
6. U e b e r s i c h t d e r Me n g e d e s i n d e n v e r s c h i e d e n e n
S e i f e n des U r a l bi s z u m 1 J u l i 1 8 2 0 g e w o n n e n e n r o h e n
P l a t i n e r z e s u n d s e i n e s Ge h a l t s a n r e i n e m P l a t i n 1).
No.
Namen der Seifenwerke und
ihrer Eigenthümer,
Menge des
ausdemSei-
fengebirge
gewonnen
rohen Pla-
tinerzes bis
1 .Juli 1829-
Gebalt in
Solotniks
an rohem
Pla tin e rz
in 100 Pud
des Seifengebirges.
Gehalt an
reinemPla-
tin in 100
Tlieilen des
rohen Pia
tinerzes.
1. Zarewo Alexandrowsk im
District vom Goröblagodat
(d. i. von Kuschwinsk), der
Krone gehörig. 17 Pud 2 - 3 Sol. 80 pCt
2. Seifenwerke im D istrict von
Nischne - Tagilsk, dem Kammer
herrn Anatol v. D em i -
d o f f gehörig. 65 Pud 1 5 - 7 5 S. 73 pCt
3. Andere Seifenwerke in demselben
District, demselben
Besitzer gehörig.' 108 Pud 1 0 - 2 0 S . 71 pCt.
4,;. Seifenwerke in den Umgebungen
von Bilimbajewsk,
der GräfinS t r ö g a n o f f gehörig.
3 Pfund
ungefähr | Sol. 3§ pCt.
5. Seifenwerke in den Umgebungen
von Kyschtimsk, den
Erben 'des Kaufmanns R a -
s t o r g u j e f f gehörig. 12Pfung. f Sol. 2 pC’t.
6. Andere Seifenwerke in demselben
District, denselben
Besitzern gehörig. 4 Pfund i Sol. 2 pCt.
7. Seifenwerke aus den Umgebungen
von Werch-Issetsk,
Al e x i s J a c o w l e f f gehörig.
17 Pfund i Sol. 10 pCt.
8. Seifenwerke aus den Umgebungen
von Newjansk, den
Erben P e t e r J a c o w l e f f ’s
gehörig. 5 Pfund \ Soi.
M
12 pC't
Diese Uebersicht rührt von Herrn von S o b o l e w s k o i lier,
und wurde von ihm Herrn von li u mb o lil t bei unserer Rückkehr
Man ersieht aus dieser Tabelle, dass die Menge
des rohen Platins, welche aus anderen Seifenwerken,
als aus denen von Nischne-Tagilsk und Kuschwinsk,
gewonnen wird, nur ganz unbeträchtlich ist, und dass
das rohe Platinerz aus jenen Werken auch grössten-
tentheils aus Osmium-Iridium besteht. So weniscr5 erwijpscht
den Grundbesitzern am Ural diese grosse
Verbreitung des Osmium-Iridiums in dem Seifengebirge
im Vergleich zum Platin ist, da dieses durch
seine Vermühzung in Petersburg einen bestimmten und
hohen Werth erhalten hat § so ist doch auch das Osmium
Iridium von grösser technischer Wichtigkeit g e worden,
seitdem der Geh. Rath Fr i c k in Berlin g e funden
hat, dass das Iridiumoxyd , welches am besten
aus dem natürlichen Osmium-Iridium darzustellen ist,
das schönste und reinste Schwarz auf Porzellan liefert^
welches man bis jetzt kennt l).
nach Petersburg nebst Proben der Platinerze überreicht. Unter dem
rohen Platinerze ist dabei d a sP la tin verstanden, wie es an die Münze
in P e te rsb u rg zur Reinigung und Prägung abgeliefert w ird , un ter
dem reinen Platin, die Menge welche bei der Reinigung im Grossen
erhalten wird, wobei zu bemerken ist, dass das rohe Platinerz immer
noch mit etwas Chromeisenerz und anderen Substanzen gemengt
ist, die beim Verwaschen des Sandes nicht vollständig g etren n t sind,
und: das rein e Platin nicht die vollständige Menge des iri dem E rze
enthaltenen Platins d a rs te llt, da einerseits ein kleiner Theil beim
Auswaschen des Platinsalmiaks verloren geht, andererseits das erhaltene
Platin noch Iridium e n th ä lt,, was fü r die weitere Bearbeitung
nicht nnchtheilig ist. Das an Hundert Fehlende der letzten Spalte
wird also ihervorgebracht durch die dem gediegenen Platin beige*
nn'schten fremden Metalle, durch die dem . rohen Platinerz beige-
mengten fremden T h e ile , und hauptsächlich durch das dem letzteren
beigemengte Osmium-Iridium.
T) Vergl. P o g g e n d o r f f s Annalen B. XXXI S. 87,