
und Gaimard, welche Maas in den Sammlungen des Fürsten von Monaco neulich, wieder auffand.1)
Denn allein wegen des 8-strahligen Baues eine eigene Gattung für diese Medusen aufzustellen, scheint
mir nicht zulässig, nachdem Br o w n e von Irenopsis 4-, 6-, 7-, 8-, 9- und 11-strahlige Exemplare
gefunden hat, die doch nicht ebensovielen Gattungen entsprechen können. Ebenso sind von Phia-
lidium 4-strahlige, 5-strahlige (Pseudodytia), 7-strahlige {Phialidium heptactis) und 8—9-strahlige Individuen
(Octocanna) bekannt. Die 5-strahligen Irenopsis werden sich wohl als Pseudodytia, die 6-strah-
ligen Phialidien als Irenopsis hexanemalis bestimmt finden lassen, wofür die Bemerkung Brownes
spricht, daß unter seiner I. hexanemalis Exemplare mit und andere ohne Magenstiele zu finden waren.
Wir hätten demnach vollständige Reihen von Phialidium wie von Phortis mit 4- bis mehrstrahligem
Bau, deren einzelne Glieder nicht einmal als Arten zu trennen sein dürften. Auch hier ist also
ternäre Benennung zweckmäßig und die 8-strahlige Form muß den Regeln entsprechend Phialidium
phosphoricum Péron und Lesueur forma polynema Haeckel heißen, da die alte Dianaea funeraria Quoy
und Gaimard 7-strahlig war, also meinem Phialidium heptactis entspricht. Da Herr Professor Ma a s
mir ein Exemplar von der Ausbeute des Fürsten von Monaco zur Ansicht übersandte, konnte ich
mich davon überzeugen, daß dieses in allen wesentlichen Punkten mit Phialidium heptactis übereinstimmt.
Die schwarzen Partien am Magen können wohl mehr oder weniger im Leben ausgedehnt
sein und sind n i c h t in Alkohol und Formol u n z e r s t ö r b a r , da sie bei meinem Exemplar
wie auch bei dem mir von Ma a s zugesandten bereits stark verblichen waren.
Von dieser Form finden sich in der Sammlung 5 Exemplare, welche bei Amoy im Oktober 1884
an der Oberfläche gefangen wurden. Ein Magenstiel fehlt, der Mund ist in 8 Zipfel ausgezogen.
Bei einem kleinen Exemplar von 5 mm Durchmesser sind 16 Tentakel und 24 Anlagen solcher, bei
7 mm Durchmesser 15 große Tentakel und 39 Tentakelanlagen vorhanden, da nur 3 nebeneinanderhegende
von den 8 Sektoren die normalen Verhältnisse erkennen lassen, nämlich daß der Schirmrand
jedem Radialkanal entsprechend und in der Mitte zwischen den Kanälen einen Tentakel trägt und daß
zwischen je 2 Tentakeln 3 Tentakelanlagen auftreten; es müßten also eigenthch 16 Tentakel und
48 Anlagen solcher vorhanden sein. Die Anlage der Gonaden ist schon ganz schmal an den Radialkanälen
angedeutet. Größere Exemplare von 10—11 mm im Durchmesser2) zeigen die Gonaden
schon deutlich und zwar sind 4 kleinere von der Größe der Tentakelbulben abwechselnd mit 4 doppelt
so großen vorhanden. In jedem Sektor ist einseitig neben dem Radialkanal eine neue Tentakelanlage
eingéschoben, so daß sich im ganzen 16 Tentakeln und 56 Tentakelanlagen finden. Die genaue Zahl
der Randbläschen war nicht zu ermitteln, doch dürften mindestens 2 zwischen 2 Tentakeln, also 32,
vorhanden gewesen sein, wahrscheinlich aber sind ebensoviel wie Tentakel und Tentakelanlagen
zusammen vorhanden.
Das Verbreitungsgebiet dieser Meduse ist sehr ausgedehnt, da sie im Pacifischen Ozean bei
Acapulco, ferner im ganzen Indischen Ozean und Roten Meer, endlich auch durch die Forschungen
des Fürsten von Monaco im Atlantischen Ozean nachgewiesen wurde.
17. Phialidium flavidulum Péron und Lesueur.
In einem Tiefenfang wurde im Januar 1883 bei Valparaiso auch diese zweite Art von Phialidium
gefunden. Die Gonaden sind lang und schmal und hegen in der distalen Hälfte der Radiärkanäle.
l ) Bulle tin de l ’In stitu t océanographique No. 212. Monaco, Juli 1911.
