
Ellipse, deren längste Dimension der Vertikalachse der Tibia entsprich#|Grab er 1875, P-5)-
Sie beginnen ca. 100 n unterhalb der oberen Kapselspitze, nehmen also nicht die ganze
innere Kapsel wand ein, wie G r ä b e r angibt. Auch die von ihm konstatierte Kongruenz der
Trommelfelle trifft nicht ganz zu, denn ich habe das vordere immer etwas länger gefunden
(950 ^ bei Dect. verr.) als das hintere (900 |x). Ihr Breitendurchmesser, beträgt 440 ¡x. Ein
ausgeprägter Trommelfellrahmen, wie wir ihn bei den Acridiodeen kennen gelernt haben,
fehlt hier; eine Anlage zur analogen Rahmenbildung ist jedoch nicht zu verkennen, denn
an der Innenseite biegt sich die Kapselwand, ehe sie in das Trommelfell übergeht, erst ein
wenig nach außen heraus (Fig. 20 R). Was für ein Gebilde von G r ä b e r für den „dicken,
wulstförmigen Rahmen, der bei Decticus ganz unbeschädigt vom übrigen Integument losgetrennt
werden kann“, gehalten ist, kann ich mir nicht erklären, auf jeden Fall ist die
Beschreibung unrichtig, und ebenso unzutreffend ist seine Angabe, daß das Trommelfell
uhrglasförmig in das Bein eingesenkt sei.
Wie bei den Acridiodeen ein großer Teil des sonst glasklaren Trommelfelles durch
eine dickere Cuticula und pigmentierte Matrix ausgezeichnet ist, macht sich auch hier in
der äußeren Längshälfte eine solche Partie in der Aufsicht als ovaler, undurchsichtiger
Fleck kenntlich, welchen eine durchsichtige, sehr dünne innere Zone halbmondförmig umgibt.
Unabhängig'von diesen Zonen trägt das Trommelfell (aber nur bei Imagines) .an der
medianen Fläche, mehr dem äußeren Rande zu, eine schmale Chitinleiste, welche in einer
nach innen konvexen, der inneren Beinseite annähernd parallelen Linie verläuft (Fig. 20 TrL);
wir wollen sie als T r om m e l f e l le is t e bezeichnen. Bis zu dieser Leiste liegen die Trommelfelle
fast parallel, in graden, ein wenig nach unten und außen konvergierenden Ebenen.
Darauf wenden sie sich in einem mehr oder weniger scharfen Knick, je nach der Breite
der äußeren Beinwand, in grader Richtung ihrer äußeren Einfassung zu.
Die Entfernung der Trommelfelle voneinander beträgt an ihrem proximalen Ende
400 jx, am distalen 250 ¡m. In der Mitte der Tympanalregion liegen sie am Innenrande 300 jx,
außen 320 p und an der Leiste 200 jx auseinander.
C. Vom inneren Bau der Tibia.
Im oberen Ende der Tibia werden durch die seitlichen Verwachsungen der zentralliegenden
Trachee mit der Beinwändung zwei gleichfalls in der Längsrichtung des Beines
verlaufende Kanäle abgegrenzt, welche vom Knie bis zum distalen Ende der Tympanalregion
nirgends in direkter Verbindung steheri und im Bereiche der Trommelfelle ganz streng voneinander
geschieden sind: Zwischen der Trachee und der Außenwand des Beines liegt ein
blutführender Kanal, und an der Beugeseite der Tibia sind Muskeln, Sehnen und Nerven
in einem röhfenartigen Hohlramn eingeschlossen; wir bezeichnen sie hiernach mit G r ä b e r
als Muskelkanal und Blutkanal.
D e r M u sk e lk a 'n a l (Taf. III, Fig. 20 MK) ist in der Kniegegend sehr' weit und
unvollständig abgegrenzt, er nimmt aber schnell die Form einer engen und geschlossenen
Röhre an, welche der inneren Beinwand so dicht anliegt, daß diese zugleich die innere
Wand des Kanales bildet. In der Tympanalgegend erweitert er sich nach unten zu allmählich,
ohne jedoch' seinen geschlossenen Charakter zu verlieren. Seine äußere Wandung besteht
im supratympanalen Abschnitt aus straffem Bindegewebe, zwischen den Trommelfellen wird
sie von der rinnenartig ausgehöhlten und stark chitinisierten Innenwand der Trachee gebildet.
