
A. Besprechung der bisher beschriebenen Arten.
1. Einzelbeschreibungen.
a. Canis aureus L in n é .
Ursprünglich wurden alle Schakale in Asien, Afrika und Europa als C. aureus L. bezeichnet.
Hier wäre es deshalb vor allem zu erörtern, was L i n n é (26) für einen Wildhund mit C. aureus
bezeichnet hat. Schon A n d e r s o n (2) meint, daß die Beantwortung dieser Frage interessant wäre;
er selbst versucht sie jedoch nicht. Was Linné unter C. aureus verstanden wissen will, ergibt sich
aus seiner Angabe in Systema Naturae, Editio X. S. 4%i. Unter der Oberabteilung Canis finden wir
dort: aureus 7. C. Lupus aureus dictus.
Lupus aureus. Kaempf am een. 413 t. 407 f. 3. Raj. quadr. 174.
Vulpes indicae orientalis. Valent, muf. 452 t.
Adill. Bell, itin 160
Habitat in oriente
Nitide flavus, catervatim succedit, furto deditus clamanti clamant remoti alii, ambulant
sono nocturno ululatus execrabilis quam ejulatus latratu interceptus. Descriptio
vera animali etiamnum deficit;
Aus diesem Citat sehen wir, daß L i n n é K a e m p f e r an die erste Stelle setzt. Daraus
geht ganz klar hervor, daß Li nné , der dieses Tier offenbar aus eigener Anschauung nicht kannte,
nur den von Kaempfer erwähnten und abgebildeten Wildhund gemeint haben kann. Wenn L i n n é
nun auch der Meinung war, daß die von den übrigen angeführten Autoren beschriebenen Wildhunde
identisch mit dem Kaempferschen waren, so ist das eine Frage, die uns hier nicht weiter zu kümmern
braucht.
Kaempfer (19) zählt nun auf S. 413 unter den wilden Tieren des Berges Bennà oder Bonnà
den Lupus aureus, offenbar einen Schakal, auf. Dafür, daß mit der Bezeichnung lupus aureus ein
Schakal und kein Wolf bezeichnet werden sollte, spricht erstens Kaempfers Angabe: „Sjechaal Persis
inde Anglis the Jackal etc.“ und zweitens die Abbildung, die ein schakalartiges Tier darstellt, das
viel kleiner ist als die darüber abgebildete Hyäne oder die danebenstehende Bezoarziege. Kaempfer
gibt zwar keine eigentliche Beschreibung des Tieres, was er aber über die Lebensweise sagt, wird
beinah wörtlich von L i n n é wiederholt. Bei dieser Anführung sagt Kaempfer ausdrücklich, daß
ihm dieser Lupus aureus auch am kaspischen Meere begegnet sei und zwar dort besonders zahlreich
(„nuspiam copiosores inveni“ ), und er macht dabei schon die interessante, auch von späteren