
Struktur versehen, im Endabschnitt durchsichtig. Die Trompe selbst beschreibt gegen das Gehäuseende
hin einige Windungen. Racovitza analysiert diese, indem er die frische Spermatophore ein Stück
unterhalb des Vorderendes quer durchschneidet. Die Windungen der Trompe strecken sich dann
und können näher untersucht werden. Das Verfahren würde sich für die Untersuchung von Sepia-
Spermatophoren empfehlen.
Nach Racovitza läßt sich die innere Grenzhaut des Gehäuses, welche die Außenwand von dem
Innenraum sondert, bei Rossia bis in die vordere Partie der Spermatophore verfolgen, wo sie schließlich
die Trompe von außen her überzieht und etwas unterhalb des gewundenen Abschnitts, an der Trompe
festsitzend endigt. Bei der Explosion soll diese Haut (tunique interne) eine besondere Rolle spielen.
Ich konnte dieses Verhalten bei keiner Art, die ich untersuchte, bestätigen, hauptsächlich wegen der
Schwierigkeit an meinen Präparaten den weiteren Verlauf der betreffenden Haut überhaupt festzustellen.
Rossia wurde nicht untersucht.
Sepiola ro n d e le tii. Taf. XXI, Fig. 2—7. Nach frischem Objekt. Neapel 1906.
Gehäuse nach vorn deutlich verjüngt. In der vorderen Hälfte etwa halb so dick wie in der
hinteren, schwach gekrümmt, gegen das Ende hin wieder etwas verdickt. Länge 7 mm, Dicke der
hinteren Partie 1/9 mm.
Spermaschlauch sehr lang und spiralig aufgewunden, letzteres in der Richtung oral-aboral
von links nach rechts. Er füllt das Gehäuse ganz aus. In seiner vorderen Hälfte enthält er kein
Sperma. Dieser taube Abschnitt ist durchscheinend, nicht deutlich spiralig gewunden, vielmehr
unregelmäßig eingefaltet und im ganzen gerade gestreckt. In der Gegend zwischen Spermaschlauch
und projektilem Schlauch springt die Gehäusewand auf beiden Seiten in Gestalt von durchsichtigen
Verdickungen vor. Eine dünne Haut scheint den zusammengerollten Spermaschlauch von außen
zu überziehen.
Projektiler Schlauch. Der taube Abschnitt des Spermaschlauches geht unmittelbar, doch
an einer ganz bestimmten Stelle, in die Flasche über. Die Flasche hat cylindrische Gestalt. Ein
cylindrischer und kegelförmiger Abschnitt können nicht deutlich unterschieden werden. Im Innern
des aboralen Abschnittes eine gefaltete Einschnürung; eine ähnliche gefaltete Einschnürung auf der
oralen Seite, die den Anfangsteil des Innenraumes der Trompe darstellt.
Trompe lang, gerade gestreckt, liegt den Wänden des Gehäuses an und zeigt gegen das Ende
hin zwei Windungen, hier von dem Gehäuse getrennt und dessen Wand unregelmäßig vorwölbend.
In ihrer Struktur zeigt die hintere Partie der Trompe eine gewisse Ähnlichkeit mit der der granulierten
Membran bei Abraliopsis (vergl. auch Rossia). Danach dürfte die scharfe Abgrenzung der Flasche
unterhalb dieser Partie dem ringförmigen Wulst (Anker) bei Abraliopsis und Illex entsprechen.
Membranen: Die Innere Membran, deren Verhalten in ihrem unteren Abschnitt soeben
besprochen wurde, ist weiter oben dunkel gefärkt, ringförmig gestreift und gekörnelt. Bei mikroskopischer
Untersuchung erweisen sich diese Körner als feine meist vierstrahlige Sternchen, jedes
wohl einen Doppelkristall darstellend, die schon von Duvernoy beobachtet sind, und sich auch in der
Spermatophorendrüse in den Zellen finden. Bei der Explosion erscheinen natürlich diese Sternchen
als Außenbelag der umgestülpten Trompe.1) Die Mittlere (gallertige) Membran ist durchsichtig und
beginnt etwas unterhalb der vorhin erwähnten Abgrenzung der Flasche. Die Abgrenzung dieser
mittleren Membran nach außen erfolgt durch eine Schicht, die an der aboralen Basis des verschmälerten
') Siehe das betreffende Kapitel, p. 198 t.
inneren Teiles der Flasche ihren Ursprung nimmt und, solange sie längs der Flasche verläuft, mit
kleinen Querfalten besetzt ist. Man kann sie als zur mittleren Membran gehörig ansehen, denn sie
entspricht wohl bei Illex der äußeren, lamellös struierten, gaUerti gen Schicht der mittleren Membran.
