
*) Nach neuern noch nicht bekannt gemachten Untersuchungen
meines Bruders, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Tantalsäure nicht,
wie man bisher angenommen hat., 3 Atome Sauerstoff auf 2 Atome
Radikal, sondern, wie die T itan säu re , mit der Bie isomorph ist,
2 Atome Sauerstoff auf I Atom Radikal e n th ä lt; ihre Formel ist daher
nicht T a , sondern Ta. ,
«) Die Formeln des einaxigen Glimmers, des Granats und des Vesu.
vianssind, bis au f den Alkaligehalt und den immer n u r geringen, und
daher in der Formel nicht ausgedrückten Fluorgehalt des ersteren,
gleich. Nimmt man a n , dass Kali mit kalkerde und Eisenoxydul
isomorph sein k önnen, und dass der geringe Fluorgehalt zu ver.
nachlässigen w ä re , so müsste man alle diese 3 Mineralien für hete.
romorph halten.
7) Oie hier gebrauchten Namen sind Abkürzungen von iseii
oxydul-Thonerde-Granaf, Kalkerde-Thonerde-Granat, und Kalkerde-Ei-
sen o x y d -Gran a t. Die Beinamen des Granats beziehen sich auf die
hauptsächlichsten Basen, die in diesen Species enthalten sind; zuerst
stehen immer die Basen R., dann die Basen R , daher die Stellung
schon immer anzeigt, ob u n te r Eisen zu verstehen sei Eisenoxydul
oder Eisenoxyd.
8) Die hier angeführte Formel des Titanits ergiebt sich aus deu
neuern noch nicht bekannt gemachten Analysen meines Brudeis.
*) Die hier gegebene Formel unterscheidet sich to n der oben
S. 33 angeführten dadurch, dass die Borsäure hier als ein der Kieselsäure
isomorpher electronegativer B e stan d te il aufgeführt ist, wäli-
ren d ^ s ie bei der früheren Formel als eleclroposiliver Bestandtheil
betrachtet ist. Beide Formeln sind von Ram' inel a b e r g aufgestellt,
da sich aber B e r z e l i u s fü r die erste re Ansicht entschieden hat
(Jahresbericht XXI S. 211), so bin ich ihm hierin gefolgt.
I0 ) Die chemische Zusammensetzung des Turmalins ist noeb
ganz ungewiss; ich habe ihn n u r deswegen hierher gestellt, weil er,
wie der Axinit, kleine Mengen von Borsäure enthält.
* * ) Ich führe den Beryll hier neben dem Phenakit auf, weil
beide Beryllerde e n th a lte n , wiewohl nach der jetzigen Ansicht die
Kieselsäure in dem ersteren in einer höheren Sälliguugsstufe mit der
Beryllerde verbunden ist, als im .le tz te ren . Indessen sind diese Formeln
noch nicht als ausgemacht zu betrachten, da nach den Untersuchungen,
die der Capilain Awd e j e f f in dem Laboratorium meines
Bruders angestellt hat, und die e r noch weiter verfolgt, dem Alo-
mengewicht der Beryllerde und somit den Formeln der Beryllerdehalligen
Mineralien eine wesentliche Aeuderung bevorsteht.
I a ) Die vorläufige von v. Ko b e l l aufgestellle Formel.
¡ |f
Vo r k omme n d i e s e r Mi n e'rMa l i e n,
I. Einfache Körper.
]. Octaedrische Metalle.
I. G e d i e g e n e s Kupfer. Es findet sich vorzugsweise
auf den verschiedenen Kupfergruben des Ural,
und kommt hier krystallisirt, derb, eingesprengt, in
Platten und angeflogen vor. Die schönsten Krystalle
haben die Turjinschen Gruben geliefert (I. 401), wo
sie besonders in früherer Zeit von einer Grösse,
llegelmässigkeit und Glätte vorgekommen sind, wie
von keiner anderen Gegend bekannt ist. Die Krystalle,
wie sie hier Vorkommen, sind Combinationen des
Hexaeders mit mehreren anderen Formen des regulä-
i ren Systems, in denen aber die Flächen des Hexaöders
stets vorherrschen; sie sind meistens Zwillingskry-
i stalle, die aber nach den 3 in der gemeinschaftlichen
Octaöderebene liegenden Kantenaxen des Hexaöders
j in paralleler Stellung aneinander gruppirt sind, wo-
i durch die regelmässig-baumförmigen Gestalten W e r ners
entstehen, die bei dem Kupfer dieser Gruben so
ausgezeichnet Vorkommen.
Auf der Kupfergrube Miädno- Rudiansk *) bei
Nischne - Tagilsk (I. 313) sind die Krystalle kleiner
und undeutlicher, aber dadurch ausgezeichnet, dass sie
sich in einer Form finden, die bisher bei dem Kupfer
noch nicht beobachtet war, aber bei dem gediegenen
Silber (von Kongsberg) und dem Electrum (von Sie*)
So wird die Kupfergrube bei Nisch n e -Tag ilsk genannt.