
Die Drüsenvorkammer gehört in ihren vorderen Partien dem Vorderarm an, während die
hintere Abteilung schon zum Mitteldarm zu rechnen ist. Sie sei aber trotzdem hier im Zusammenhänge
beschrieben. In ihr Lumen herein ragt von unten her das sich keilförmig erhebende pyloricale
Ventralstück und sein zungenförmiger Fortsatz verläuft schräg hindurch. Etwa in der Höhe, wo sich die
unteren Seitenspangen gerade von der Wand losgelöst haben, münden die Ausführungsgänge der
beiden Mitteldarmdrüsen, der beiden Leberlappen, die Lebergänge (1. g., Fig. 14, 39, 45) ein. Nach
hinten zu nimmt nun das Lumen der Drüsenvorkammer rasch ab und diese geht in den Enddarm über.
Nun nochmals zurück zum Cardiaabschnitte. Wie oben erwähnt steht dem oberen Flügel
des cardiacalen unteren Seitenstückes die Vor Wölbung des oberen Seitenstückes des Pylorusabschnittes
gegenüber. Zwischen ihnen hegt eine tief rinnenförmig ausgebildete Furche, die Übergangsfurche
(u. f., Fig. 27 31, 45). Ich nenne sie so, weil sie in gewisser Beziehung einen Übergang zwischen der
mittleren Seitenfurche des Cardiaabschnittes und der Seitenfurche des pyloricalen Abschnittes darstellt.
Die erstere ist ja nicht besonders tief und besonders in ihren hinteren Partien wenig rinnen-
förmig ausgebildet. Und auch der Übergang und Zusammenhang zwischen ihr und der Übergangsfurche
ist nicht besonders ausgeprägt. Aber immerhin wird die letztere einen Flüssigkeitsstrom, der
in der ersteren entlang fließt, aufzufangen vermögen. Dieser wird dann durch die Übergangsfurche
weiter nach hinten geleitet, fließt an den hinteren Wänden des oberen Flügels des cardiacalen oberen
Seitenstückes entlang und gelangt so auf die Oberfläche des oberen Teils des pyloricalen Seitenstückes
und damit in die pyloricalen Seitenfurchen (p. s. f., Fig. 31—36). Diese führen weiter nach hinten
und kommunizieren dadurch, daß die obere Partie des Seitenstückes, das ja ihre innere Wand darstellt,
sich als Spange loslöst, mit dem unteren Hohlraume des Pylorusabschnittes, der Drüsenvorkammer
(Fig. 36).
Die Dorsalrinne des Pylorusabschnittes verliert sich sowohl nach vorn wie nach hinten zu
und mündet nicht in andere Hohlräume aus.
Nun noch einige erklärende Bemerkungen zu den Abbildungen: Fig. 16. stellt einen etwas
schräg geführten Querschnitt durch den Oesophagus, etwa in der Horizontalebene des Tieres geführt,
dar. Man sieht die drei Lippen, die Längsspalte und die beiden Querspalten.
Fig. 17—39 sind Querschnitte durch den Magen. Fig. 17—22 gehen einander parallel und sind
etwa senkrecht zur Grundfläche des Cardiaabschnittes gelegt. Fig. 23—39 sind auch wieder einander
parallel und verlaufen annähernd, wenn auch nicht ganz, senkrecht zur Achse des pyloricalen Abschnittes.
Fig. 16—22 sind nach einer zusammenhängenden Querschnittserie durch ein Exemplar,
Fig. 23—39 nach einer ebensolchen Serie durch ein zweites Exemplar gezeichnet. Die Zeichnungen
wurden mit dem Zeichenspiegel unter derselben Vergrößerung gemacht.
Fig. 18 verläuft etwa durch die hintere Hälfte des Oesophagus, dessen Innenlippen geschnitten
sind. Die unteren Seitenstücke sind noch voll getroffen. Die oberen Seitenstücke sind schon so
schmal, daß dorsale Ringfurche und mittlere Seitenfurche fast zusammenfallen. Sehr breit ist in dieser
Höhe das vordere Dorsalstück, das in seinen mittleren Partien etwas eingebuchtet ist.
Fig. 17 liegt noch vor Schnitt 18. Die unteren Seitenstücke sind hier schon in ihrer vordersten
Partie, wo sie sich bereits etwas verflacht haben, und die Seitenstückleiste verschwunden ist, getroffen.
