
Erklärung der Tafelfiguren.
Tafel I.
Nervensystem.
Fig. 1. Thelyphonus caudatus (L.). Ober- und Unterschlundganglion und die von diesen abgehenden Nerven;
von den Hinterleibsnerven ist nur der proximale T eil zu sehen, desgleichen von den Hauptnerven der 6 prosomalen
Extremitätenpaare und von einigen ihrer Wurzelnerven. Ansicht von oben; die Nerven sind mit Ausnahme
des hintersten gezeichneten Teiles der Unterschlund- und Hinterleibsganglion-Kommissur (comr), die
etwas beiseite gelegt ist, mehr oder weniger genau in situ abgebildet. Vergr. 12 mal.
Fig. 2. Dasselbe von einer Tarantulide, der Hauptsache nach von Tarantula marginemciculata (C. L . Koch), in
unwesentlichen Punkten ergänzt von Dämon medius (Hbst.) und P hryn ich us reniforniis (L.). Alle Nerven
in situ gezeichnet. Wie in Fig. 1 sind auch hier die beiden Augenpaare ma und la angedeutet. Die dorsalen
Wurzelnerven sind alle auf der linken Seite ausgezeichnet, auf der rechten jedesmal nur der hintere der zwei
durch eine kurze Kommissur (anst 1— 5) miteinander verbundenen (n 2 a, n 3 b, n 4 c, n 5 c, n 6 c), mit Ausnahme
von n 2 b und n 6 e, die ja außerhalb des Bereiches jener Anastomosen liegen; die vorderste derselben
(anst 1 ) ist fraglich und deshalb nicht so deutlich dargestellt. Vergr. 12 mal.
Fig. 3. Tarantula marginemaculata (C. L. K.) Unterschlundganglion und die von ihm abgehenden Nerven des
2 .— 6. Extremitätenpaares mit ihren 3 Paaren ventraler Wurzelnerven (n 4— 6 v); mit Ausnahme dieser nur die
proximalen Teile der Nerven gezeichnet. Ansicht von der Ventralseite; Vergr. 5 mal.
Prosomales Entoskeletalsystem.
Fig. 4. Mastigoproctus giganteus (H. Luc.) $. Prosoma, nach Entfernung des Carapax, sämtlicher Weichteile und
des Coxolabralapodemes (des 2. Paares), von oben (innen) gesehen. Die Cheliceren sind ebenfalls entfernt
und von den übrigen Extremitäten nur die grundwärtigen Glieder gezeichnet; die dorsale Wandung der Hüfte
des letzten Beinpaares ist auf der rechten Seite aufgeschnitten und umgelegt, um das dort gelegene bewegliche
Skelettstück (dpi. co.) von innen zu zeigen; hinter dem Metasternum ist das Sternit des 1 . Hinterleibsringes
(urst 1 ) zu sehen. Vergr. 3 1l2 mal|l|$g
Fig. 5. Dämon vaneg atus (Perty) c f. Dasselbe, jedoch ist das vordere Coxalapodem des 1. Beinpaares (apd. ant. 1)
nur links entfernt, und das weichhäutige Haarfeld des Coxopodits eingeschnitten, wodurch eine geringe Lageverschiebung
der ganzen Coxa gegenüber jener der rechten Seite eingetreten ist. Der Trochanter der 3. Extremität
liegt über dem der 4. Die vorderen Coxalapodeme der 3.— 6. Extremität (apd. ant. 2— 5) sind rechts
zum T eil längs den (vorderen) Hüftleisten abgeschnitten, um die Höhlung der Hüften zu zeigen. Von
Hinterleibssterniten ist das 1. (urst 1, zweiteilig) und der vordere T eil des 2. (urst 2 vr.) zu sehen. Vergr. 4 Vs mal.
Tafel II.
Hinterleibsganglion und die angrenzenden Körperteile von Thelyphonus.
Fig. 6. Mastigoproctus giganteus (H. Luc.) $. Die 6 letzten Hinterleibssegmente, vom Rücken her aufpräpariert, nach
Entfernung der Tergite, des Herzens, des Darmtraktus (mit Ausschluß des Rectums), der Geschlechtsorgane und
der Mehrzahl der Muskeln. Man sieht von oben her auf das Hinterleibsganglion und die von ihm ausgehenden
Nerven, ferner die beiden letzten Dorsoventralmuskelpaare, die großen, asymmetrisch gelagerten Analdrüsen,
die Muskeln des Flagellums und des Rectums, und den Basalteil des Schwanzes. Vergr. 7 mal.
