
übergiesst. Das auf dem Siebe zurfickbleibende Fett
und Zellgewebe wird nicht fortgeworfen, sondern mit
den Eingeweiden zu Thran benutzt.
Die Menge Rogen, die diese Thiere enthalten,
ist ausserordentlich. Grosse Hausen sollen nach Pa l l
a s bis 5 Pud Kaviar geben '); da nun nach demselben
Naturforscher 5 Hauseneier einen Gran wiegen,
so würden dergleichen Hausen fast sieben Millionen
Eier enthalten, woraus sich ihre unglaubliche Vermehrung
erklärt. Die Osseters und Sewrugen haben weniger
Rogen, die ersteren geben nach P a l l a s niemals
über 30 Pfund Kaviar, die letzteren nicht mehr
als 10 bis 12 Pfund; auch sind die Eier dieser Störarten
kleiner, indem davon 7 auf einen Gran gehen;
dagegen wird der Kaviar von den Osseters und S e wrugen
und besonders der Sterlede für wohlschmek-
kender gehalten und theurer bezahlt, als der der Hausen,
der wegen des vielen Schleims die schlechteste
Sorte abgiebt.
Zur Bereitung der Hausenblase werden die
Schwimmblasen aufgeschnitten und gewässert; nachdem
man sie darauf einige Zeit an der Luft hat liegen
lassen, zieht man, während sie noch feucht sind, die
innere weisse Haut, welche allein benutzt wird, von
der äusseren ab, und trocknet sie, die schlechteren
Sorten ohne weitere Zubereitung, die besseren, nachdem
man sie zusammengerollt und auf die bekannte
We ise , leier- oder hufeisenartig gebogen hat. Auch
hierbei wird die Hausenblase der Hausen, obgleich sie
von ihnen ihren Namen erhalten hat, der der übrigen
Störarten nachgesetzt. Die Scheide des Rückenmar*)
Reise in versch. Prov. Th. I S. 138. An einer anderen Stelle
(Th. II S. 343) fü h rt er aber a n , dass man 1769 in dem ßagatoi
Kuituk (d e r reichen Bucht), einem 70 Werste von den Mündungen
des Ural gelegenen Busen des kaspischen Meeres, einen achthalb E llen
langen Hausen gefangen habe, dessen Gewicht auf 70 Pud geschätzt
wurde und dessen Rogen z w a n z i g P u d gewogen hat«
kes wird der Länge nach gespalten, an der Luft getrocknet,
und unter dem Namen Wäsiga verkauft; man
bedient sich derselben in Russland zu Suppen und
Saucen,' um sie durch die darin enthaltene Galleite
kräftiger zu machen; oder auch um mit den kleingeschnittenen
Stücken eigene Backwerke zu bestreuen,
die in Russland sehr häufig statt des Brotes zur
Brühsuppe genossen, und Pirogi genannt werden.
Die gespaltenen Fische werden noch mehrmals
durchgeschnitten, einige Tage in Salzwasser gelegt,
und sodann in besonderen Behältern mit Salz geschichtet.
Diese Behälter liegen in eigentümlichen Kellern,
die an dem Abhange in das steile Ufer der Wolga
so eingegraben sind, dass das Dach mit dem Boden
des Landes, und die vordere Seite mit dem Abhange
des steilen Ufers in einem Niveau ist. Ihr Grundriss
bildet ein Rechteck; in der Mitte der vorderen schmalen
Seite des Kellers befindet sich der Eingang, und
von diesem aus geht durch den Keller der Länge nach
ein Gang, zu dessen Seiten rechts und links die Behälter,
3 grosse vertiefte viereckige Kasten auf jeder
Seite sieh befinden, in welche die Lagen der zerschnittenen
Fische abwechselnd mit Lagen von Salz gelegt
werden. Ueber dem mittleren Gange an der Decke
sind einige Fallthüren angebracht, durch deren Oeff-
nung Licht in den Keller eingelassen werden kann;
und um den Keller kühl zu erhalten, sind die drei
äusseren Wände desselben unter der Erde mit einer
dicken Lage von Eis umgeben, die 2§ Faden dick
und 19 Fuss hoch ist. Diese Lage schwindet im Sommer
bis auf ein Vieriheil ihrer Dicke, und wi id alle
Winter erneuert.
Das Fleisch der Hausen ist zwar wohlschmeckender,
aber weil es schwerer verdaulich als das der Osseter
und Sewrugen ist, so wird es dem Fleische dieser Fische,
wenigstens dem der Osseter nachgesetzt. Am meisten
unter diesen Störartenwerden indessen wegen ihresFlei