
öfter blasig ist, und in seiner Grundmasse eine Menge
kleiner, mit Kalkspath oder Chalcedon ausgefüllter
Blasenräume enthält, wie z. B. am Blagodat (I , 345)
oder zu Poläkowsk (II, 177). Zuweilen erscheint er
auch als förmliches Conglomérat, wie auf der Ostseite
des Sees Auschkul (II, 167), wo abgerundete Stücke
von Augitporphyr oder einzelne Augitkrystalle durch
ein Bindemittel verbunden sind, das ein körniges Gemenge
von weissem Kalkspath und einem rothen,
schon etwas zersetzten Minerale (Zeolithe?) darstellt.
Das Bindemittel ist hierbei nur sparsam vorhanden, der
Augit, sowohl der, welcher in dem Augitporpbyre eingewachsen
ist, als der in einzelnen Ivrystallen in dem
Bindemittel vorkommt, ist sehr frisch, von Farbe grün
und deutlich spaltbar.
Die Oberfläche des Augitporphyrs wird durch
Einwirkung der Atmosphäre ziemlich stark angegriffen.
Die Grundmasse verwittert, verliert Farbe und Zusammenhalt
und wird von den Tagewassern fortgewaschen,
wodurch die unzerstörbareren Augit- oder
Uralitkrystalle an der Oberfläche hervortreten, und
ihr ein rauhes Ansehen verleihen.
9. Gr a n a t f e l s
bildet an mehreren Orten zwischen Miask und Slatoust
den Kern vieler Serpentinhügel, welche er durchbrochen
zu haben scheint (II, 98 und 165).
10. Ma g n e t e i s e n e r z .
Das Magneteisenerz verhält sich nach den Beschreibungen
von v. H e lm e r s e n 11) an dem Blagodat
bei Kuschwinsk ( I , 342) auch wie eine plutonische
Masse, die den umgebenden Augitporphyr durchbrochen
hat, und gangförmig in denselben eingedrungen ist.
Man hat es demnach auch unter den plutonischen Ge-
*) Vergl. Bulletin scientifique publié par PAcad. lmp, des sciences
de S t. Pétersbourg, T. I I I Ho. 8.
birgsarten aufzuführen, zu deren jüngsten Bildungen es
gehört. Der Analogie nach ist es wahrscheinlich, dass
das Magneteisenerz der übrigen Magneteisenberge des
Ural, nämlich die Wissokaja Gora bei Nischne-Tagilsk
(I, 310), der Katschkanar bei Nischne - Turinsk (I,*
379), und der Ulu-Utasse-Tau bei Magnitnaja (II, 180),
ein ähnliches Verhalten haben werden.
Man - sieht ans dieser Uebersicht, dass am Ural
nur die älteren vulkanischen, die sogenannten plutonischen
Gebirgsarten und unter diesen besonders Diorit,
Dioritporphyr, Granit und Augitporphyr Vorkommen;
die neueren oder eigentlichen vulkanischen Gebirgs-
arten, wie Trachyt1) , Phonolith, Basalt2) und Leü-
citophyr fehlen dagegen gänzlich. Aber auch von den
plutonischen Gebirgsarten kommen manche sonst weit
verbreitete, wie der rothe (Feldspath-führende) Porphyr,
gar nicht vor, und andere, wie der Syenit
und der Hypersthenfels, finden sich nur sehr untergeordnet
, obgleich der letztere doch in unserem
deutschen Uebergangsgebirge an so vielen Stellen
und mit sich so gleich bleibenden Charakteren
sehen ist.
Aus dem gänzlichen Mangel des neueren vulkanischen
Gebirges erklärt sich nun auch der gänzliche
Mangel mehrerer Mineralien, die in diesem Gebirge
ihre eigentliche Lagerstätte haben, wie des Olivins
*) T s c h a i k o w s k i erwähnt zwar eines Trachyt -Porphyrs zu
Knltschedanskoi am untern Isset (I, 480), aber diese Angabe ist seit
1830, wo die Abhandlung im Gorni Journal erschien, von keinem
neueren Beobachter bestätigt worden, daher man glauben muss, dass
sie auf einem Irrthum beruht.
a) Ueber den Basalt-ähnlichen Augitporphyr von Kisylskaja vergl.
U, 182.