
geschmiegt sind, so läßt sich schwer entscheiden, ob jedes derselben ein besonderes einkammeriges
Divertikel darstellt, oder ob sie zusammen, ein mehrkammeriges Divertikel bilden. Bei der einen
Samentasche des näher untersuchten Tieres umgaben die Samenkämmerchen, deren 6 erkennbar
waren, das proximale Ende des Samentasehen-Ausführganges in geschlossenem Kranze, bei der
anderen Samentasche bildeten sie zwei Gruppen von je zweien, zwischen diesen beiden Gruppen
einerseits einen deutlichen, andererseits einen undeutlichen Zwischenraum frei lassend. Bei dieser
Anordnung könnte also auch von zwei zweikammerigen sitzenden Divertikeln gesprochen werden.
Bemerkungen. DwJwgaster nyassana n. sp. gehört zu der oben näher erörterten Gruppe von
D. Damonis Bedd. (siehe oben p. 152).
Dichogaster Schomburgkl n. sp.
Tafel XIX, Fig. 12—14.
Fundnotiz. W e s t - L i b e r i a , Mana Gola; H. Schomburgk leg. VI. 1911.
Vorliegend ein einziges gescblecbtsreifes Exemplar.
Äusseres. D i m e n s i o n e n : Länge 120 mm, Dicke 4—5 mm, Segmentzabl ca. 200.
F ä r b u n g kastanienbraun.
Ko p f prolobisch ?
B o r s t e n mäßig eng gepaart. Ventralmediane Borstendistanz annähernd gleich den mittleren
lateralen (aa = ca. bc), dorsalmediane Borstendistanz fast dreimal so groß (dcl = 5/ 7 u). Borsten
^es L Segments anscheinend fehlend (wohl zu Geschlechtsborsten umgebildet
und nach hinten verschoben).
G ü r t e l bei dem vorliegenden Stück nicht deutlich ausgebildet.
P r o s t a t a - P o r e n 2 Paar, am 17. und 19. Segment, auf kreisrunden
Papillen in den Borstenlinien ab. Samenrinnen von den Prostata-Poren anfangs
eine kurze Strecke gerade zur Seite gehend, dann in einem Viertelkreisbogen in die
Längsrichtung einbiegend, etwas medial von den Borstenlinien c das 18. Segment
schneidend. Männliche Poren auf der Borstenzone des 18. Segments in den Samenrinnen.
Ein schmaler, gerundet rechteckiger, vorn und hinten median unterbrochener
oder vielmehr durch mediane Papillen geschlossener Wall schließt fast das ganze,
etwas eingesenkte männliche Geschlechtsfeld ein. Auch medial von den Samenrinnen
verläuft jederseits ein schmaler Längswalle.
F ig .5. Dichogaster Wei b l i c h e P o r e n nicht deutlich erkannt.
Schomburgkin.sp. S ame n t a s c h e n - P o r e n 1 Paar, auf Intersegmentalfurche 7/8 in den
Borstenlinien b; es sind verhältnismäßig große Poren mit quer-ovalen, augenförmigen
Drüsenhöfen. Die hintere Partie des 7. Segments und die vordere Partie des 8. Segments
sind median etwas drüsig verdickt.
P u b e r t ä t s o r g a n e : Es sind eine Anzahl quer-ovale bis fast kreisrunde augenförmige
Pubertätspapillen vorhanden; bei dem vorliegenden Stück: 8 unpaarige ventralmediane, 7 größere
hinten am 12., 13. und 14. Segment, sowie vorn und hinten am 17. und 19. Segment, und eine kleine
vorn am 18. Segment; außerdem 2 Paar kleine in die medialen Winkelräume der Samenrinnen eingeschmiegt,
also hinten am 17. und vom am 19. Segment lateral von den Borstenlinien b. Die
größeren unpaarigen Papillen überragen zum Teil die Grenzen ihres Segments, so daß sie auf den
betreffenden Intersegmentalfurchen zu liegen kommen.
Innere Organisation. D i s s e p i m e n t 6/7 und 7/8 stark verdickt, 8/9 anscheinend zart
(fehlend?), 9/10—12/13 wieder stark verdickt.
•Da rm: Zwei große, tonnenförmige Muskelmagen in den beiden anscheinend miteinander
verschmolzenen Segmenten 8 und 9, hinter den beiden ersten stark verdickten Dissepimenten. Die
beiden Muskelmagen sind durch eine ziemlich lange Strecke des dünnen Oesophagus voneinander
getrennt. 3 Paar vollständig voneinander gesonderte schmale Kalkdrüsen im 15.—17. Segment.
