
keimen lernten. Am reichsten ist diu cntomologiaoho
Sammlung, bei welcher uns Herr X w i ck, der ein
sehr gründlicher Keuner der Naturgeschichte ist, unter
anderem auf die giftigen ¡Skorpione der ¡Steppe, auf
eine nur wenig gekannte Äusserst, giftige ¡Spinnenart,
welche von den Kalmücken die schwarze VViltwo g e nannt
und deren Hiss von ihnen sehr gefürchtet wird,
und auf die Heuschrecken, diese fürchterlichste Plage
der Steppe, deren die Ltift verfinsternde ¡Schnuren alles
verheeren, wo sie hinfallen, aufmerksam machte.
Mit der Besichtigung dieser eben so interessanten
als verschiedenartigen Sammlungen verging der Vormittag.
Herr v o n Humbo l d t hatte sich schon etwas
früher entfernt, um seine magnetischen Beobachtungen
zu machen*), Herr E h r e n be r g besuchte noch Herrn
un d er l i eh, um dessen botanische Sammlungen
7.u sehen, und ich ging mit Herrn Z w i c k zu der
Quelle in der Nähe der Stadt, welche dieselbe mit
Trinkvvasser versorgt, um ihre Temperatur zu untersuchen.
Ich fand dieselbe S°,5R.j die Quelle ist zwar
gefasst, und die Quelhvasser sammeln sich vor ihrem
Abfluss in einem ziemlich grossen Bassin, scheinen
aber doch in ihrer Temperatur durch die Temperatur
der äusseren Luft nicht bedeutend verändert zu sein.
Leider verhinderte es unsere Z e it, die 9 Werst entfernten
in der Sarpaschen Hügelkette entspringenden
Mineralquellen zn besuchen, die früher, ehe andere
Mineralwasser in Russland bekannt und besucht waren,
sich einer grossen Berühmtheit erfreuten, aber
auch noch jetzt häufig sowohl zum Trinken als zum
s s t Theil iu die Sammlungen der Akademie der Wissenschaften in
P e te rih a rg gekommen ist. Münzen von Silber nnd Kupfer weiden
wie im Bolgari noch je tz t häufig von den Bewohnern dieser Gegen,
de* g e fa a d e a , nnd an die Reisenden verkauft. Der grösste Theil
Serselbea stammt aus dem vierzehnten Jahrhundert.
*) H e rr v o n H u m b o l d t fand hier die Inklination der Magnet.
* * *H «2® Ly,9.
Raden benutzt werden. Die Quellen sind aber später
von GII bol besucht, der auch das Wa#*er einer chemischen
Untersuchung unterworfen, nnd in 10 (,'nzen
Wasser die folgenden Beatarnltheile gefunden hat ') :
freies kohlensaures (las 0,79 Knb. Z.
doppelt kohlcrisauro Kalkerde. 4,4170 Gran
Talkerde 0,0831 -
Schwefelsäure» Natron 12,3838 -
Schwefelsäure Talkerde 1,5411 -
Kalkerde 3,4000 -
i/hlornatrium 13,8149 -
Ghlorkalium und Kieselsäure .Spuren
37,7008 Gran
Das specifische Gewicht des Wassers ist bei 15 ° fi
1,00276. Man sieht daraus, dass die Quelle za den
wirksamsten Heilwassern gerechnet werden muss.
Nachdem uns am Mittage noch die sammtlichen
Beamten der Kolonie mit ihrer Gegenwart erfreut hatten,
nahmen wir Abschied von unseren Gasten, durch
die uns die kurze Zeit unseres Aufenthaltes in Sarepta
eben so angenehm als lehrreich vergangen war. so
wie auch von dem Herrn Hofrath E n g e l k e , der von
hier aus wieder nach Saratoff zurückkehrte. und setzten
unsere Reise nach Astrachan weiter fort. Wir
waren hierbei wiederum nicht auf unsere ursprüngliche
Gesellschaft beschränkt, denn der General-Gau-
verneur von Astrachan, Herr von Os s ip o f f , hatte,
von der Ankunft von Herrn v o n Humbo l d t unterrichtet,
mit zuvorkommender Güte ihm Herrn S t r a -
n a k bis Sarepta eutgegengesendef, um ihn durch sein
Gouvernement, das gleich hinter Sarepta an fängt. zu
begleiten. Da Herr S t r a n a k zwar ein gebomer
Engländer, doch schon seit längerer Zeit in russischem
Staatsdienst war, und sich namentlich schon längere
*) Vergl. Ge b e ! Reise in die S ttp p e a des sudliebeu Rasshuids
Th. I I S. 154.