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Über das Ruftreten rudimentärer akzessorischer
Nidamentaldrüsen bei männlichen Cephalo-
poden.
Von G. Wülker.
Mit Taf. XXIV und 3 Textfiguren.
Bei der Untersuchung einiger in Helgoland konservierter Exemplare von Loligo forbesi Stp.
fiel mir vor mehreren Jahren ein eigenartiges Organ auf, das bei den männlichen Tieren dieser Art
jederseits ventral auf dem Hinterende des Tintenbeutels liegt. Da mir damals nur wenige und
ungenügend konservierte Stücke zur Verfügung standen, konnte ich mich erst bei einem neuen Aufenthalt
auf Helgoland (September 1911) eingehender mit diesem Objekt befassen; besonders bot sich
mir durch Teilnahme an einer achttägigen Fahrt des Reichsforschungsdampfers „Poseidon“, die mir
durch die Liebenswürdigkeit des Herrn Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Heincke gestattet wurde, eine
erwünschte Gelegenheit, ein größeres Material zu sammeln. Loligo forbesi ist neben der kleineren
Loligo subulata Lmck. (= L. media auct.,'siehe Naef 1912 c) der häufigste Vertreter der Cephalopoden
in der Nordsee und kam mit den Fängen des großen Scherbrettnetzes, die in dem Gebiet zwischen
Helgoland und der Doggerbank ausgeführt wurden, aus etwa 20—50 m Tiefe oft in größeren Mengen
an Bord; dieser Umstand spricht für das scharenweise stattfindende pelagische Auftreten dieser Art,
die wahrscheinlich in ähnlicher Weise, wie es für Loligo pealei Lesueur, den häufigsten Vertreter der
Art an der atlantischen Küste von Nordamerika, bekannt ist (Williams 1909), nur zu bestimmten
Jahreszeiten und im Zusammenhang mit der Laichablage in die Nähe der Küste gelangt.
Die genauere Prüfung des fraglichen Organs ergab folgende Befunde: Bei Eröffnung der Mantelhöhle
eines reifen Männchens von Loligo forbesi ist auf der Ventralseite des Tintenbeutels, fast
unmittelbar vor den Nierenpapillen, auf beiden Seiten des Enddarms je ein kleiner, schwach erhabener
Bezirk zu bemerken, der sich beim konservierten Tier durch seine weißliche Farbe von der dunklen,
schwach irisierenden Oberfläche des Tintenbeutels abhebt (Textabbildg. 1); beim lebenden Tier ist
er kaum zu erkennen, da er hier farblos und fast völlig durchsichtig erscheint. Die Form eines jeden
der beiden Gebilde ist annähernd oval und bei einem Tier von etwa 25 cm dorsaler Mantellänge 5 mm
lang, 3,5 mm breit. Auch bei wesentlich kleineren Exemplaren (12 cm dors. Mantellänge), die noch
ziemlich unreif sind, haben diese Gebilde schon fast die gleichen Dimensionen erreicht; doch tritt bei
ihnen’deutlicher- als bei den größeren Stücken, eine Vorwölbung des Randes und eine Einsenkung
Zoologien. Heft 67. 26