
Äussere Morphologie.
Die äußere Morphologie der Pedipalpen ist dank den Untersuchungen einer Reihe von
Forschern schon seit geraumer Zeit in allen ihren wichtigen Punkten bekannt geworden.
Nur wenig neues vermag ich noch hinzuzufügen, möchte aber für den von der Organisation
dieser Spinnentiere spezieller nicht unterrichteten L e se r die äußere Körpergestalt derselben
nochmals in knapper Form skizzieren. Sodann sei hier der Beingliederung eine Besprechung
gewidmet, da einmal noch nicht alle Punkte in derselben richtig verstanden und ferner bisher
eine naturgetreue Beschreibung der Beinmuskulatur meines Wissens nicht gegeben worden
ist, wenn ich von meiner vorläufigen 3. Mitteilung über „die Beingliederung der Arthropoden“
(16) absehe. Endlich halte ich es für angebracht, auf einige wenige Fragen, welche Teile
des Chitinskelettes der Palpigradi (Koenenia mirabüis) betreffen, etwas genauer einzugehen, um
einige Angriffe von Seiten H. J. H a n s e n s (30) klarzustellen.
I. D ie Kö rp e fisegmentierung der Pedipalpi'
W ie bei allen Arachniden der Lipoctena-Reihe unterscheiden wir bei den Pedipalpen
einen Vorderleib oder Prosoma und einen Hinterleib oder Opisthosoma, der vergleichend
morphologisch auch Mesometasoma bezeichnet worden ist. A u f das letzte opisthosomale
Segment, in welchem die Afteröffnung liegt, folgt mit Ausnahme der Tarantuliden (Amblypygi
Thor.) ein ein- bis vielgliedriger Schwanzanhang, das Flagellum oder Telson.
Die 6 Extremitätenpaare des P r o s o m a werden bei den Pedipalpen entweder von
einem einheitlichen Rückenschild, dem C a r a p a x oder P e l t id iu m (normaler Cheliceraten-
T yp u s ; Thelyphonidae und Tarantulidae), oder von mehreren Rückenplatten (Schizonotidae,
Koeneniadae) bedeckt. Bei den Schizonotiden, (Schizonotus, Trithyreus) unterscheiden wir ein
großes P r o p e lt id ium , welches die 4 vorderen Extremitätenpaare überdacht (prpl), 2 kleine,
schmal dreieckige M e s o p e l t id ia (mspl), welche zum Segment des vorletzten (5.) prosomalen
Beinpaares gehören, und 1 größeres , bei Trithyreus durch einen tiefen longitudinalen Einschnitt
in 2 seitliche Hälften zerlegtes M e t a p e l t i d iu m (mtpl, Textfig. 1. 20.), welches die
Rückenplatte des letzten prosomalen Segmentes darstellt. Bei den Koenenien begegnen wir
dem gleichen Prinzip der Gliederung des Carapax, nur fehlt eine stärkere Chitinisierung des
Mesopeltidium, welches anscheinend ziemlich häutig ist (Textfig. 3.).
Der Carapax, resp. das Propeltidium bildet am Vorderrande einen bei den Tarantuliden.
nur sehr schmalen, bei den Thelyphoniden, Tartariden ( Trithyreus) und Palpigraden aber
ziemlich breiten „U m s c h la g “ , der seinerseits in die Verbindungshaut, die zwischen ihm und
den ersten beiden Extremitätenpaaren ausgespannt ist, übergeht. Dieser „Umschlag“ ist bei
den Telyphoniden in der Mittellinie gekielt (Textfig. 22, kl.), bei den Schizonotiden ( Trithyreus)
fand ich an der gleichen Stelle einen flachen Kanal (Taf. III, Fig. 22) und bei den Palpigraden
(Koenenia) befindet sich dort das mediane „Doppelsinneshaar“ .1 Bei den Tarantuliden bildet
der Carapax vorn in der Mediane einen dornartigen Zahn, der systematisches Interesse hat;
weniger ausgeprägt ist derselbe bei Trithyreus,. Bemerkenswert ist ferner, daß sich jener
vordere „Umschlag“ bei den Uropygi als ein schmaler Saum bis an den Hinterrand des
Trithyreus cambridgei (Thor.) $.
Ganzes Tier, von oben gesehen, nach
Abtrennung der distalen Glieder des
2 .-6 . Beinpaares. Die 7 Dörsoventral-
muskelpaare sind durch punktierte
Kreise angedeutet. Etw. schematisch.
Fig. 2.
Dasselbe von der Ventralseite.
III - VI die prosomalen Sterna.
Fig. 3.
Koenenia miräbilis Gr. $.
Prosoma, seitl. gesehen, die Beintelo-
podite sind entfernt, Behaarung nur
z. T. gezeichnet. Die Umrisse der
Peltidia sind deutlich und relativ leicht
nur mit sehr guten Mikroskop-Linsen
zu erkennen.
Barapax hinzieht, währen^iäich bei den Tarantul^Mn^ . l e besöndete,n|cbm4 J.Chitinspange,
äie den Carapax vorn, l l f f c l und hinten umrand|8i;a^ ^ E st: hat.
Wie:: d e r ,^ a ja p a ,x |H b ie te :n aucii die S t e r n a des I v S w m bei den PMipalpen gfp ße
Interschiede. Diesbezüglich verwebe i | § auf meine „ A r a ^ ^ p g is c h e n |tu d ien II“ , von wo
(11) gegebene Abbildung eines schematischen Longitudinalschnittes durch den
nirabilis, Aufs Neue besteht er darauf, daß der vordere „Umschlag“ des Propel-
auch gerne eingestehen will, daß meine ersten Untersuchungsobjekte
sind, *so muß ich doch nbermnls n a c h e n ,enterPrüfung l e b e » d e r
1 H a n s e n (30) tadelt die von mi
'orderen Teil des Prosomas von Koenenia
idiums ziemlich vertikal gerichtet ist. Wenn ich
dividuen betonen, daß der „Umschlag“ des Carapax mehr oder weniger schräg horizontal gelagert ist (cf. z. B. die Texturen
21. 27. 41), und daß das mediane Doppelsinneshaar nur wenig über das Propeltidium nach vorn vorragt. ^ oe’iema
'findet sich in dieser Eigenschaft in Übereinstimmung mit den Uropygi. Überdies dürften die Muskeln m Spiritus (96 /o ca.)