
Der Gewichtsüberschuss röhrt davon her, dass
das Cer als Oxyd angegeben und im Minerale sehr
wahrscheinlich als Oxydul enthalten ist. Die Formel,
welche Wü h l e r für diess Mineral aufstellt, ist:
Ca2
Th2
Ce2
Ta + Na F
Der viel geringere Wassergehalt und die gänzliche
Abwesenheit von Uran unterscheiden in Rücksicht
der chemischen Zusammensetzung diesen Pyrochlor
besonders von dem Pyrochlor von Friedrichswern
und eben so von dem von Brevig. Ob diese Unterschiede
hinreichend sind einen Gattungsunterschied
zu begründen, müssen spätere Untersuchungen lehren.
Der Uralische Pyrochlor kommt gewöhnlich in
dem Feldspath eingewachsen vor, nicht selten sind
die Krystalle mit den beschriebenen Krystallen des
Zirkons zusammengewachsen, die in diesem Fall oft
sehr schön ausgebildet sind. Seine Entdeckung geschah
erst das Jahr vor unserer Ankunft, man hielt ihn aber
bis zu derselben für Spinell. Ziemlich zu derselben Zeit
bestimmte ihn auch als Pyrochlor B e r z e l i u s , dem
Prof. Ku p f f e r Krystalle desselben geschickt hatte. —
Fin folgender Schürf in einer ändern kleinen
Kuppe zeigte ein förmlich syenitisches Gemenge. Hier
finden sich
1. F e l d sp a th in vorherrschender Menge fleisch-
rotb und grosskörnig.
2. Ho rnbl ende , schwärzlichgrün, grobkörnig,
doch nur in geringer Menge. Die Spaltungsflächen
sind etwas gestreift und nicht von der gewöhnlichen
Vollkommenheit.
3. Glimmer, grünlichschwarz, an der Oberfläche
tombakbraun, nur in einzelnen Blättchen und Zusammenhäufungen
zwischen dem Feldspath der Hornblende.
4. Qua r z von grünlichweisser Farbe in kleinen
Parthien und sehr sparsam.
,5. Apa t i t in kleinen gelben Krystallen, mei-
stentheils in Hornblende eingewachsen.
6. P y r o c hl o r in Körnern, weniger in deutlichen
Krystallen, sonst wie der vorige. .
7. Ti t a n i t , das bemerkenswertheste Mineral dieser
Stelle. Er findet sich in Krystallen und derben
Massen, erstere aber von ausserordentlicher Grösse,
da sie mehrere Zoll lang und verhältnissmässig breit
sind. Sie haben sonst die gewöhnliche Form des ein*
gewachsenen Titanits und erscheinen als Prismen von
136° 5 ihre Flächen sind aber gewöhnlich uneben oder
rauh, auch ist ihr Inneres oft porös. Sie sind gelblichbraun,
auf der Oberfläche w en ig , im Brache stellenweise
stark glänzend von Fettglanz, nur an den
Kanten durchscheinend. EsistdemnachnurdieGr0s.se,
die diese Krystalle bemerkenswerth macht, da s i e .
sonst im Uebrigen nicht ausgezeichnet sind *), Die
derben Parthien zeigen schalige Zusammensetzungsstücke,
zwischen denen sich öfter eine gelbe erdige
Substanz befindet. —
Von diesem Schürf aus führte uns unser W eg immer
|durch den Wald mehr zu derHöhe des Hmengebirges.
¡Wir gelangten nun zuerst zu, einem Gestein, das
[Quarz als wesentlichen Gemengtheil enthielt, während er
jin dem eben beschriebenen Syenite nur in sehr gerin-,
ger Menge als unwesentlicher Gemengtheil enthalten
hvar. Man kann dies Gestein vielleicht am zweckmäs-,
jsigsten W e i s s s t e i n nennen, denn es besteht aus einem
körnigen Gemenge von vorherrschendem schnee-
pveissen Feldspath und Albit, etwas graulichweissem
' ) Sehr schone Krys talle von Titanit ha t man nach L i s s e n k o
später an e ine r ändern Stelle im Ilmengebirge beim See Iscbkul gefunden;
sie sind hier unmittelba r u n te r der Dammerde im z e r s tö r en
Feldspath vorgekommen. (Go rn o i - Jo u rn a l 1834, B. II Sj 16.)