
rechten Ufer des Mias bleibt, zu geben, and dann von
dort aus eine besondere Exkursion nach dem wieder
7 Werste nördlich gelegenen Äuschkul zu machen.
Diess aber in einem Tage auszuführen, wäre wiederum
nicht möglich gewesen, daher Herr v. Humboldt
für sich den Plan, den Äuschkul zu besuchen,
ganz aufgab, und es mir überliess, ihn allein auszuführen.
Da es aber dazu nöthig war, schon in der
Nacht nach Poläkowsk abzureisen, um am folgenden
Tage von dort die Exkursion nach dem Äuschkul
machen, am Abend wieder naclv Poläkowsk zurückkehren,
und mit der unterdessen angelangten übrigen
Gesellschaft Zusammentreffen zu können, so suchte ich
meine übrigen Geschäfte so schnell als möglich ab-
zumachen und fuhr dann in der Nacht um 2 Uhr in
einem besondern kleinen Wagen mit Herrn f l o f -
mann ab, der sich mit grösser Bereitwilligkeit ange-
boten hatte, mich auch auf dieser Exkursion zu begleiten,
worauf wir auch schon um 9 Uhr in Poläkowsk
anlangten. Es hatte in der Nacht geregnet,
der Morgen war nebelig und kalt, und versprach keinen
günstigen Tag, doch traten wir gleich nach dem
kurzem Aufenthalte, den das Anschaffen von neuen
Pferden verursachte, unsere Exkursion an.
Der Äuschkul ist ein kegelförmiger Berg^ der
hart an der Nord Westseite des etwa 2 Werste langen
und 1J Werste breiten Sees gleiches Namens liegt.
Er ist der höchste in dem Längenthale zwischen dem
eigentlichen Ural und dem Ilmengebirge, und erreicht
nach den barometrischen Messungen vonKup f f e r eine
Höhe von 1864 Fass über dem Meere und von 744 Fuss
über der ehemaligen Kupferhütte Poläkowsk, die nach
Ku p f f e r mit Slatoust eine gleiche Höhe hat. Um
ihn herum ist die Gegend nnr hüglig und mit kleineren
Kuppen besetzt, nur in etwas grösserer Entfernung
ziehen sich im W. undO. zwei höhere Bergzüge
fort, die den Namen der Naralinskischen und Kuinatschinskischen
Berge führen und die beide nicht in
ganz paralleler-Richtung gehen, da der erstere ein
mehr nördliches, der letztere ein mehr nordöstliches
Streichen hat. Die Gegend des Äuschkul ist indessen
die höchste in dem östlichen Längenthal des Ural,
denn sie ist eine Wasserscheide für die in demselben
iliessemlen Flüsse, da nordwestlich und nordöstlich
vom Auschknl die Quellen des Mias liegen, der in
diesem Längenthale s eine nördliche Richtung nimmt,
vrährend sich südlich und südwestlich die Quellen der
Uwelka, des Ui und des Uralllusses befinden, die-in
dem nach S. immer breiter werdenden Längenthale
südöstlich oder südlich fliessen J). Aber eine gleiche
Erscheinung sieht man auch in dem westlichen Längenthale,
wo in nur wenig geringerer Breite mit dem
Äuschkul die Quellen des Ai und der Belaja entspring
en , von denen der erstere eine nördliche Richtung
\vie der Mias, der letztere eine südliche Richtung wie
der Uralfluss nimmt, so dass hier also eine Erhebungslinie
in nordöstlicher Richtung quer durch die
Ketten des Ural zu gehen scheint.
Die Quellgegend des^ Mias ist wie die Thäler
seiner oberen Zuflüsse reich an Gold. Hier liearen
ausser ändern die schon oben S. 42 erwähnten Goldseifenwerke
Anninskoi, Swiäto-Leontewskoi und Knäse-
Konstantinowskoi. Das erstere ist nur wenige Wer-
ste ostwärts von dem See Äuschkul entfernt 2) , so
*) Oer Ui behält diese südöstliche Richtung bis unterhalb Ky.
dyschkoi bei, wo er sich nach D. wendet, und bei Stepnaja das Ilmengebirge
durchbricht, während die Uwelka schon nördlich von
Slepuaja sich einen Weg durch dieses Gebirge bahnt, sich darauf bei
Troizk mit dem Ui verbindet, und mit diesem dann vereinigt in
östlicher Richtung dem Tobol zufliesst. Der Ural, dessen Quellen westlicher
als die der ebengenannten Flüsse liegen, setzt dagegen seinen
Weg in demUängenthale vonIMiask über 3 Breilegrade fort, bis auch
er seine Richtung verändert und beiOrsk westlich durch das Gebirge
liindurchlliesst.
2) Nach den Nachrichten, die S t r i s c h e f f (Gornoi Jo u rn a l vom
11 *