
erwähnen übrig. Das V o r d e r s t e (n sy?.)'entspringt seitlich vom Gehirn auf der Fläche des
Unterschlundganglions, etwa zwischen den Wurzeln der Nerven n 3 Und n 4 ; die beiden zarten
Nerven ziehen dorsal und innervieren vielleicht den vorderen Teil des prosomalen Mitteldarmes,
wie ich es auch von einem gleich benannten feinen Nerven der Thelyphoni vermutet
habe (cf. Taf. I, Fig. 1 und Textfig. 29). Die b e id e n h in t e r e n P a a r e (edrn 1 und cdrn ä)
erscheinen zunächst als dorsale Wurzelnerven der Nerven des 4. und 5. Beinpaares, sie in-
nervieren aber, wie die entsprechenden Nerven der Thelyphoniden, die Cöxa ldrüsen; sier sind
kurz,r-einfach und leicht bei der Präparation zu übersehen, wenn man nicht von Anfang an
A ch t auf ihr Vorhandensein gibt.
Von der: Hinterseite des Unterschlundganglions gehen wieder die das Opisthosoma versorgenden
Nerven aus.
Schizopeltidia. Die allgemeine Gestalt des Unterschlundganglions ist noch etwas länglicher
als bei den nahe verwandten Thelyphoniden. E s reicht vom Hinterrafide der Hüften
des 2 . bis an den Vorderrand der Hüften des 5. Extremitätenpaares, nimmt also relativ -h#?
deutend mehr Raum ein als das jener Formen. Leide r reichte mein Material nicht aus, um
mehr als den Verlauf der Hauptbeinnerven des Prosoma zu ermitteln, die sämtlich vom Unterschlundganglion
aus, direkt in die Extremitäten einlaufen: (Textfig. 30). Von IntereSSÄrist die
relative Größe des letzteren, ein Punkt, in dem die Schizopeltidia gleichfalls zu den Palpi-
graden ülierzuleiten scheinen.
Patpigradi. Im Verhältnis zum oberen ist das untere . Schlundganglion der Palpigradih
das kleinste der Pedipalpen, wenngleich - es den relativ größten Raum im Prbsoma dieser
kleinen Tierchen einnimmt (cf. Textfig. 31 , 41, 85— 91). Im Aufsichtsbilde f t e x t f ig . 31r)
nimmt es von vorn nach hinten bedeutend an Breite ab; es dehnt sich fast, über die ganze
Län ge der Unterseite des Vorderleibes aus und setzt sich nach hinten unmittelbar in das
Hinterleibsganglion fort, ein von Trithyreus abweichendes Verhalten. Infolgedessen gehen die
Beinnerven sämtlich in gerader Richtung vom Ganglion in die Extremität ab. Erwähnen
möchte ich noch, daß man die Ganglienzellen bis in den Grund der Co xen der ■’>. t S » Extremität
verfolgen kann (ihre äußerste Grenze gibt in der T e x t f ig .;.31 die punktierte Linie
z an); ferner bildet das Unterschlundganglion je eine seitliche lappenartige Wucherung (w 1
und w 2) zwischen den Wurzeln der 3 hinteren Nervenpaare, die mir von anderen Pedipalpen
nicht bekannt geworden ist; vielleicht stehen dieselben in Beziehung zu dorsalen W urzelzweignerven
(?).
c. D ie G a n g l i e n u n d N e r v e n d e s O p i s th o s om a .
W ie wir bereits eingangs erfahren haben, kann man die Nerven des Opisthosoma in
zwei A rten zerlegen, welche durch ihren Ursprung am Hinterende des Unterschlundganglions
charakterisiert sind. Eine Unterscheidung derselben ist .sowohl bei den großen Formen, den
Thelyphoniden und Tarantuliden, wie auch bei den kleinen Schizopeltidia ( Trithyreus) . möglich,
während ich bei den winzigen Koenenien leider noch keinen Aufschluß habe erhalten können.
Durch die Vorwärtswande-ning der Ganglien des . Meso-- und Metasoma und die dann eintretende
Verschmelzung derselben mit dem Unterschlundganglion ist es leicht erklärlich, daß
die Nerven def vorderen Hinterleibssegmente mehr seitlich am Hinterende des letzteren entspringen
als die der hinteren Segmente.