Muskelsystem.
Thelyphonus ccuidahis (L.).
F ig ..7— 9 sollen gewissermaßen verschiedene Präparationsstadien darstellen, die man bei der Untersuchung des
prosomalen Muskelsystems durchlaufen muß, wobei, um Platz zu sparen, in jeder Figur 2 derartige Stadien
gezeichnet worden sind. Der Carapax ist entfernt, von den 5 hinteren Extremitätenpaaren sind nur die grundwärtigen
Glieder und vom Hinterleib die ersten beiden Ringe ganz oder teilweise abgebildet. Vergr. etwa 4 1 /2 mal.
Fig. 7. Außer dem Carapax ist in der linken Hälfte des Bildes nichts entfernt, nur der hintere T eil des Muskels 4
schräg abgeschnitten, um 7 und 8 sichtbar zu machen; die Medianaugen liegen zwischen den Cheliceren, die
Lateralaugen sind nicht gezeichnet; wir sehen den prosomalen Abschnitt des Herzens (hz) und darunter und
zwischen den Muskeln die Läppchen der prosomalen Darmdivertikel. Die beiden ersten Urotergite (urt. 1 u. 2)
sind in toto dargestellt, und man sieht, wie das vordere (urt. 1) aus mehreren Teilstücken besteht, wie man sie
in ähnlicher Form bei allen Thelyphoniden findet. In der rechten Bildhälfte fehlen bereits die Muskeln 2, 3, 9, 21.
Fig. 8. Entfernt worden sind weiter die linke Chelicere und ihre Muskeln, der pro- und opisthosomale Mitteldarm,
die rechte Hälfte der beiden ersten Urotergite, das Herz bis auf die gegabelte Aorta cephalica (hza), die
rechte Coxaldrüse (cdr) und die Muskeln 1 , 4 — 6, 8, 1 1 , 1 3— 24. Man erkennt deutlich in situ das Oberschlundganglion,
das Entosternum und die linke Coxaldrüse. Von den auf der linken Seite gezeichneten
Muskeln fehlen rechts Nr. 19, 25, u. 41 , abgesehen von -34, der durch 32 rechts verdeckt wird.- Ferner sind
hinten das 1. Urosternit und der rechte 2. Dorsoventralmuskel (92) zu sehen, vom 1. Paar dieser Muskeln (91)
nur die Insertionsstellen auf der Hinterfläche des Entosternums; durch die Foramina entosterni scheinen das
Unterschlundganglion und einige von ihm nach hinten abgehende Nerven durch.'
Fig. 9. Die rechte Chelicere, die linke Coxaldrüse, das Entosternum, das Oberschlundganglion und die Aorta
cephalica, die linke Hälfte der beiden ersten Urotergite und die Muskeln 7, 10, 12, 27— 34, 37, 38, 40 sind
weiter entfernt worden; man sieht das nun ganz frei gelegte Gnathopodenpaar mit der zwischenliegenden Ober-
’ lippe und dem Coxolabralapodem, das Ünterschlundganglion und' die. von ihm ausgehenden Hauptbeinnerven,
deren letzter rechts auf einer kurzen Strecke ausgeschnitten worden ist, damit man das apd. med. 4 (der 5.
Extremität) erkennen kann. Die auf der Ventralseite des Entosternums ansitzenden Muskeln (48— 59) sind mit
Ausnahme des letzten auf der rechten Seite der Figur nicht gezeichnet. Die dorsale Wand der Hüfte des
letzten Beines ist auf der rechten Seite zürückgeklappt, sodaß der links nicht sichtbare Muskel 67 ganz zu sehen
is t.. Außerdem erkennt man noch den schmalen, das Zentralnervensystem durchbohrenden Oesophagus, (oes).
Tarantula palrnata (Hbst.) und Phrynichus reniformis (LI).
Fig. 10— 12 sind das Gegenstück zu Fig. 7— 9 , doch ist die Präparation nicht ganz in derselben Weise durch-
geführt, was ein Blick , auf die fraglichen Figuren, zur Genüge besagt.
Fig. 10. Tarantula palrnata (Hbst.). Außer dem Carapax ist in der linken Bildhälfte nur der Lateralaugenkomplex