
6. Chrysoberyll
findet sich krystallisirt und in kleinen derben Parthieri
mit Phenakit und Smaragd in Glimmerschiefer eingewachsen
an der Takowaja, ostwärts von Katharinenburg
(II, 379). DieKrystalle sind ausgezeichnet durch
ihre Grösse, worin sie die bekannten Abänderungen
aller anderen Länder übertreffen, durch ihre dunkel
grasgrüne Farbe, die von allen übrigen Abänderungen
verschieden ist, und von einem geringen Gehalt an
Chromoxydul herrührt, und durch ihren Dichroismus,
indem sie, gegen ein helles Licht gehalten, hyazinth-
roth durchscheinend sind.
7. Spinell- uud Magneteisenerz-artige Mineralien.
1) Ch l o r o s p in e l l findet sich nur krystallisirt
in Octaedern von 1 bis 3 Linien Grösse und von grasgrüner
Farbe, die mit krystaliisirtem Magneteisenerz
und gelbem Granat in dem Talkschiefer der Schischims-
kaja Gora ostwärts von Slatoust eingewachsen sind
(II, H7).
1) Z e i l a n i t in grünlichschwarzen Körnern von
1 bis 3 Linien Durchmesser, nie in regelmässigen
Krystallen, im Barsowit eingewachsen, der in Blöcken
in dem Seifengebirge von Barsowskoi bei Kyschtimsk
vorkommt (II, 153.) Er unterscheidet sich in Rücksicht
seiner chemischen Beschaffenheit von der -vorigen Art
nur durch den Zustand, in welchem sich das Eisen in
ihm befindet, indem es in ihm als Oxydul, in dem
Chlorospinell als Oxyd enthalten ist.
3) Ma g n e t e i s e n e r z kommt sehr häufig am
Ural, theils anstehend, theils lose vor; anstehend theils
in einzelnen kleinen Krystallen und Körnern in dem
Gebirgsgestein eingewachsen, theils in grossen selbstständigen
Massen als Gebirgsart; lose in Krystallen
und Körnern im Seifengebirge.
Wenn das Magneteisenerz im Gebirgsgestein ein-
gewachseu ist, findet es sich meistentheils in Krystallen,
seltener in kleinen Parthien derb mit feinkörnigen
Zusammensetzungsstücken oder eingesprengt. Die
eingewachsenen Kryslalle sind stets Octaöd'er, die
meistentheils sehr glattflächig und regelmässig, sich
von fast mikroskopischer Kleinheit bis zn einer Grösse
Von 2 bis 3 Linien finden. Sie kommen zuweilen mit
Beibehaltung der Form in Eisenoxyd umgeändert vor
(in dem Serpentin von Kalinowkoi bei Beresowsk, I,
234), haben aber dann eine rothe Farbe und wenigen
Zusammenhalt, und unterscheiden sich also von den
schönen und grossen Afterkrystallen des Eisenglanzes,
dem sogenannten Martit, der in Brasilien in körnigem
Eisenglanz eingewachsen vorkömmt und noch Metall-
glanz hat. Das Magneteisenerz kommt auf die angegebene
Weise besonders in dem Chloritschiefer und
Serpentin, niichstdem im T a lk - und Glimmerschiefer,
aber auch im Granit und im Dioritporphyr vor,
und findet sieh in diesen Gebirgsarten oft in ausserordentlicher
Menge. In dem Chloritschiefer findet er
sich z.B. häufig in der Umgebung von Katharinenburg
auf der Beresowaja Gora (I, 127), zu Scbabrowskoi
(I , 157), in der Stadt selbst beim alten Mehlmagazin
(I, 172), zu Brussiansk, 40 Werste SO. von Katharinenburg
*); ferner in Werchneivviusk (I, 3 0 1), und in
der Nasimskaja Gora bei Slatoust (II, 128), in dessen
Höhlungen er auch in ausserordentlich schönen und
grossen aufgewachsenen Dodecaedern krystallisirt vorkommt;
in dem Serpentin z. B. bei Pyschminsk und
Kalinowsk bei Beresowsk (I, 180 und 234), zu Sche-
lesinsk bei Gumeschewsk (I, 261), in Katharinenburg
*) Die Magneteisenerz-Octaeder sind hier sämmtlich mit einer
etwa eine Linie dicken Hülle von blättrigem Chlorit umgehen, der
aber nicht, wie bei den Krystallen von F a h lu n , in parallelen Lagen
auf den Flächen des Magneteisenerzes lieg t, sondern rechtwinklig
auf denselben steht. Ich sah ein Stück Chloritschiefer mit solchen
Krystallen in der 1, 40 erwähnten Sammlung des Herrn K o -
w a n k o in Petersburg.