
Ihre Seiten gehen in schöner Rundung in die Becke über, sodaß die Schnauze fast den Eindruck eines
Halbzylinders macht. Diese ganze Ausbildung charakterisiert den Schädel außerordentlich soharf
vor allen anderen Caniden. Ferner erscheint der Gesichtsteil außerordentlich lang. Die Cristen-
ausbildung ist dieselbe wie die bei C. riparius. Das Stirnfeld ist fast ganz eben. Median ist es kaum
eingesenkt, auch sind die Postorbitalfortsätze kaum abwärts gebogen. Eine Stirnfurche ist vorhanden.
Die Nasenwurzel liegt vor dem Anfang des Oberkiefers. Die Bullae sind außerordentlich hoch.
Sie erscheinen fast dachförmig, nur daß die Seiten, die sie einander zukehren, etwas gewölbt sind.
Hier haben sie auch keine scharf ausgeprägte Ecke. Sie sind gekielt. Die sind sehr breit. Die
Zähne sind etwas abgenutzt, sodaß das Tier für ausgewachsen, angesehen, werden muß. Das Hinterhaupt
fehlt.
Der Unterkiefer bietet keine; Besonderheiten. Der Oberrand des aufsteigenden Asf'es bildet
nach vom und hinten je eine Ecke. Der Hinterrand ist gerade und läuft fast parallel mit dem
Vorderrand, inj ist sehr groß. Die Prämolaren stehen sehr dicht, pj fehlt ohne Spur einer Alveole.
Der iiij ist stark abgekaut, er scheint vierspitzig gewesen zu sein.
2. Der Stuttgarter Schädel zeigt kaum einen Unterschied. Nur ist der Gesichtsteil, besonders
die Schnauze auffallend viel breiter und kürzer. Es ist dies wohl gleichzeitig eine Folge des Geschleqtiip
Unterschiedes und der G e f a n g e n s c h a f t Das Hinterhauptsdreieck ist breit und nach oben nie||seht
spitz. Am Unterkiefer fällt wieder die enge Stellung der Prämolaren und das vollständige Fehlen
Von pjäittf^ Da dies aber nicht selten bei Caniden vorkommt, möchte ich hieraus nicht eher Schlüsse
ziehen, als bis ich es bei noch mehr zu dieser Spezies gehörigen Schädeln gefunden habe, umsomehr
als dieser Zahn bei den folgenden Schädeln vorhanden ist. -' Der m2 hat 4 Spitzen, doch ist die
hintere Innenspitze sehr schwach.
Die Frankfurter Schädel passen gut mit den ebeh beschriebenen zusammen, bis; auf einige
geringe, gleich zu erörternde Unterschiede. Diese Exemplare stammen von 0 . v. E r l a n g e r und
sind deshalb besonders wichtig, weil sie genauen Fundort und Datum tragen. Es scheint hier allerdings
eine kleine .Verwirrung eingetreten zu sein, indem die Bezeichnung auf den Originaletiketts
nicht .mit denen der dem Frankfurter Museum eingereichten Listen übereinstimmt, wie mir Herr
Präparator K o;e;h freundlichst mitteilte. Ich habe mich nun nur nach den Originaletiketts gerichtet,
die die Handschrift des sehr zuverlässigen Präparators der E r l a n g e r’schen Expedition, Hilgert,
tragen. Allerdings trägt der Schädel No. 205 selbst die Bezeichnung |pj| während auf dem anhaftenden
Origirmletikett ;/ steht. Doch dürfte die erstere Bezeichnung richtig sein, da der zugehörige Balg
keinen Zweifel darüber aufkömmen läßt, daß wir es mit einem Weibchen zu tun haben. Das Tier
ist erlegt am 28. 1. 01 bei Ginea in Aveesse. Exemplar No. 127 stammt aus Obera, ist ein Männchen
und wurde am 16. II. 01 geschossen. Leider war mir das dazugehörige Fell nicht zugänglich, da es
bei dem im Umzug befindlichen Frankfurter Museum nicht gefunden werden konnte.
3. Der Schädel No. 205 $ (28. I. 01, aus Ginea [Aveesse] scheint sich, soweit dies bei einem
ungereinigten Schädel erkannt werden kann, in der Form nicht von dem des Typus zu unterscheiden.
Allerdings sind die Maße, besonders die hinteren Breitemaße etwas größer, doch scheint mir das ohne
Bedeutung. Wichtiger ist schon die auffallende Länge der Bullae bei gleicher Form, doch möchte
ich auch dies bei der sonstigen guten Übereinstimmung der Schädel noch als individuelle Variation
auffassen, um so mehr als die Zahnmaße gut übereinstimmen. Hiervon macht nur der untere Reißzahn
eine Ausnahme, indem er 1 mm kürzer ist als bei dem Typus, doch haben wir gerade diesen
Zahn schon als äußerst variabel kennen gelernt,;
4. Der S ch äd e lÄ 127 » ( 16, II. 01, Obera) (Tafel VIII, Fig. 17d) stimmt in der Form wieder
gut mit dem eben beschriebenen StuttgarterPftiiberein. Nur ist er in allen Teilen etwas größer.
