
4 Ektodermzellen. Während man bei ersteren die Kerne regelmässig in seitlicher Stellung antrifft,
bleiben sie bei letzteren in der Mittellinie liegen. Es wä re wohl nicht leicht, die einzelnen
Zellen rasch und mit Sicherheit zu erkennen, wenn uns nicht ein gutes Hilfsmittel gegeben wäre
und zwar in der Position der Zellen k a r l l a und k a l l la . Ursprünglich nahe der Mittellinie
gelegen, jedoch ohne gegenseitige Fühlung, wurden sie bei den beschriebenen Vorgängen mehr
nach der Seite verdrängt, wo ihnen durch g a r l a resp. r a l l a der W e g versperrt war. Sie
blieben daher in den Grenzfurchen liegen, welche die Doppelreihe von den ga-Zellen scheiden,
und zw ar an der Stelle, wo k a l l lß und e i l ' aneinanderstossen. D a sie .sich obendrein durch
geringe Grösse auszeichnen und einen kleinen, aber stark markierten Kern besitzen, so sind sie
unschwer zu erkennen (Taf. III, F ig. l l b, 12b, 13a). Die beiden äusseren Enkelpaare der ka -
Zellen nehmen an der allgemeinen Abplattung teil und gelangen dadurch zu grösserem Umfang.
Sie vermögen sonach einigermassen ebenbürtig die g a -R e ih e zu verlängern, die unter Zurechnung
von u y I I 2 jetzt au f 7 Glieder gewachsen ist. Dieser Reihe schliessen sich nach aussen
zu die übrigen 7 y an. Sie erscheinen jetz t infolge ihrer Abflachung gleichfalls in respektabler
Grösse. Da sie eine ausgesprochene seitliche L a g e einnehmen, so sehen wir mit der wachsenden
Krümmung des Embryo ihre nach unten auslaufenden Spitzen gegen den Krümmungsmittelpunkt
gerichtet. Dadurch aber erhält ihr Gesamtbild ein fächerartiges Aussehen (Taf. III,
Fig. 13e).
Für die Beurteilung der benachbarten b-Reihen habe ich keine völlige Sicherheit erlangt.
Bezüglich ihrer untersten Glieder k b r l lß und k b l l lß , welche seitlich von den Mikromeren
c I 2" und t I 2" lagen, nehme ich an, dass sie ihre Stellung auch fernerhin behaupten. Ihre
kleineren Schwestern vermag ich bei älteren Embryonen nicht recht wiederzuerkennen. Man
sieht dann eine ganze Schar kleiner Zellen, die durch die herrannahenden y mehr und mehr
zusammengedrängt werden. Die Grosszellen b fand ich bei jüngeren Eiern in der Vierzahl
als grosse, deutlich sichtbare Zellen an der gewohnten Stelle. Bei älteren dagegen schienen
sie sich von ihren kleineren Stammesverwandten losgelöst zu haben und gegen das Vorderende
hin gewandert zu sein (Taf. III, Fig. 13e). W ir lassen sie zunächst unbeachtet, um uns mit
dem Ektoderm im allgemeinen zu beschäftigen, werden aber gelegentlich dabei au f sie zurückkommen.
Mit dem Eintritt der Krümmung des Embryo beobachteten wir eine Einengung der Zellen
seiner Bauchfläche. Ihre vorher wohlgestalteten, hexagonalen Formen gehen dadurch in nahezu
quadratische über. Wir finden so 5—6 mehr oder weniger gerade, längs verlaufende Reihen
beiderseits der Mundspalte. Später sieht man die Zellen vielfach sogar breiter als lang werden.
Die ursprünglich runden Kerne nehmen dadurch eine queroblonge Form an (Taf. III, Fig. 13b).
Die Bauchspalte, die wir zuletzt schon stark verengt fanden, kommt jetzt durch Aneinanderrücken
der Zellen x l l a und x i iß der rechten und linken Seite in der Mittellinie zum Verschluss.
