
und sonstigen dispermen Keimen nie eine mitotische Zelle findet, in der ein Teil der
Chromosome diminuiert wird, der andere nicht,, .schließt also die Annahme erbungleicher
Chromosomenteilung noch lange nicht aus.
Aber sogleich erhebt sich dietjFrage, w ie es denn geschieht, daß b e i n i c h t .w e n i g e r
a l* zw e i D r i t t e l n der doppelbefruchteten E i e rR . e b e n den „Zw illin g e n 'B tSK e n a u zw e i
K e im b a h n e n g i t b i l d e t w e r d e n . Bei diesen Keimen vollzieht die Hälfte der.aijg- der"ersten
Teilung simultan hervorgegangenen Vierzelhfftgruppe — entweder sogleich oder um eine Stufte
s p ä te r® - die Diminution. Wir müßten also vom Standpunkte der Hypothese, erbungleicher
Chromosomenspaltung schließen, die vierpolige Mitose verteile den . Ghromatinvorrat in
zw e i D r i t t e l n der Fälle derartig auf die .Tochterzellen, daß in dem einen Paare die konservative
Tendenz der Keimbahnschleifen, im ändern das diminutorische Element d ifflo b e f,
h and erhält. Wie dies a f e r möglich wärfe' leuchtet nicht ohne weiteres ein: in ,Anbetracht
d e r „Regellosigkeit“ jener multiplen- M ito s ^ d j lte man glauben, daß eineffih j ausnehmend
günstige, die beiderseitigen Einflußsphären genau proportional der typischen Vorschrimbe-
messende Gruppenbildung minder häufig zu Stande käme.
Nun fehlt uns freilich, solange wir über das Wesen der anzunehmenden Reizvorgänge;
die Art, wie sie bei,,gleichzeitiger Gegenwart aufeinander wirken, ihr r e la tr^ B tä rk e v e r h ä lt-
nis im unklaren sind, jede Grundlage zu einer erschöpfenden Beurteilung dieser Konkurrenzfrage.
Abe r-d a rau f kommt :es uns zurzeit auch g a r nicht an. Was wirterfahréjr wollen, ist nur,
«jäheine prinzipielle M ö g l i c h k e i t , das überwiegend häufige Auftreten zweier:.Keimbahnen
mit der Hypothese erb u n g le ich er. Chromosomenteilung in Einklang zu b rin g e n /. sieh, erweisen
läßt, jp jn d ich denke, d aß solches: gelingt.
Stellen wir uns die Bedingungen des intracellulären Kampfes in einer Weise vor,
gegen die das Odium zu hoher Komplikation jedenfalls nicht eingewendet werden k ann : die
Wirkungsart d e r zweierlei widerstrebenden Chromosöme sei analog, ihre, individuelbdetermi-
natorische Kraft sei gleich, und einfach zahlenmäßige M a j o r i t ä t entscheide, ob diese oder
jene Partei die andijifc iüberwältigen,, das Zellprotoplasma in ihrem Sinne determinieren, soll'.
Dann müßten also am Anfang jeder Zwillingsontogentels die Chromosome derartig auf die
Spindeln der vierpoligen Mitose verteilt worden sein, daß zwei von den vier Tochter/eilen
mehr Diminutions- als Keimbahnschleifen e rh a lten / die beiden anderen das umgekehrte.