Die Kalkdrüsen sind annähernd gleich groß und zeigen mehrere Längs-Einschnitte und -Kerben.
Mitteldarm wenigstens bis zum 40. Segment (also wahrscheinlich überhaupt) ohne Blindsäcke, aber
mit großer, einfacher Typhlosolis. Die Typhlosolis ist basal verdickt, hat stark quer gefältelte Seitenwände
und eine scharfe, glatte und gerade First.
B l u t g e f ä ß s y s t e m : Letzte Herzen im 12. Segment.
E x k r e t i o n s o r g a n e : Mikronephridien in ziemlich großer Anzahl (jederseits etwa
6—8 in einem Segment?), unregelmäßig gestellt.
V o r d e r e m ä n n l i c h e G e s c h l e c h t s o r g a n e : Zwei Paar Samentrichter im 10.
und 11. Segment.
P r o s t a t e n mit großem, dick-schlauchförmigem, geknäultem Drüsenteil und etwa halb
so dickem, ziemlich kurzem, scharf abgesetztem muskulösen Ausführgang.
P e n i a l b o r s t e n (Fig. 14) einfach und stark gebogen, besonders in der distalen Hälfte,
ca. 2 mm lang und fast in ganzer Länge ca. 36 ¡j. dick, am distalen Ende schlank verjüngt. Distale
Hälfte senkrecht zur Ebene der Krümmung etwas abgeplattet, zweikantig, mit stärker gewölbter
Rückenfläche (an der Konvexität der Borstenkrümmung) und flacher Bauchseite (an der Konkavität
der Borstenkrümmung). Das äußerste distale Ende ist schlank — aber nicht gerade haarförmig —
äusgezogen, drehrund, etwas unregelmäßig verbogen. Mit Ausnahme des verschmälerten distalen
Endes ist das distale Drittel der Penialborste an der gewölbten, konvexen Fläche (an der sog. Rückenfläche)
dicht mit zerstreuten, schräg-distalwärts abstehenden, sehr schlanken Spitzchen besetzt.
Diese Spitzchen sind zum Teil ca. 8 y. lang bei einer maximalen Breite von ca. 1 bis iy2 (i. (Eig. 12.)
S a m e n t a s c h e n (Fig. 12): Ampulle (Fig. 12 a'p) von der Gestalt eines Quersackes, viel
breiter als lang. Muskulöser Ausführgang (ag) an der unteren Ausbuchtung der Ampulle entspringend,
distal sehr dick, gut halb so dick wie lang, proximal dünner werdend. In das distale Ende des Aus-
führganges münden zwei sich gegenüberstehende Divertikel (dv) ein. Die Divertikel sind im ganzen
ungefähr so lang wie der Ausführgang der Haupttasche. Sie besitzen einen etwas unregelmäßig
gestalteten länglichen Samenraum, der etwa doppelt so lang wie dick oder um die Hälfte länger als
dick ist, und der zahlreiche Meine ovale oder kugelige Samenkämmerchen enthält. Die pralle Füllung
der Samenkämmerchen verursacht eine tuberkulöse Aufbeulung der allgemeinen Wandung. In der
Mitte der Länge des Samenraums entspringt an seiner Hinterseite ein dünn-zylindrischer, muskulös
glänzender, gerade gestreckter oder gebogener Divertikelstiel, dessen proximales Ende fest an das
distale Ende des Samenraums angeschmiegt bezw. in dasselbe eingesenkt ist.
G e s c h l e c h t s b o r s t e n - A p p a r a t (Fig. 12): Eng an die Samentaschen angeschmiegt
ist ein Geschlechtsborsten-Apparat. Die Geschlechtsborsten (Fig. 12 gb, Fig. 13), wahrscheinlich die
umgewandelten und nach hinten verschobenen Borsten ab des 7. Segments, sind ungefähr 1,8 mm
lang und im Maximum, proximal, ca. 45 (a dick, schwach gebogen. Distal verengen sie sich etwas
unter gleichzeitiger schwacher Abplattung, die jedoch nicht zur Kantenbildung führt (Querschnitt hier
elliptisch). Das distale Ende ist wieder etwas verdickt und schließlich einfach zugespitzt (Zuspitzungs