Thelyphonidae. Bei den Thelyphoniden gehen vom verschmälerten Hinterende des Unter-
Schlundganglions zwei verschiedene Nervenstränge ab (Taf. I, Fig. 1 und Textfig. 29). Die
Wurzel des :-einen (opnw):Iiegt dorsal, ist relativ breit und'verschmälert sich nach hinten zu
allmählich; durch eine dorsale Lärigsfurche erscheint sie aus der Verschmelzung eines Strangpaares
hervorgegangen. Der aus ihr abgehende einheitliche Nervenstrang ist die K om m i s s u r
d e s H in t e r l e ib s - m it d em U n t e r s c h lu n d 'g a n g l io n . Diese Kommissur ist e in f a c h und
n i c h t d o p p e l t , w i e .neuerdings L a u r i e (41) und P o f l c k (53) behauptet haben, nur an
ihrem hintersten Ende, dicht vor dem Hinterleibsganglion teilt sie.sich ganz.:s|S|wie es schon
B la n c h a rd beschrieben hat. Der andere Nervenstrang gibt seine paarige Herkunft oft deutlicher
zu erkennen, meist ist er jedoch wurzelwärts einfach (Taf. I, II, Fig. 1, 9 und Textfig. 29);
er entspringt unter und seitlich von jener Kommissur, sodaß diese in ihrem proximalen Teile
in einer, von dem letztgemeinten Nervenstrang gebildeten Rinne verläuft. Von diesem gehen
die Nerven ab, welche die 7 vorderen Hinterleibsringe innervieren.
E s ist nicht leicht, den Verlauf dieser Nerven zu schildern; so einfach wie ihn P o cB :k (5 3 )
neuerdings angibt, fand ich ihn niemals; P o c o c k s Darstellung ist schematisch und den Tatsachen
nicht entsprechend. Andrerseits ist auch B la n c h a rd s Untersuchung nicht sehr erfolgreich
gewesen, doch bei weitem genauer und zutreffender als die des englischen Forschers.
' Zumeist verläuft der basale Nervenstrang ungeteilt bis in die vordere Hälfte de® letzten
Beinabschnittes des Prosoma, indem er einige- winzige Fasern an die Sternalmuskeln des
Prosoma ábgibt (Taf. I, Fig. 1 und Textfig. 29, y ,®| Von hier ab beginnt er . sich zu verzweigen.
Merkwürdigerweise erhielt ich von dieser -VS^weigung n iem a l s e in s ym m e t r i s
c h e s B i ld , sondern stets gingen die gleichartigen Nerven auf beiden Seiten verschiedenartig
vom Hauptstrange ab.
Es sei nun zunächst ein F all geschildert,, def relativ oft gefunden wird und in Taf. I,
Fig. 1 und Textfig. 29 daigestellt ist. Der basalé, H auptstrang' gibt zuvorderst links einen
feinén, einfachen, rechts einen bedeutend stärkeren, zusammengesetzten Nerven ab;,s während
sich der Hauptstrang no ch ein kurzes Stück nach hinten fortsetzt. Der linke einfache Nerv
(n 7) Ist der N e r v deis 1. m e s o s o m a le n S e gm e n te s .';u n d geht auch-..tatsächlich an die
Muskeln desselben, vornehmlich diejenigen, welche den Hinter- mit dem Vorderleib verbinden.
Der rechte Nerv (n 7- 8) teilt sich bald nach seinem Ursprung; wir erkennen in dem vorderen
Zweige den entsprechenden Nerven des 1. Hinterleibsringes der linken Seite; die hintere
Fortsetzung des Hauptzweiges geht in den Hinterleib über, um- sich hier weiter zu verästeln.
Die Gabeläste sind etwa gleich stark, der ä u ß e r e v o r d e r e (n 8 a)-.inuerviert die
Muskularis-Schicht des Uterus internus, der i n n e r e ' ( n 8 b) die Muskeln, welche sich dorsal
vom Uterus internus zwischen dem 1. mesosomalen Sternit und dem Uterus externus ausbreiten;
beide gehören somit dem 2. m e s o s o m a l e n S e g m e n t e an.
Verfolgen wir nun die kürze Verlängerung cfeS Hauptstranges weiter. Dieser gabelt
sich kurz vor seinem Eintritt in den Hinterleib in drei Ä s t e | | Der äußere ( n 8 a, b) inner-
viert die Muskularis des Uterus internus und die Muskeln, welche über diesem liegen; er
erweist sich also als gleichwertig dem hinteren T eile des ersten Seitennerven der rechten Körperseite
und gehört zum 2 . mesosomalen Sfegment. j ß i f beiden mittleren sind einander gleichwertig,
da sie weiter hinten die Nerven des Mf— 7. Hinterleibsringes abgeben (n 9— 13 1 und
n 9 - 13 r). Auch, in dem Ursprung dieser Nerven fand ich s t e t s e in e A s y m m e t r i e