
nicht um 4 perradiale Gonadenblätter, sondern um 8 adradiale Gonaden handelt, die oben zu je 2
im Interradius zusammenstoßen. Einen spezielleren Einblick in diese Verhältnisse gewährt Fig. 12,
Taf. II, bei der man von unten in die obere Hälfte der durchschnittenen Magenhöhle hineinsieht.
Wir erkennen dort im Grunde die zu den Radiärkanälen führenden Spalten, zwischen ihnen aufsteigend
die großen Interradialfalten, ferner die perradialen Magenkanten, welche die Mittelrippe eines Fiederblatts
bilden und die paarweise im Interradius zusammengehörigen Gonaden trennen. Die starke
Faltung des Magens dient aber nicht allein dazu, die keimbereitende Fläche zu vergrößern, sondern
hauptsächlich den Geschlechtsprodukten schützende Höhlen zu bieten, denn überall fehlen dieselben
den äußerlich sichtbaren Magenwänden an nach außen vorspringenden Falten (Taf. II, Fig. 13, 14
und 15). Radialschnitte durch den Schirmrand zeigen, daß die denselben besetzenden Knötchen,
die sogenannten Rudimentärtentakeln durch Ausbuchtungen des Ringkanals verbunden mit verdicktem
Ektoderm und Entoderm gebildet werden (Taf. II, Fig. 16). Pigmentflecke waren weder
auf Schnitten noch sonst an den Präparaten zu erkennen.
Die Verbreitung von Stomotoca atra erstreckt sich nach unserer heutigen Kenntnis über das
Gebiet bei den Galopagosinseln und die Westküste des amerikanischen Festlandes, soweit diese von
warmen Strömungen bespült wird, ferner auf das westindische Mittelmeer, das ja einst, vor der
Erhebung der Landenge von Panama, eine direkte Verbindung mit dem pacifischen Ozean hatte.
II. Leptomedusen.
11. Obelia sphaerulina Peron und Lesueur.
Obelien wurden nur an 2 Stationen gefunden: bei Gibraltar (am 9. V. 1882) 10 Exemplare
von 0,5—2 mm Durchmesser und bei Callao (X. 1883) 7 Exemplare von 1—2 mm Durchmesser. Da
die Tiere in Alkohol, wahrscheinlich nach Behandlung mit Chromsäure in Verbindung mit Osmiumsäure
oder Essigsäure, konserviert sind, müssen sie kleiner erscheinen, als sie im Leben waren. Besondere
Artmerkmale sind nicht zu erkennen. Als Unterschied zwischen den Exemplaren aus dem
Mittelmeer und denen von Callao kann angeführt werden, daß letztere längliche Gonaden haben, die
als sackförmige bis wurstförmige Schläuche herabhängen und bei ausgebreitetem Schirm den Rand
bis zur Hälfte ihrer Länge überragen, während erstere meist kleine, kreisrunde Gonaden besitzen.
Allerdings sind die Gonaden des größten Exemplars von Gibraltar auch etwas verlängert. Die Tentakelzähl
ist bei allen Individuen der Größe entsprechend gleich. Bei 0,5 mm Durchmesser wurden 41,
bei 1 'mm 70—74, bei 1,5 mm 80—84, bei 2 mm 96—100 Tentakel gezählt. Unter den Exemplaren
von Callao wurde auch eins mit 5 Gonaden angetroffen, da sich zwischen den 4 normalen Radiärkanälen,
die sich unter Winkeln von 90 0 treffen, noch einer unter 45 0 eingeschoben hatte.
Wie ich schon in den Anthomedusen und Leptomedusen der deutschen Tiefsee-Expedition
unter Hinweis auf die Beobachtungen von H a r t l a u b und Br owne hervorhob, lassen sich die
Obeliamedusen nicht der Art nach unterscheiden. Die verschiedenen Namen, welche man den Tieren
von verschiedenen Fundorten beigelegt hat, haben keine Bedeutung, da wesentliche Merkmale nicht
zu finden sind. Auch der Hinweis auf die Polypen genügt nicht, da diese ebenfalls der Revision bedürfen.
Ob aber die Medusen mit 16 oder 24 oder 48 Tentakeln frei geworden sind, was man als
Unterschied anführt, ist nicht maßgebend, da man es bei weiter entwickelten Tieren nicht mehr
erkennen kann und auch keine Sicherheit hat, ob diese Verhältnisse konstant sind. Es ist sehr wahrscheinlich,
daß es von individuellen Verschiedenheiten oder äußeren Einflüssen abhängt, ob die Brut
mehr oder weniger ausgetragen frei wird, z. B. daß Raummangel in der Gonothek bei reichlicher Brut
ein früheres Freiwerden von Medusen mit geringerer Tentakelzahl bedingen könnte. Ich habe mich
in Neapel vergebens bemüht, Unterschiede an von verschiedenen Polypenstöcken erzogenen Obelien
zu finden; nach wenigen Tagen waren auch die mit geringerer Tentakelzahl ausgeschlüpften von den
mit zahlreicheren Tentakeln geborenen Medusen nicht mehr zu unterscheiden.
Will man den Obeliamedusen Namen beilegen, so muß man sie auch unabhängig von den
Polypen unterscheiden können. Solange das nicht geht, scheint es mir zweckmäßig, sie unter dem
ältesten Namen, der sie als Medusen kennzeichnet, als Obelia sphaervlina Peron und Lesueur anzuführen,
da Obelia marina Slabber wohl noch nicht als binäre Benennung anzuerkennen ist.
Alle die übrigen Namen wie:
Obelia adelungi Hartlaub,
australis v. Lendenfeld,
commissuralis Torrey,
dia/phana Allman,
divaricata Mc Crady,
fusiformis Haeckel,
gdalinosa Hincks,
genicidata Allman,
gracüis Calkins,
griffini Calkins,
hdgolandica Hartlaub, _
leucostyla A. Agassiz,
longissima Hincks,
lucifera Haeckel,
mvlticia Browne,
nigra Browne,
plana Haeckel,
polystyla Haeckel,
purpurea Torrey,
pyriformis Verrill,
striata Clarke
*
**
sind, soweit sie für Medusen in Betracht kommen, als „nomina nuda“ anzusehen. Das gilt besonders
für die mit ** bezeichneten, von denen nur die Medusen bekannt sind und die mit * versehenen,
welche je einen eigenen Namen für Polyp und Meduse erhielten.
12. Phortis pellucida Will, forma hexanemalis Götte.
Schon Claus machte darauf aufmerksam, daß zur Gattung-Sirene verschiedene durch einen
Magenstiel ausgezeichnete Eucopiden, solche mit und andere ohne Cirren gerechnet wurden. Später
wurden Vorschläge gemacht, die beiden Formen als besondere Gattungen zu trennen. A. G. M a y e r
nahm für die cirrenlosen Arten die alte von Mc Crady aufgestellte Gattung Phortis an und ließ den
Zoologien. Heft G7, 8