Auch seine Bullae sind größer als die des Typus. Sie haben auch eine etwas andere Form, indem
sie eine flache Decke haben, die nicht gekielt ist. Leider fehlen sie bei dem anderen Männchen, sodaß
nicht entschieden werden kann, ob es sich um. Geschlechtsunteischiede handelt oder nicht. Sonst
habe ich bei dieser Art nach den Zahlen keine Geschlechtsunterschiede konstatieren können. Der
Form nach scheint der SchädeLdClJlvon G. gallaensis nicht so lang gestreckt, im Gesichtsteil kürzer
und plumper zu sein als der des ü. Auch scheint der lochbogen etwas eckiger zu sein, weniger
anzusteigen, und seine Vertikalachse scheint sich nach oben mehr dem Schädel zu nähern, als das
beim ? der Fall S i i Interessant ist noch die stärke Abnutzung der Zähne des zuletzt erwähnten
Schädels, bei dem z. B. der linke, obere Eckzahn bis auf die Hälfte iseiner Länge abgenutzt ist, ein
Beweis,%kß derartige starke Abnutzungen gelegentlich auch bei wilden Tieren verkommen.
2. Beschreibung de r Bälge.
1. Beschreibung des Balges N i« 1094. ;g Mus. Bern):|ps ist ein hochläufiges Tier mit feiner
Schnauze und langen, breiten Ohren, deren Innenseite bis auf feinen Saum weißer Haare nackt ist.
Der Pelz Selbst fühlt sich ziemlich harsch an. Die Grundfarbe des Balges ist ein helles Sandgelb.
Die hellen Ringe-der Grannen sind leuchtend weiß. Der Schwanz ist viel buschiger als bei dem
vorigen und gewissermaßen gestielt, da die Haare bis ungefähr zum Basalfleck sehr kurz sind und
dann auf einmal sehr lang werden. Die Grundfarbe der Seiten ist ein sehr helles Sandgelb. Lebhaft
stechen davon die rostfarbenen Extremitäten ah, Von denen diefvorderen auf der Vorderseite eine
» hwarze Marke haben, welche sich in Gestalt einiger schwarzer Haare auci auf dem Handrücken
wiederfindet. Die Innenseite: der Schenkel und der Bauch sind weiß': Kehle, Halsunterseite und
Brust haben einen schwächen gelblichen Anflug. Uber die Brust .verlaufen 2 Halsbänder. Davon
geht das eine von der Nackenmitte aus, das zweite vom Halsansatz, von dieser Stelle geht noch ein
dritte* Band über die Schulterblätter hinab, das sich in ündeutlioher Verbindung in den Streifen am
Vorderbein fortsetzt.. Bin vierter Querstreifen zieht in der Rückenmitte quer über die Seiten ziemlich
tief hinab. Dahinter läuft auf .den Seiten, dem Rücken parallel, ein breites, die ganze Seite einnehmendes
Band bis zu den Schenkeln. Ein weiteres schwarzes Band zieht quer über den Oberschenkel
in der Richtung der Schwanzbasis bis zum Kr.ie.e. Auf der Oberseite beginnt das Schwarz in der
Nackenmitte, wird aber erst deutlicher hinter dem Halsansatz, Zwischen den Schulterblättern ist
die Farbe ziemlich dunkel und gescheckt und wird dann etwas heller bis zum Querband in der Rückenmitte,
dahinter ist der Rückenstreif schwarz und rein weiß gescheckt und deutlich vom Seitenband
getrennt, das nicht gescheckt ist. Vom Schwanz illidie kurzhaarige Basis tiis zum Basalfleck wie der
Rücken gefärbt. Dahinter wird die Farbe mehr rostgell||th, Die Spitze ist schwarz. Die Außenseite
der Ohren ist rostrot, etwas; lebhafter als die Extremitäten, besonders an der Basis. Der Fleck
dahinter ist gelblich mit rostrotem Schein. Nasenrücken und Seiten zeigen ein stumpfes Hellbraun,
der Lippehstreifen ist weiß. Die Stirn ist gelbbraun, sehr hell weiß überstäubt und mit schwarz
getüpfelt. Die Backen sind bis tief hinab unter die Angen weißgrau. Die Ringelung der Grannen ist
weiß-schwarz-weiß-schwarz; auf der Stirn fehlt die weiße Basis; im Nacken finden sich an Stelle der
weißen Ringe sehr hellbräunliche, sodaß hier die Grundfarbe mehr bräunlich erscheint. Die Unterwolle
hat eine sehr kurze grauliche Basis. Sonst ist sie ganz gelblieh auf den Seiten, auf dem Rücken
lebhaft rostrot. Die Backen in ihrer oberen Hälfte von cor Stirn an werden nach unten heller, bis sie