*) Bei den Größenangaben is t immer die Schrumpfung der Individuen wegen der Konservierung in Alkohol zu berücksichtigen.
Zwei Randbläschen sind stets zwischen je 2 Tentakeln vorhanden. Bei 9 mm Durchmesser sind
60, bei 7 mm Durchmesser nur 28 Tentakeln vorhanden, doch dürfte der . große Unterschied in den
Tentakelzahlen nur auf stärkerer Schrumpfung des größeren Exemplars beruhen.
18. Phialella falklandica Browne.
Phialetta falUandica wurde zunächst bei Punta arenas, November 1882, in 3 kleinen Exemplaren
von 2 und 4 mm Durchmesser gefunden. Beim größeren Exemplar sind lange, schmale
Gonaden vorhanden, welche die beiden mittleren Viertel der Radialkanäle einnehmen, und im ganzen
48 Tentakel angelegt oder entwickelt, die im Quadranten zu 3—5—3 durch die Randbläschen getrennt
werden. Dann hegen 3 Exemplare von Fortescue in der Magellanstraße, ebenfalls vom November 1882
vor, deren größtes 16 mm im Durchmesser erreicht, 136 Tentakel nebst Anlagen solcher und 8 Randbläschen
hat. Weiterhin wurde die Art bei Valparaiso in kleinen Exemplaren gesammelt. Beim
größten von 4,5 mm im Durchmesser sind 24 Tentakeln und 8 Tentakelanlagen, die zu beiden Seiten
der Primärtentakeln auftreten, vorhanden. Die Gonaden sind eiförmig im äußeren Drittel der Radiärkanäle
schon bei den kleinsten Exemplaren von nur 1,5 mm im Durchmesser angelegt.
Endhch fanden sich 13 kleine Exemplare von Phialdla noch bei Callao im Oktober 1883
nur 2 mm groß und ebenfalls mit 24 Tentakeln und elliptischen, distal angelegten Gonaden. Es
ist auffahend, daß diese Meduse des kalten Wassers so weit nach den Tropen heraufsteigt. Ich dachte
daher zunächst auch an eine Tiaropsis, habe mich aber davon überzeugt, daß keine OceUen
vorhanden sind.
19. Mitrocoma annae Haeckel.
Bei Gibraltar wurden am 9. Mai 1882 zwei junge Exemplare dieser Art von 3 mm im Durchmesser
erbeutet. Der Magen ist klein, die elliptischen Gonaden im distalen Drittel der 4 Radialkanäle
sind bereits vorhanden und am Schirmrand treten 16 Tentakel, 96 Cirren und 8 offene, große
Statocysten auf.
Eutirna.
Die Gattung Eutima ist gut charakterisiert durch langen Magenstiel und durch doppelte Gonaden,
die getrennt an den Radiärkanälen im Bereich des Schirms und im Bereich des Magenstiels
auftreten, durch 8 Randbläschen mit mehreren Statolithen, zahlreiche Randhöcker und Cirren an
diesen wie an den Tentakeln. Schwierig aber ist es, die beschriebenen Arten zu trennen, da die angegebenen
Merkmale meist zur Unterscheidung nicht brauchbar sind. Die Wölbung des Schirms
ist vom Alter und von der Konservierung abhängig, die Lage der Randbläschen und die Zahl der
Statolithen in denselben ist nicht konstant, die Zahl der Randpapillen nimmt mit der Größe des
Tieres zu und die Cirren sind oft nicht deutlich erkennbar, wurden z. B. für E. dephas erst nachträglich
von H a r t l a u b entdeckt. Ob es besondere Formen gibt, die regelmäßig nur im Bereich der Um-
brella Gonaden tragen, bleibt zweifelhaft. Die Länge des Magenstiels kann wegen der Kontraktilität
desselben verschieden sein.
Unter der Ausbeute des „ V et t o r P i s a n i “ lassen sich 3 Arten unterscheiden, welche
mit 3 schon bekannten übereinstimmen und auf diese 3 Arten glaube ich alle übrigen beschriebenen
verteilen zu können. E. coerulea Agassiz und E. modesta Hartlaub, die A. G. M a y e r auch zu Eutima
stellt, gehören wohl nicht zu dieser Gattung.