
gedrungen ist. Die über den Salzlagen an seinem
Boden befindliche Soole hatte jetzt kaum einen Fuss
Höhe, soll aber im Frühjahr, wo sie durch den thau-
enden Schnee der Steppe bedeutend anschwillt, mehr
als das Doppelte erreichen. Eben so flach wie der See
sind auch seine Ufer; in geringer Entfernung aber
vom See erhebt sich das Land ganz steil 3 bis 7 Faden
hoch, und bildet auf diese Weise rund um den
See einen schroffen Absturz. Von diesem steigt die
Steppe wiederum, doch ganz allmählig an, so dass der
See wie in dem Mittelpunkt eines grossen flachen
Kessels zu liegen scheint. Nach den barometrischen
Messungen von Göbe l liegt er noch ü^öloisen unter
dem Spiegel der Wolga bei Kamyschin, und nur 9,6
Toisen über dem Niveau des kaspischen Meeres ’)•
Die Ufer sind an der Westseite schlammig, an der
Nordseite schilfig, an der S ü d- und Ostseite mehr
sandig.
Der steile Absturz wird an mehreren Stellen theils
von trockenen Klüften und Wasserrissen, theils von
mehr oder wreniger grossen Flüssen durchschnitten,
die sich in den See ergiessen, und deren Zahl im
Ganzen auf 8 angegeben wird. Sie enthalten alle
mehr oder weniger stark gesalzenes Wasser, und sie
sind es demnach, die dem See die grosse Menge Salz
zugeführt haben, die sich an seinem Boden befindet,
indem bei der grossen Oberfläche des Sees das Wasser
im Sommer stark verdunstet, und seinen Salzgehalt
an den Boden des Sees absetit. Der beträchtlichste
unter den Zuflüssen des E lton -Sees ist die
Charisacha, auf der Nordseite desselben. Sie entspringt
etwa 40 Werste von dem Elton-See* nicht weit von
*) Wir gelbst haben darüber keine Beobachtungen angestellt, da
w ir unser Barometer in Dubowka zurückgelassen hatten, aus Furcht
es in den leichten W a g en , in denen wir die Exkursion nach dem
E lto n -S e e machten, und in denen man n u r liegen k a n n , zu zerbrechen.
dem Wege nach Nikolajewskaja sloboda, Saratoff gegenüber,
und ihre Breite an der Mündung schätzt
Göbe l im Frühjahr, wo er sie sah, und wo sie noch
von dem Schneewasser angeschwollen war, auf 15 Faden.
Ausser dieser ist besonders noch die grosse und
kleine Smoroda auf der Ost- und Südseite des Sees
zu erwähnen, von denen die erste nicht viel kleiner
als die Charisacha sein soll. Dessen ungeachtet ist
doch diese nur der einzige von den Zuflüssen des E lto
n -S e e s , der das ganze Jahr über Wasser behält,
die übrigen versiegen sämmtlich im Verlaufe des Sommers.
Ohne den steten Zufluss der Charisacha würde
vielleicht auch der ganze Elton-See, wie so viele andere
Salzseen der Steppe im Sommer austrocknen.
Das S alz, welches sich an dem Boden des Sees
findet, bildet verschiedene übereinander liegende La-
o-en, die l bis 2 Zoll mächtig und durch feine Schlamm-
und Erdlagen von einander getrennt sind. Die oberste
Lage hat eine rein weisse Farbe, und besteht aus
lose zusammengehäuften Kochsalzwürfeln; die darauf
folgenden sind fester, von lichte röthlichweisser Farbe,
die sich aber verliert und ausblasst, wenn das Salz
einige Zeit an der Luft liegt; dann folgen graue Lagen,
die ihre Farbe von eingemengtem Schlamm erhalten
haben, und zuletzt schwarze Lagen, welche so
fest sein sollen, dass sie nur schwer zu durchbrechen
sind. Diese finden sich noch 2 Faden unter der obersten
L a g e ; wie weit sie noch nach unten fortsetzen,
ist nicht bekannt, denn zu einer grössern 1 iefe als der
genannten war man mit einem kleinen Schachtenden
man im Jahr 1805 in dem See, 2 Werste von seinem
Ufer., zur Erforschung der Mächtigkeit der Salzlagen
abgeteuft hatte, wegen der zu stark^ zudringenden
Wasser und der stinkenden bösen Wetter in dem
Schachte nicht gekommen.
Der Boden um den See besteht, wie an dem steilen
Absturz zu sehen ist, aus Lehm, der eine Menge