
Innere Organisation. Da rm: Dorsaler Schlundkopf im 2.-3. Segment. Lockere Speicheldrüsen
hauptsächlich im 4., spärlicher im 5. Segment. Ösophagus mit Chloragogenzellen vom
5. Segment an.
B 1 u t g e f ä ß s y s t em: Stark angeschwollene Herzen anscheinend im 8. und 9. Segment.
E x k r e t i o n s organe : Die Nephridien konnten wegen der ungünstigen Konservierung
des Untersuchungsmaterials nicht genau untersucht werden. Sie scheinen im wesentlichen denen von
Rhizodrüus lacteus Fr. Smith1) zu gleichen, doch einen nicht ganz so kompakten mittleren Teil zu
besitzen. In den Segmenten des Vorderkörpers, in denen ich überhaupt welche erkennen konnte,
waren sie nur einseitig ausgebildet. Ihre Ausmündung liegt ventral.
M ä n n l i c h e Ge s c h l e c h t s o r g a n e : Ein Paar große Hoden (Textfig. 1 hd) hängen
vom ventralen Rande des Dissepiments 9/10 in das 10. Segment hinein. Ein unpaariger (?) Samensack
durch viele Segmente nach hinten ragend. Ein Paar etwas unregelmäßig gefältelte Samentrichter
(Textfig. 1 st) hinten ventral im 10. Segment. Die Samenleiter (Textfig. 1 sl) sind etwa 16 (j. dick und sehr
kurz, kürzer als die Atrien; sie sind nur schwach und unregelmäßig verbogen und bilden keine Schleifen.
Die Atrien lassen sich besser darstellen, wenn man von ihrem distalen Ende ausgeht. Der weit
klaffende männliche Porus führt in eine unpaarige, ziemlich weite, tiefe Kopulationstasche (Textfig. 1 kt)
ein. Ungefähr in der Mitte ihrer Länge münden schräg von hinten und den Seiten her zwei Penial-
borstensäcke in die Kopulationstasche ein. Jeder Penialborstensack (Textfig. 1 pb) enthält mehrere,
4 oder 5, Penialborsten. Die Penialborsten sind ungefähr doppelt so lang wie die normalen Borsten,
schlank S-förmig gebogen. Während die normalen Borsten (am 8. Segment gemessen) ca. 0,07 mm
lang und 3 p. dick sind, erwies sich eine Penialborste nach Schätzung der Bruchstücke in der Schnittserie
als ca. 0,14 mm lang bei einer Dicke von etwa 4 [¿. Die Gestalt ihres distalen Endes konnte ich
leider nicht ganz sicher feststellen, da es nur im Canadabalsam-Präparat der Schnittserie untersucht
werden konnte. Das distale Ende scheint einfach spitzig, gerundet zu sein. Eine Gabelspitzigkeit
war jedenfalls nicht deutlich ausgeprägt. In das proximale Ende der Kopulationstasche münden nicht
sehr weit entfernt voneinander die beiden Atrien ein. Die Atrien (Textfig. 1 at) bestehen aus zwei sehr
verschiedenen Teilen. Der distale Teil ist dünn-schlauchförmig, ca. 25 p. dick, unregelmäßig verbogen,
aber nicht zu Schleifen zusammengelegt. Er besitzt ein sehr enges Lumen und ist ganz nackt, drüsenlos.
Der dünne Atrialteil geht ohne scharfen Absatz aber ziemlich schnell in den dickeren proximalen
Atrialteil über. Dieser proximale Atrialteil mag ungefähr ebensolang sein wie der distale Teil. Er
ist etwas gebogen, wurstförmig, ungefähr doppelt so dick wie der distale Atrialteil, nämlich ca. 50 p,
und endet proximal blind in gleichmäßiger Rundung. Sein Epithel wird von großen, annähernd kubischen
hellen Zellen gebildet und ist durchschnittlich ungefähr ebenso dick wie sein Lumen. Dieser
Atrialteil ist allseitig mit einem dichten und dicken Drüsenbesatz (Textfig. 1 pr) bekleidet, so daß er bei
Betrachtung des Organs in situ wohl ganz versteckt ist. Der Drüsenbesatz besteht aus mehrzelligen,
bimförmigen, dicht gedrängt stehenden Drüsen, deren Länge die Dicke des proximalen Atrialschlauches
meist weit übertrifft. Das distale Ende des Samenleiters ist ganz in diesen Drüsenbesatz eingebettet.