;3Hnd d i e |j j Annahme steht, soweit die bisherigen Erfah ru n g en reichen, nichts Tatsächliches
im Wege. Die von B o v e r i mitgeteilten u nd alle die zahlreichen Fälle, die ich selbst untersuchen
konnte, , lassen diè Möglichkeit einer entsprechenden Deutung zu; wie ja auch unser
schematisches Beispiel ;Krg. RRRR, p, 273) in den zwei oberen Zellen eine Majorität der dimi-
nutorischen„iGhromosome, d. h. Diminution, in beiden unteren den Keimbahntypus ergeben
w ü r d e .^ B H ä tte nun diese besondere Art d e r Gruppenbildung irgendwelche Aussicht,
h ä u f i g e r tdp andere aufzutreten? Gewiß! Die Hypothese erbungleicher Kernteilung führt,
wie wir gesehen haben, unweigerlich zu der Forderung, d a ß zwischen den differenziellen, für
obere und untere Tochterzelle bestimmten Hälften der ersten Furchungsspindel und dem
anisotropen Eiprotoplasma eine orientierende Wechselwirkung bestehen müsse, die für die
richtige Einstellung der Spindelpolarität zu sorgen h a t (vgl.jp. 272p : Nehmen wir an, es
handele sich dabei um attraktive Wirkungen zwischen je einem Plasm ap o l.^u n d den programmgemäß
für die betreffende Seite designierten Tochterchromosomen, so ist fast gewiß,
d aß der ordnende Einfluß dieses typischen Apparates s ich auch bei der abnormen Mitose
doppelbefruchteter E ie r geltend machen werde. .Jedes .Chromosom, das zufällig in den
Machtbereich eines aufnghgEstehenden Zentrenpaär<l|gelangf, gäbe die Spalthälfte „P ,“ nach
unten, die : diminutorisch gestimmte 4H ä l^ : ;, A B “ nach oben ab. Und wenn schon hierdurch
i^inesifeühebliche .Anhäufung gleichartiger Tochterchromd|ome um je zwei Zentren gesichert
wäre, so bestände noch überdies • die“ Möglichkeit, daß, unter der richtenden Einwirkung der
Plasmapolarität durchschnittlich die Mehrzahl der vorhandenen Kernschleifen sich auf die
.t&umähornd vertikalen Spindel,Tl., verteilte; hierdurch würde die Aussicht auf relativ reinliche
Scheidung der beiderlei "diromosomensorton. die Bildung einer gleichnamigen Majorität in
ietzwei Toch'terzellcr«inoch mehr gesteigert. TJais h(«i®t. der- Fall, d a ß von den vier ersten
Zellen eines doppelbefruchteten Eies zwei ihre Kerne diminuieren, zwei andere nicht,
m ü ß t e b e s o n d e r s h ä u f i g s e in . Und so verträgt sich denn, wie wir sehen, die auf den
ersten Blick befremdliche Tatsache, daß trotz der mit der multiplen Mitose verbundenen
Konfusion überwiegend oft zwei Keimbahnen angelegt werden, dennoch ganz gut mit der
Hypothese erbungleicher Chromosomenteilung.
Andererseits hätte, wenn unsere Annahme zutrifft, das Vorkommen dispermer Keime,
bei denen w e n i g e r o d e r m e h r a l s d ie H ä l f t e des primären Zellenbestandes in Diminution
getreten is tp n ich ts überraschendes. B o v e r i legt auf die letztere Kategorie, die
Fälle mit n u r e in e r Keimbahn, viel Gewicht. Nach seiner Meinung entstehen sie allemal
durch eine besondere Aufstellung der vierpoligen Mitose im Ei, indem die Centrosome sich
nicht, wie sonst, paar weis auf seine obere und untere Hälfte verteilen, sondern ein einzelnes
. Zentrum den ventralen Plasmabereich für sich allein in Anspruch nimmt: so geht die „keimbahnbildende“
Beschaffenheit des unteren Plasmaviertels auch nur auf eine einzige Tochterzelle
über; alle ändern, nämlich die gegenüberliegende obere und zwei ungefähr äquatoriale
Zellen verfallen der Diminution. Nun hat ssss
zwar B o v e r i multiple Teilungsfiguren der hier
geforderten A r t an konserviertem Materiale
mehrfach aufgefunden; daß aber zwischen den
beiderlei Gebilden ein wirklicher und obligatorischer
Zusammenhang bestehe, vermutet er
wohl nur. So bleibt es denn auch erlaubt, die
fraglichen Fälle auf eigentümliche Gruppenbildung
differenzieller Chromosome, die eben
den Keimbahnschleifen n u r in e in e r Zelle die
Majorität verschafft, hypothetisch zurückzuführen
.— Ü brigens trat diese Art von Mißbildungen
in dem von mir untersuchten Materiale viel seltener
auf, als ihr Gegenstück: disperme Keime
mit einem Ü b e r s c h u ß an Keimbahnzellen.
Doppelbefruchteter Keim von A. m. bivalens.
F ig. S S S S stellt ein solches Gebilde dar. Es
macht im allgemeinen den Eindruck eines regelrechten Zwillingskeimes und trägt, wie jener,
am unteren Pol ein Konglomerat von zweimal zwei Zellen mit Keimbahnkernen. Daran
schließen sich vier Blastomere mit frischen Spuren stattgehabter Diminution, die ich als