Die Wandung des vorderen Dorsalstückes scheint sehr dick zu sein. Es ist das eine Folge davon,
daß sie bei der Lage des Schnittes ziemlich schräg getroffen wurde. In der Tat ist sie nicht so
dick, ebenso wie die mittlere Ausbuchtung in Wirklichkeit nicht so tief ist. Dieselbe Erscheinung
macht sich auch bei Schnitt 18 etwas geltend.
Fig. 19. Das Ventralstück ist hier in seiner typischen Ausbildung getroffen, ebenso das untere
Seitenstück. Man sieht deutlich den Vorfflterraum, den Hauptfilterraum und den Kamm. Das
■here Seitenstück ist bereits viel breiter Vift in den beiden Vorigen Figuren.
. ~ff hat es noch an Breite zugehommen, dafür ist das vordere Dorsalstück schmäler
geworden.
Das ist noch viel mehr der Fall bei Kg. 21, die fast durch das Ende des Dorsalstückes verläuft,
kurz vor der Stelle, wo sich die dorsale Bingfurche hinter dem. Dorsalstück schließt.
Kg. 22 trifft schon Kingfurche und Dprsalstück nicht mehr. Der Schnitt verläuft durch die
Partie des Magens, wo kein dorsales Stück ausgebildet ipg, sondern die oberen Seitenstücke dachartig
aneinander stoßen.
Von Fig. 23 an beginnt die andere Lage der Querschnitte. Die unteren Partien, Ventralstück
und unteres Seitenstück des Cardiateiles sind hier schräg getroffen und erscheinen dadurch in übertriebener
Dicke, was bei einem Vergleich der Schnitte zu berücksichtigen ist.
Fig. 23 trifft den vorderen Beginn des hinteren Dorsalstückes.
In Fig. 24 haben das hintere Dorsalstück sowohl wie die oberen Seitenstücke begonnen, sich in
das Lumen vorzuwölben. Wir stehen hier also bereits an dem Beginn der Ausbildung der oberen
Cardiopyloricalklappe.
In Fig. 25 ist sie in ihrer größten Entfaltung getroffen, während ihre Dimensionen in Fig. 26
schon wieder etwas abgenommen haben. Hier zeigt sich auch die erste Andeutung der Trennung
des unteren Seitenstückes in einen oberen und einen unteren Flügel, doch ist der erstere noch sehr
unbedeutend.
Fig. 27 trifft die oberen Seitenstücke schon nicht mehr, sondern nur noch das hintere Dorsalstück,
das sich noch etwas weiter nach hinten als diese erstreckt.
In Fig. 28 treten die oberen Dorsalstücke des pyloricalen Teiles bereits in voller Ausbildung
auf, die schon in den beiden vorigen Figuren getroffen waren. Die cardiacalen unteren Seitenstücke
smd m die beiden Flügel geteilt. Zwischen dem oberen Flügel und dem pyloricalen oberen Seitenstück
sieht man die tiefe Übergangsfurche.
In Fig. 29 sind die cardiacalen unteren Seitenstücke bereits etwas umgewandelt. Die Seitenstückkante
ist verschwunden, die Trennung in die beiden Flügel ist undeutlicher geworden. Der
Mittelkiel des Ventralstückes ist schon flacher geworden, und dieses Stück beginnt bereits sich von der
Unterlage loszulösen.
In Fig. 30 ist diese Loslösung vollkommen. Das Ventralstück bildet hier die untere Cardiopyloricalklappe.
Die Hauptfilterräume kommunizieren mit der Drüsenvorkammer. Die unteren
Seitenstücke haben ihre Teilung in zwei Flügel völlig verloren.
In Fig. 31 ist es überhaupt nicht mehr im Schnitte getroffen, wohl aber sehen wir es in der
Aufsicht von hinten noch zwischen den anderen geschnittenen Teilen hegen. Dagegen sind hier die
unteren pyloricalen Seitenstücke in den Bereich des Schnittes gekommen. Ihre Leisten greifen
unten um die untere Cardiopyloricalklappe herum, die bereits stark in ihren Dimensionen abgenommen
hat. Auf dem Boden der Drüsenvorkammer beginnt die Ausbildung des pyloricalen Ventralstückes.
Die Übergangsfurche findet hier ihr Ende und wir stehen am Beginn der pyloricalen Seitenfurche.
Bereits gut ausgebildet ist diese in Fig. 32. Die untere Cardiopyloricalklappe ist nur noch in
ihrem verjüngten Ende getroffen. Die Leisten des unteren Seitenstückes sind unter ihr in der Mitte
verfalzt.
Zoologien. Heft 67, |jj|