Die äußere Membran geht bei Sepiola, von der Eiasche lose abstehend, weit an dieser herunter (vergl.
Loligo vulgaris) und erscheint als die Fortsetzung der Wand des tauben Abschnittes des Sperma-
Schlauches.
Es erscheint möglich, daß der taube Teil des Spermaschlauches, entgegen der hier gegebenen
Ansicht, dem cylindrischen Teil der Flasche bei Illex und Abraliopsis entspricht, der hier cylindrische
und äußerlich der „Flasche“ ähnliche Teil bei Sepiola aber nur dem konischen Abschnitt der Flasche
bei Illex. Ob dies der Fall ist, oder wie ich annehme, konischer und cylindrischer Abschnitt der Flasche
bei Sepiola als ein einziger Körper zur Ausbildung gekommen sind, war nach dem vorliegenden Material
nicht mit Sicherheit festzustellen.
Duvernoy, der die Spermatophore von Sepiola zuerst abgebildet hat, beschreibt insbesondere
die doppelte Zusammensetzung des Spermaschlauches, der von einem Band mit sehr langen Spiralwindungen
gebildet wird (Peters hat dieselbe schon früher untersucht), an welchem allseitig mit den
Schwänzen Tausende von Spermatozoen ansitzen, insgesamt in eine häutige Röhre eingeschlossen.
Dieser primitive Schlauch ist dann wiederum in lockeren oder engen Spiralwindungen angeordnet.
Eledone moschata. Taf. XXI, Fig. 11, 12. Nach frischem Objekt. Neapel 1906.
Gehäuse verhältnismäßig kurz und dick, vor der Mitte etwas verschmälert, nach vorn ver j üngt; Verdünnung
am stärksten etwas unterhalb des projektilen Schlauchs, also ziemlich im vorderen Sechstel.
Länge des Gehäuses 15'—17 mm (nach Meyer 17—18 mm). Länge des spermaführenden Teils
13—14 mm. Dicke des spermaführenden Teils % mm, der Trompe V3 mm. Nach Meyer Dicke des
hinteren Teils 4 mm (?), des vorderen % mm. Der Endfaden hat (Meyer) l%fache bis doppelte Länge
des Gehäuses.
Aborales Ende des Gehäuses läuft in einen Fortsatz aus. Die Gehäuse wand hier von ziemlicher
Dicke.
Spermaschlauch dick, spiralig bisweilen links, bisweüen rechts gewunden, doch nicht sehr
regelmäßig; in seinem vorderen Drittel gerade gestreckt, mit der Flasche (nach den von mir untersuchten
Stücken) nur locker verbunden. Ein tauber Abschnitt fehlt.
Projektiler Schlauch bildet eine Einheit, wie bei Calliteuthis; Bau der ganzen Spermatophore
daher sehr einfach. Cylindrischer und konischer Abschnitt der Flasche nicht typisch entwickelt,
und auch nicht deutlich von der eigenen Trompe abgesetzt. Der projektile Schlauch, als Ganzes um-
stülpbar, beginnt mit einer schmalen, sackartigen, bisweilen vom Spermaschlauch gänzlich abgetrennten
Bildung und erweitert sich dann flaschenartig. Dieser hier erweiterte Abschnitt entspricht wohl
dem kegelförmigen Teil der Flasche oder dem unteren Trompenabschnitt anderer Cephalopoden.
Trompe dünnwandig. Die verschiedenen Membranen nicht deutlich gesondert, der Inhalt hell.
Die Grenzschicht ist gegen das Ende der Spermatophore hin ein Stück auf sich selbst zurückgeschlagen,
in ähnlicher Weise wie bei anderen Octopoden, aber in stärkerem Grade. Der davor liegende Gehäuseabschnitt
ist mit trübem Sekret erfüllt. Windungen der Trompe fehlen. Die ganze Länge des projektilen
Schlauches beträgt nur etwas über y6 der ganzen Länge der Spermatophore.
Milne Edwards verdanken wir eine korrekte Abbildung dieser Spermatophore. Bemerkenswert
ist nach seiner Darstellung die Andeutung eines Spiralbandes im Innern der Trompe (an meinen