
seiner sind Höhlungen entstanden, die nur zum Theil
mit Eisenocker ausgefüllt sind; andere bilden aber im
Innern eine vollkommen homogene Hornblendemasse, in
welcher man weder durch Unterschied in der Farbe,
noch durch Spiegelung die geringste Spur von Augit-
masse sehen kann.
Dieser vollkommene Uebergang, den man bei dem
Augit von Arendal beobachten kann, von den äusser-
lich glänzenden Krystallen, die im Innern nicht die
geringste Spur von Hornblendemasse enthalten, bis
zu den äusserlich drüsigen Krystallen, die im Innern
nicht die geringste wahrnehmbare Spur von Augit
enthalten, wenn gleich sie äusserlich die Form des
Augits haben, macht die Vorstellung einer Verwachsung
von Augit- und Hornblendemasse, die man besonders
bei Betrachtung, des eben beschriebenen Sah-
lites von Arendal haben konnte, wenig wahrscheinlich.
Man müsste annehmen, dass die drüsigen Krystalle
doch noch im Innern etwas Augitmasse enthielten,
sieht aber nicht ein, wie diese, in jedem Fall doch
nur sehr geringe Menge die Ursache hat sein können,
dass das Ganze ihre Form angenommen hat. Vielmehr
drängt sich hier der Gedanke auf, dass dieser ganze
Uebergang bei den Krystallen von Arendal durch all-
mählige Umänderung der Masse des Augits in die der
Hornblende hervorgebracht, die zuletzt beschriebenen
Krystalle daher Afterkrystalle der Hornblende sind.
Was aber von dieseii aufgewachsenen Krystallen gilt,
gilt auch von den eingewachsenen Uralitkrystallen, bei
welchen, wie bei dem Uralit von Muldakajewa, ganz dieselbe
Verwachsung vorkommt, und die man daher ebenfalls
für umgeänderte Augitkrystalle zu betrachten hat.
Die Uralitkrystalle, welche noch einen Kern von Augit
haben, sind noch nicht vollständig umgeändert, die
ohne diesen sind vollständig umgeändert. Man hat
bei dem so häufigen Vorkommen des Augitporphyrs
im Ural Gelegenheit, diesen Uebergang von Anfang
an zu beobachten; denn auch bei den völlig unversehrt
scheinenden grasgrünen Augitkrystallen von Nikola-
jewsk bei Miask habe ich beim Zerschlagen verschiedener
Krystalle schon einzelne Stellen von Hornblende
gefunden, die von der Oberfläche bis tief"ins
Innere des Augits gingen, und die auch, da ausserdem
in der ganzen Masse des Augitporphyrs keine Hornblende
vorkommt, für eine anfahgende Umänderung g e halten
werden müssen. Diese ist demnach auch bei den
eingewachsenen Krystallen nicht immer ganz allmählig
von aussen nach innen vor sich gegangen, sondern
auch oft, durch kleine Risse und Spalten begünstigt,
schnell ins Innere gedrungen, wie man diess bei den
Krystallen von Arendal ganz deutlich wahrnehmen
kann.
Auffallend wäre freilich bei dieser Erklärungsweise
die grosse Regelmässigkeit, mit welcher diese
Umänderung erfolgt ist. Sind die Uralitkrystalle in
der That in Hornblende veränderte Augitkrystalle
oder Afterkrystalle der Hornblende, so sind sie das
erste Beispiel," ’dass die Afterkrystalle Spaltungsflächen
haben. Gewöhnlich besteht das Innere der Afterkrystalle
in einer mehr oder weniger grobkörnigen bis
dichten, oder aus einer fasrigen Masse; die fasrigen
Individuen stehen eniweder senkrecht auf den äusseren
Flächen des Afterkrystalls, w7ie bei dem geschmolzenen
Zucker, wenn er sich in krystallisirten umgeändert
hat, oder bilden büschelförmige Aggregate, die
von der Oberfläche nach innen gewachsen sind, wie
bei den Afterkrystallen des Malachits, in der Form
der Kupferlasur. Vielleicht bestehen aber auch die
Uralitkrystalle aus fasrigen Individuen, die nur nicht,
wie gewöhnlich, rechtwinklig oder schiefwinklig auf
der Oberfläche des Krystalls stehen, sondern unter
einander und der Hauptaxe des Augitkrystalls parallel
liegen, und ausserdem noch die bestimmte Lage g e gen
den Augitkrystall haben, wie die oben beschriebe-
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