Der Kanal umschließt den Tibial- und Tarsalnerveh (Fig. 20 TibN und TarsN), eine
starke Sehne (S) und in den erweiterten Partien mehrere Tarsalmuskeln (M).
Für uns ist es nun vor allem von Wichtigkeit, den Verlauf und die Form der Trachee
und des Blutkanals kennen zu lernen.
D ie T r a c h e e (Taf. IV, Fig. 19 Tr), welche im Femur drehrund ist und zentral verläuft,
erleidet innerhalb der Tibia verschiedene Veränderungen ihrer Form und Lage, ohne
daß ihr Lumen eine irgendwie bedeutende Zu- oder Abnahme erfährt. Selbst nach ihrer
Teilung innerhalb der Tympana sind die beiden Äste zusammen' kaum umfangreicher als
die Stammtrachee.
Wenn wir uns die Beinstellüng vergegenwärtigen, welche wir für die Topographie angenommen
haben, so durchzieht die Trachee den Femur vom Rumpf nach außen in horizontaler
Richtung bis zum Kniegelenk. Hier heftet sie sich an die äußere Wand der Tibia
durch Verbindung ihrer Matrix mit der .Hypodermis des lntegumerites. Dann biegt sie nach
unten um, indem sie von der Außenwand wieder abrückt und sich allmählich nach innen
wendet. Die Verbindung mit der Beinwand bleibt aber bestehen und zieht sich in dem
Maße wie sich die Trachee von der Außenwand entfernt bandartig, nach der hinteren
Beinseite. G r ä b e r (1875, P- 35) hat diese Verbindungen als Traeheensuspensorien beschrieben.
Gleichzeitig geht die Trachee mit der vorderen Beinwand, und weiterhin auch
ihre innere Wand mit dem Muskelkanäl 'eine bindegewebige Verbindung ein, und damit ist
der äußere Blutkanal abgegrenzt. Zu den von allen späteren Forschern wiederholten Angaben
S ie b old s. (1844,' p. 72) und besonders zu der Beschreibung G r ä b e r s (p. 29) muß ich
bemerken, daß die Trachee weder im Knie eine Verengerung erleidet,, noch unterhalb des
Knies über der Tympanalgegend eine Anschwellung zeigt; im Gegenteil habe ich durch
Messungen konstatiert, daß sie vom Knie bis zum Beginn der Trommelfellkapseln allmählich
etwas enger wird und sich dann wieder verbreitert, um den Raum zwischen den Kapseln
auszufüllen.
. Über den weiteren Verlauf der Trachee sowie über ihr Verhältnis zur Umgebung
kann man sich nur an Querschnitten orientieren. Durchmüstern wir diese in distaler Richtung,
s.o sehen wir, daß die Trommelkapseln zuerst zü beiden Seiten der.äußeren Tracheenwand
als kleine Chitinringe auftreten und sich weiterhin nach der inneren Beinwand zu
zwischen Trachee und Integument erweitern, so daß die Trachee zwischen ihnen zu liegen
kommt. Sobald die Trachee von oben her in den Bereich der Kapseln getreten ist, flacht
sich ihre äußere, dem Blutkanal zugekehrte Wand ab. Ihre vordere und hintere Wand steht
.zunächst mit den Kapseln durch kurze Suspensorien in Verbindung und schmiegt sich ihnen
resp. den Trommelfellen fernerhin dicht an. Hieraus ist zu entnehmen, daß die Trachee
im Tymparialbezirk vierkantig ist und sich auf Querschnitten als Rechteck präsentiert.
Innerhalb der Tympana nimmt die Trachee eine ganz bestimmte typische Form an, die ich
kurz in folgender Weise zusammenfässen will: D e r im g a n z e n v ie r k a n t ig e T r a c h e e n stamm
m a ch t u n g e fä h r von d e r M it te d e r T r om m e lfe lle ' ab e in e s a n f t e und
g le i c h m ä ß ig e K rüm m u n g n a ch a u ß en . Die äußere Warid ist flach und infolge der
Krümmung in ihrer Längsrichtung nach innen eirigebögen, während die in derselben Rieh