Der Samenleiter mündet nicht in das gerundete proximale Ende des Atriums ein, sondern seitlich,
eine sehr kurze Strecke unterhalb des Endes, das sich demnach als sehr kurzes Blind-Ende noch etwas
über die Einmündung des Samenleiters proximalwärts erstreckt. Man könnte dieses sehr kurze
Blind-Ende füglich als Paratrium ansprechen; doch ist zu bemerken, daß es in keiner Weise von den
J) F r. Sm ith , N o te s o n Species o f N o rth Ame ric an O lig o ch a e ta I I I . L is t o f Species fou n d in Illinois, a n d D e sc rip tio n s
of Illinois T ubificidae. In : Bull. Illinois L ab . V,. p. 446.
übrigen Partien des proximalen Atrialteiles unterschieden oder abgesetzt ist. Der proximale Teil
des Atriums ist samt dem größeren distalen Teil des Samenleiters nach vorn hin gezerrt und liegt
nun anscheinend im 10. Segment. Ich konnte leider nicht erkennen, ob dieser Teil der männlichen
Ausführapparate tatsächlich bruchartig in das 10. Segment hineinragt, oder ob er nur das Dissepiment
10/11 nach vorn ausbaucht.
Weibl iche Geschlechtsorgane: Ein Paar große Ovarien (Textfig. 1 ov) ragen vom
ventralen Rand des Dissepiments 10/11 in das 11. Segment hinein. Große, von grobkörnigen Dottermassen
erfüllte Eier liegen in der Leibeshöhle einiger postclitellialer Segmente, ob frei oder von Eiersäcken
umschlossen, ließ sich nicht feststellen. Auch die weiblichen Ausführapparate habe ich nicht
klarstellen können.
Die ganz im 9. Segment liegenden Samentaschen (Textfig. 1 sp) sind einfach bimförmig.
Ein besonderer Ausführgang ist nicht deutlich ausgeprägt. Die Samentaschen enthalten Spermatophoren
(Textfig. 1 spph) von einem anscheinend sehr niedrigen Grad der Differenzierung. Es sind
gebogene, keulenförmige oder schlank bimförmige Massen zusammengezwirbelter Spermien, die anscheinend
durch ein sehr feines Häutchen zusammengehalten werden.
Bemerkungen. Monopylephorus africanus steht dem M. lacteus (Frank Smith)1) von Illinois
nahe. Er unterscheidet sich von diesem hauptsächlich durch den Verlauf des Samenleiters und die
Gestaltung des Atriums, sowie durch die Gestalt der Samentaschen und den Ort ihrer Ausmündung.
Bei M. lacteus sind die Samentaschen-Ampullen fast kugelig, und die Samentaschen-Poren liegen
vorn am 10. Segment oberhalb der Linien der ventralen Borsten, während sie bei M. africanus hinten
am 9. Segment gerade in den Linien der ventralen Borsten gelegen sind.
Fam. Alluroididae.
Alluroides Tanganyikae Bedd.
Tafel XIX, Fig. 9.
1906. A llu ro id e s Tan gan yika e, B e d d a rd , 3. Zoological R e su lts ö f th e T h ird T a n g a n y ik a E x p ed itio n , co n d u c ted b y D r. W. A.
Cu n n in g h am , 1904—1905. — R e p o r t o n th e Oligocha e ta . In : Proc . Zool. Soc. London 19061, p. 215.
Fundnotiz. Rhode s i a , am Mi t t e l l a u f des S a mb e s i bei de n Vi c t or i a -
Fä l l e n, in morastiger Erde zwischen Gras wurzeln und im Ufermorast; Prof. W. Michaelsen leg.
15. VIII. 1911.
Weitere Verbreitung. T a n g a n y i k a - See (t. Beddard).
Vorliegend zahlreiche, zum Teil geschlechtsreife Exemplare. Da Beddard wegen des spärlichen
Originalmaterials (1 Stück) nur eine unvollständige Beschreibung dieser Art geben konnte, so lasse
ich nach meinen Untersuchungen eine ausführlichere folgen.
Äusseres. D ime n s i o n e n des größten Exemplares: Länge 45 mm, Dicke 0,6—1,0 mm
(andere Exemplare in der Gürtelregion unter gleichzeitiger Abplattung verbreitert, bis 1 y2 mm breit),
Segmentzahl ca. 150. (Das nur aus 60 Segmenten bestehende, 30 mm lange Originalstück war wahrscheinlich
unvollständig); Dimensionen des kleinsten geschlechtsreifen, mit Gürtel aüsgestatteten
Tieres: Länge 20 mm, Dicke 0,4—0,6 mm, Segmentzahl 96.
, x) = R h iz o d r ilu s lacteus F r a n k Sm ith , N o te s on Species o f N o rth A m e ric an Oligochaeta. I I I . L is t o f Spe c ie s found
in Illinois, a n d D e sc riptions o f Illinois T u b ific id a e .' In : Bull. 111. L ab . V, 1900, p. 444, t. 39, f. 4, 5, t. 40, f . 6 8, 1 0 .
Zoologien. Heft 67, ,