Rasch tritt auch das benachbarte Ektoderm über den letzten Stomatoblasten zusammen und
verstärkt so die hintere Begrenzung der Mundspalte. Auffällig wird mir hier jedesmal eine
links am hinteren Ende der Mundspalte gelegene grosse Ektodermzelle mit mächtigem Kern,
deren nähere Bestimmung ich nicht zu ergründen vermochte. Sicher ist, dass sie ihre Spindel
in der Längsrichtung einstellt etwas gegen die Mundspalte gewendet, und ferner, dass ihre
Teilung zwischen meine F ig. 12a und 13b au f T a fe l III zu verlegen ist. Ich nenne sie z. D a
in F igu r 13b jedoch eine ähnliche Zelle mit grossem Kern in übereinstimmender L a g e mit z
gefunden wird, so gehe ich wohl nicht fehl, sie als eine Tochterzelle derselben anzusprechen,
und lege ihr daher, wenn ich auch die Unsicherheit zugeben muss, die Bezeichnung z l l bei;
denn ich vermute, dass ihre sicher kleinere Schwester nach vorn zu liegt, die dann z l zu
benennen wäre;
Infolge der Zellabplattungen streckt sich das Hinterteil und erhält dadurch ein schmäleres
Aussehen. Das Vorderende hingegen nimmt durch die fortgesetzten Zellanhäufungen an Dicke
zu. Besonders in seinen Seitenteilen, findet eine beträchtliche Übereinanderschiebung von Zellen
statt. Es entstehen so vorspringende Lappen, die sog. Kopfwülste. Fassen wir diese jedoch
genau ins Auge, so entdecken wir noch ungemein feine Zellen über ihnen. Sie sind sehr hell
und sta rk abgeflacht, dadurch heben sie sich nur schwach von dem wegen seiner Dichtigkeit
intensiv gefärbten Zellenlager ab. Sie werden am besten in der Ansicht von hinten oder vorn
erkannt und stellen sich dann als kristallhelle, schmale, langgestreckte Sichelzeilen mit spindelförmigen
Kernen dar, die der Aussenseite der Kopfwülste auf lagern (Taf. IV , Fig. 20b bei s).
E s sind dies jene Zellen, welche z u r S t r a s s e n (4. pag. 95) entdeckte und als vom sekundären
Ektoderm abstammend annahm. Meine bisherigen Darstellungen lassen keinen Zweifel darüber
au f kommen, dass dies nicht der Fall ist. Sie gehören vielmehr alle dem primären Ektoderm
an. W ir sahen ferner die Grosszellen b (Taf. III, Fig. 13*) wohl in Berührung mit der y-Reihe
stehend, aber schon stark nach vorn verlagert. Eine kleine Verschiebung noch und ihre L a g e
würde alsdann der jener flachen Zellen entsprechen. Ich irre wohl nicht, wenn ich die Grosszellen
b ihnen zurechne. A b e r ausser diesen, deren Zahl zur Zeit 4 betragen muss, finde ich
noch einige andere Zellen, besonders nach oben hin, die mit den gleichen Eigenschaften ausgestattet
sind. Es müssen sich also, gleichwie in der Rückenreihe, auch seitlich derselben noch
einige Ektodermzellen an dem Abplattungsprozess beteiligt haben.
W ir wenden uns nun den inneren Zellgruppen
zu. Noch vor Verschluss der Bauchspalte beginnen
die Bauch zellen oder, wie wir jetzt sagen können,
das Mesoderm III sich zu teilen. Seine Spindeln
sind schräg aufwärts gerichtet, infolgedessen kommt
es zu rhombischer Anordnung seiner Teilungsprodukte.
Das vordere Zellenpaar jeder Seite
kommt meist erst zur Durchschnürung, wenn die
Bauchspalte geschlossen. ist (Fig. 7 und Ta f. II,
F ig. 7b).
Hinter e i l 2" und r I I 2" eingefügt liegt die
Zelle n. Sie scheint sich allmählich zwischen ihre
Nachbarinnen einzudrängen und deren vollständige
Trennung herbeizuführen. W ie schon oben erwähnt,
bleibt sie in ihrer Entwicklung gegenüber
ihren Verwandten zurück. Lange nachdem jene
ihre Teilung beendet haben, sieht man ihren Kern zu beträchtlicher Grösse heranwachsen.
Leider vermochte ich sie nicht in Teilung zu finden und erkenne daher ihre Nachkommenschaft
au f späteren Bildern nicht wieder. Berücksichtige ich jedoch ihre ektodermale Abstammung,
ihr von Anfang an spezifisches Verhalten, ihre mediane Stellung genau unterhalb der letzten