
beiden Luftrohre, nachdem er vorher noch etwas angeschwollen ist, in zwei Ganglienarme
aufzulösen“ . Zu der Beschreibung G r ä b e r s (1875, P- 54) bemerke ich, daß sich der Nerv
bei der Feldgrille in keiner Weise anders verhält als beim Heimchen.
3. Das Subgenualorgan.
Die Lagerungsweise des Subgenualorgans haben wir bei den Locustiden zur Genüge
kennen gelernt. Auch die Formunterschiede sind unbedeutend und leicht verständlich, denn
die etwas abweichende Gestalt und Stellung des Grillenorganes ist hauptsächlich auf s.eine
schwächere, weniger Raum beanspruchende Ausbildung zurückzuführen. Es liegt, wie schon
bemerkt wurde, intratympanal in der Höhe des Chitinwulstes der vorderen Beinwand und
„füllt den Raum zwischen großer Trachee und äußeren Beinseite fast vollständig aus, nur
eine kleine, dreiseitige Pyramide zwischen der Tracheenwandung und einem Teil der Hypo-
dermis freilassend“ (H e rb ig p. 711). Diese Angabe ist so zu verstehen, daß der Rand des
lE s d ü .
Subgenualorgan im Beinquerschnitt von oben gesehen.
B IG Blutkanal.
E s ch l Gruppe distal gerichteter, an der Hypodermis
liegender Endschläuche, deren Sinneszellen
mehr proximal liegen (vgl.Taf.V, Fig. 28 S Z j/i ).
C hW Chitinwulst der vorderen Bein wand.
J Insertionsstelle der Endschläuche.
J N Integumentaler Nerv.
S Z i Sinneszellenreihe des eigentlichen Subgenual-
Organs.
S Z u Gruppe scolopophorer Sinneszellen au f den
Endfasern.
T N Tympanalnerv.
T ex tfig. 15.
scheidewandartig in fast horizontaler Stellung im Blutkanal ausgespannten Organes ringsum
mit der Bein wand und innen mit der Trachee kontinuierlich verwachsen ist und sich nur
an der hinteren Beinseite, da wo die äußere Wand der Trachee an den Trommelfellrand
tritt, von ihr loslöst. Hierdurch entsteht eine kleine dreieckige, von der Trachee, der
Trommelfelleinfassung und dem Organrande begrenzte Öffnung (Textfig. 15 B1C) zum Durchtritt
des Blutes und des integumentalen Sinnesnerven. Es ist jedoch zu erwähnen, daß trotz
der engen Verbindung des Organes mit der Trachee, der innerste, der Tracheenwand
parallel laufende Endschlauch immer noch 30 fi von ihr entfernt liegt; die Befestigung wird
allein durch die Organhülle hergestellt.
Wie bei den Locustiden durch die Einschiebung des Zwischenorganes eine Entfernung
des Subgenualorganes von der vorderen Beinwand erzielt wurde, so wird es bei
den Grillen durch den Chitinwulst nach innen gedrängt. Neben diesem liegt das vordere
Ende der subgenualen Sinneszellenreihe, die von hier aus, in proximaler Richtung etwas
ansteigend, nach der äußeren Beinwand läuft und an ihr weiter nach hinten bis zur Teilungsstelle
des Subgenualnerven zieht. Weiter nach der Anheftungsstelle zu liegen die Sinneszellen
nicht mehr in geordneter Reihe. Außen bilden sie eine einfache, vorn eine Doppelreihe;
von dem „retortenförmigen, dicht und regellos gelagerten“ Sinneszellenhaufen der
Vorderseite, den G r ä b e r und H e r b ig beschrieben haben, gehört ein Teil nicht mehr dem
Subgenualorgan an. Herbig hat z. B. in seiner Fig. 15 (Taf. XXX) in den „proximalen
Ganglienarm“ 35 Zellen eingezeichnet, obwohl er konstatiert hat, daß nur 20 subgenuale Endschläuche
vorhanden sind.
Die Anheftungsstelle der Endschläuche befindet sich an der hinteren Beinwand und
liegt höher als die Sinneszellen. Sie nimmt eine schmale, 60 p. lange Integumentpartie ein,
die in der Höhe des Trommelfellendes beginnt und schräg von oben und außen nach unten
und innen liegt (Textfig. 15 J).
Die Endschläuche (Taf. V, Fig. 28) laufen anfänglich alle eine kurze Strecke in
distaler Richtung am Integument entlang, biegen dann gleichzeitig nach dem Beinlumen um
und wenden sich, in einer Schicht nebeneinander liegend, in gradem Verlaufe ihrer Anheftungsstelle
zu. Die freie Fläche des Organes steigt demnach von vorn nach hinten zu
etwas an und außerdem macht sie (nicht die einzelnen Endschläuche) eine leichte Drehung
in dem durch die Richtung der Anheftungsstelle gegebenen Sinne aus der horizontalen Lage
seiner vorderen Region in eine nach hinten immer deutlicher werdende Schrägstellung.
Mit diesem regelmäßigen Endschlauchsystem ist der Vorrat an scolopoferen Endorganen,
die dem Subgenualorgan züzurechnen sind, nicht erschöpft. Wir finden außerdem
noch eine k le in e G ru p p e von S in n e s z e lle n , d ie m e r kw ü rd ig e rw e is e im O rg a n
s e lb s t , in nächster Nähe der Anheftungsstelle, auf der proximalen Seite der zu Endfasern
ausgezogenen Kappenzellen und zw is ch en den von A d e lu n g so bezeichneten a c c e s s o -
r is c h e n Z e lle n l ie g e n (Taf. V, Fig. 28 und Textfig. 15 SZjj). Ihre Endschläuche sind
sehr kurz und unregelmäßig gelagert und inserieren gemeinsam mit den anderen an der
hinteren Beinwand. Wie diese Endschläuche innerviert werden, habe ich nicht eruieren können.
Ferner ist mir ü b e r dem o b e re n E n d e d e r A n h e f t u n g s s t e l l e u n d e tw a s
n a ch a u ß en von d e r s e lb e n ein u n g e o rd n e te r K om p le x von S in n e s z e lle n aufgefallen,
die mit dem Fasergeflecht des hinteren Astes des Subgenualnerven in Verbindung
stehen. A u s ih n en g e h t e in e A n z a h l s c h w a c h e n tw ic k e lt e r s c o lo p o fe r e r End^
S ch lä u ch e h e r v o r , d ie , t e i lw e is e v ö l l i g g e s t r e c k t , in d is ta le r R ic h tu n g an
d e r B e inw a n d e n t la n g la u f e n , so daß das stiftförmige Körperchen vertikal steht (Taf. V,
Fig. 28 SZ111).; , Nach vorne zu suchen sie Anschluß an die horizontal verlaufenden End-
schläuche zu nehmen. Es ist wahrscheinlich, daß diese Endschlauchgruppe dem von mir
aufgefundenen subgenualen Nebenorgan der Locustiden homolog ist (Textfig. 15 Eschl).
Die Untersuchung der h i s to lo g is c h e n V e r h ä l tn is s e des S u b g e n u a lo r g a n e s
ergibt eine auffallende, aber nicht unerwartete Identität mit dem Locustidenorgan. Vergleichen
wir die beiden Figuren 21 (Taf. IV) und 28, so erscheint uns eine neue Beschreibung
unnötig, doch will, ich wegen der Bedeutung des Gegenstandes, und um einige Unterschiede
hervorheben zu können, eine kurze, zusammenfassende Übersicht geben.
Das Organ besteht aus den Endschläuchen, den accessorischen Zellen und der Organhülle.