge der Basifacialachse, der Gesichtsteile und der
geringeren Größe der Zähne ein Weibchen anzudeuten. Leider fehlt die Geschlechtsbezeichnung.
Für die Verbreitung des C. doederleini ist diese Fundortangabe N. W. F a j u m wichtig.
Der Schädel des jungen Wildhundes aus Nubien $ der Straßburger Sammlung ist ein wenig
älter, nach dem Gebiß zu urteilen, als der unten besprochene junge C. sacer (Typus) des Berliner
Museums, ih ist fertig entwickelt. Die mittleren i sind noch nicht ganz heraus. Daraus läßt sich
schließen, daß das Tier am Anfang des 5. Monats steht. Er hat ungefähr die Größe eines gleichaltrigen
Neufundländers unserer Sammlung. Er wird also ebenso groß werden, als der zuerst beschriebene
Wildhund des Straßburger Museums. Er hat auch schon ganz die Form dieser Art, soweit
sich bei der großen Jugend darüber etwas sagen läßt: die starke quere Naseneinsattelung, die großen
Ohrblasen, die eigentümlich geschwungene, nach hinten stark genäherte Form des Oberkieferrandes,
der ja der Form der späteren Backzahnreihe entspricht,- sind schon jetzt angedeutet. Da die seitliche
Oberkieferwand etwas verletzt ist, ist erkennbar, welcher ebenso wie der Pi_ und der h die Gestalt
und Größe, wie wir sie beim Typus fanden, hat. Der pj ist noch nicht ganz heraus.
2. Beschreibung de r Bälge.
1. Beschreibung des Balges des erwachsenen Männchens: Die Grundfarbe ist ein sandfarbenes
Braungrau mit sehr viel Schwarz auf dem Rücken, Körperseite und Oberschenkel. Auf dem Rücken
ist es besonders hinten in schwachen Flocken angeordnet, sonst in alleinstehenden Haarspitzen.
Das Schwarz beginnt auf den Halsseiten, nur eine sandgelbe Stelle hinter den Ohren freilassend,
und zieht von da nach rückwärts, nur durch ein sandgelbes Band hinter den Schultern unterbrochen,
das auf der Rückenmitte sich nicht ganz mit dem der ändern Seite vereinigt. Von dem Schwarz des
Halses gehen 2 Bänder über die sonst hellsandfarbene Halsunterseite und Brust. Das hintere,
unmittelbar vor den Schultern über die Brust ziehende ist gerade. Das vordere ist \/-förmig, mit
der offenen Seite nach vorn. Es beginnt dort, wo am Halse das Schwarz beginnt. Die Extremitäten
sind etwas dunkler gelb als der Körper. Die Füße und Innenseite der Glieder sind heller. Auf der
Vorderseite der Vorderbeine findet sich über dem Handwurzelgelenk eine kurze, aber breite, schwarze
Marke, die, als ein schwacher Schatten im Schultergelenk beginnend, die ganze Vorderseite der
Vorderbeine hinabläuft. Der Schwanz ist sehr dunkel, da jedes Haar eine schwarze Spitze hat. Er
hat einen deutlichen Basalfleck und schwarze Endspitze. Er ist sehr kurz, d. h. er reicht nur
wenig über die Hacken hinaus. Ein Verhalten* das die beiden Jungen auch zeigen. Die Unterseite
des Körpers ist etwas heller sandfarben, der Bauch weißlich. Das Kinn hat eine dunklere,
bräunliche Spitze. Diese Farbe scheint auch ■' ein schmaler Streifen an 'den Lippenrändern gehabt
zu haben. Leider sind diese arg verschmiert. Sonst ist ein breiter Streifen an der Oberlippe
und ebenso die Backen weißlich. Doch ist auf diesen zwischen dem hinteren Augenwinkel und Ohrrand
ein breiter, schwarzer Streifen, der vom Ohr weit nach abwärts geht. Einzelne schwarze Haare
finden sich schon unterhalb der Augen. Die Stirn ist dunkelgraubraun mit vielen schwarzen Haarspitzen.
Der Nasenrücken ist bis tief hinab auf die Seiten rotbraun. Die Ohren sind außen ledergelb,
nach der Mitte zu etwas mehr rotbraun mit vielen schwarzen Haarspitzen, innen haben sie spärliche
grauweiße Haare.
Zoologien. Mett 63. ?