
durch Herrn Ka r e l in auf seine Bekanntschaft sehr
begierig*).
Unter den Mineralien des Herrn Kar e l in befinden
sich eine grosse Menge der sogenannten Aöroli-
the von Sterlitamak, die von E v e r sma n n zuerst
bekannt gemacht, und von He rma n n 4) in Moskau
später analysirt worden sind. Ich erwähne dieser
vorzugsweise, da Herr Kar e l i n , der sie früher selbst
von Sterlitamak mitgebracht hatte, so gütig war mir
einen grossen Theil derselben zum Geschenk zu machen,
und ich daher im Stande bin, hier eine vollständige
Beschreibung derselben zu geben.
Diese sogenannten Aerolithe von Sterlitamak haben
die Gestalt von mehr oder weniger abgeplatteten
Körnern, deren grösster Durchmesser 3 bis 4 Linien
beträgt, und die offenbar unvollkommne Krystalle sind.
Sie haben die Form von Octaödern und Leucitoödern,
die nach einer octaödrischen Axe mehr oder weniger
zusammengedrückt sind. Die Flächen sind uneben
und in der Regel eingesunken, zuweilen aber auch
Durch H e rrn K a r e l i n wurden wir noch mit einem jungen
Kosaken,Unterafficier Herrn K a r in bekannt, der neben seinen Amts-
geschaffen sich u n te r der Leitung des H e rrn K a r e l i n sehr erfolgreich
mit der Naturgeschichte^ und namentlich mit der Botanik beschäftigte,
E r besass ein schöne» H e rb a rium, das die Pflanzen der
Steppe en th ie lt, und aus dem e r H e rrn E h r e n b e r g , der dasselbe
mit Interesse durchsah, manches Neue mittheilen konnte. H e rr v o n
H u m b o l d t , der sich lebhaft fü r diesen jungen Mann interessirte,
erlangte bei seiner Rückkehr nach Petersburg von Sr. Majestät dem
K a ise r, dass auf Staatskosten fü r seine weitere wissenschaftliche
Ausbildung gesorgt werden s o llte , damit e r später a u f n a tu rh isto ri-
risclie Reisen in die Kirgisensteppe gesandt werden k önnte, wozu
e r bei seiner Kenntniss der Sitten und Gebräuche der Kirgisen sich
sehr eignete. Man liess ihn nach Petersburg kommen, wo e r im
botanischen Garten u n te r der Leitung des Professor F i s c h e r sich
ausbildete. Später wurde e r als Ofiicier ins Ausland geschickt, wobei
wir das Vergnügen h a tte n , ihn auch in Berlin zu sehen.
*) P Q g g e n d o r f f s Annalen B. XXVIII S. 570.
gewölbt; die Kanten sind mehr oder weniger 'gekrümmt
und treten aus den Flächen hervor, selbst wo
diese gewölbt sind. Am meisten erscheinen die Oc-
taeder zusammengedrückt, die Leucitoöder sind oft
noch ziemlich gut erhalten. Im Innern sind die Krystalle,
wie schon Hermann angegeben hat, fasrig:
die Fasern stehen ungefähr senkrecht auf den Flächen
und stossen demnach von beiden Enden in der Mitte
zusammen. Von Spaltungsflächen, die Hermann beschreibt,
habe ich nichts wahrgenommen. Sie sind
auf der Oberfläche schwärzlichbraun, und wenig glänzend
bis matt, im Innern reiner braun, und im Strich
gelblichbraun. Ihr specifisches Gewicht ist nach He r mann
3,706 und ihre chemische Zusammensetzung
Eisenoxyd 90,02
Wasser 10,19
100,21.
Die chemische Formel F H. Sie sind demnach nichts
anderes als Krystalle von Eisenkies, die in dasselbe
Eisenoxydhydrat verändert sind, worin sich, wie v o n
Kobe l l g eze igt, der Eisenkies bei der Umänderung
seiner chemischen Beschaffenheit immer verändert, und
das verschieden von dem gewöhnlichen Eisenoxydhydrate,
dem Brauneisenerze, ist. Dabei haben sie
wahrscheinlich die Regelmässigkeit ihrer Form verloren;
sie sind zusammengeschrumpft und im Innern
fasrig geworden, was freilich bei der Umänderung
des Eisenkieses nicht immer der Fall ist, indem die
veränderten Krystalle gewöhnlich auf der Oberfläche
glatt bleiben und im Innern dicht werden, doch erscheinen
sie auch zuweilen im Innern fasrig, wie
z. B. die schönen veränderten Eisenkieskrystalle von
El Gisan im südlichen Aegypten beweisen, die E h r
e n b e r g mitgebracht hat.
Diese Körner sollen nun als Kerne von Hagel
am 24. Oct. 1821 herabgefallen sein, doch versicherte