
weissen Diopsid aus Piemont oder dem grünlichschwarzen
Augite vom Taberge in Wermiand; aber auch
diese Flächen .gehören den Prismen (a •• b: ao»c) und
( a : 6 6 ; odc) an1) , wenn die gewöhnlichen Seitenflächen
des Augites, mit ( a : b g cc c) bezeichnet werden,
nie ( a : 2b: cc c) oder dem Prisma, welches der Hornblende
entsprechen würde.
Dieser Umstand würde indessen noch von keiner
so grossen Bedeutung sein; es würden sich wohl ähnliche
Beispiele auffinden lassen, dass die einfachen
Formen einer und derselben Gattung sich nur in g e wissen
Combinationen zusammen finden, die nicht in
einander überzugehen scheinen. Er wird aber bei der
Hornblende und dem Augite von viel grösserer Bedeutung,
da bei beiden Mineralien parallel ihren vertikalen
Prismen eine Spaltbarkeit statt findet, und
eben so wenig wie die Flächen beider Prismen, auch
die Spaltbarkeit parallel diesen Prismen an einem und
demselben Individuum vorkommt2). Da die Spaltbarkeit
in Rücksicht der Flächen, denen sie parallel geht,
sich auch bei den verschiedenen Species einer Gattung
gleich bleibt3) , so wird, wenn auch die Form eine
Vereinigung der Hornblende und des Augits in eine
*) An dem Augite von Taberg liabe Ich auch Zuschärfungsflä-
chen der stumpfen Seitenkanten, die dem Prisma ( a : y fi: oo c) an gehören,
beobachtet,
s ) Die Fälle, wo ich früher diess Zusammenvorkommen zu beobachten
glau b te , sind, wie ich mich später überzeugt habe, reg e lmässige
Verwachsungen von Augit und Hornblende, nicht durch den
ganzen Krj-stall stätig durchgehende Spaltungsflächen nach den W inkeln
des Hornblende- und A u g it-P rism a ,
3) Nur in Rücksicht der Vollkommenheit der Spaltungsilächen
scheint bei den verschiedenen Species einer Gattung, in welcher viele
isomorphe Austauschungen Vorkommen, zuweilen eine Verschiedenheit
s ta tt zu finden. Davon sind selbst Augit u n d 'H o rn b len d e Beispiele,
denn während in den meisten Species des Augits die Spaltbarkeit
Gattung zuliesse, die verschiedene Structur ein w e -
geptliches Hinderniss sein.
Das s p e c i f i s c h e Gewi ch t der Hornblende und
des Augits ist in den verschiedenen Species beider
Gattungen sehr verschieden, da in beiden so viele
Austauschungen von isomorphen Bestandtheilen Vorkommen;
es bildet bei beiden eine ziemlich grosse
Reihe, die bei beiden gleich hoch hinaufgeht, aber
bei der Hornblende tiefer hinabgeht als beim Augit.
Diess erhellt aus folgender Uebersicht:
Name,
Hornb lende*
* Fun d o rt, ispee. Ge\v.| Beobachter.
weisse H., Tremolit
grüne H., Strahlstein
- Pargasit
grünlichschwarze H., Karen-
thin
grünlichschwarze H.
pechschwarze basaltische H.
grünlichschwarze H., Arfved-
sonit
griinlichschwrrze H.
Gotthardt 2,931 Haiditiger
Zillerthal 3,026 k
Pargas 1 3,072 Breithaupt
Saualpe 3,095
Nordmarken 3,175 -
Kostenblatt 3,277 Hoffmann
Grönland 3,340 Breithaupt
Schmalzgrube
im Erzgebirge
* 3,445 - ’■
A u g i t ,
weisser Augit
A., Diopsid
grünlichschwarzer A.
grünlichschwarzer, basaltischer
A.
schwärzlichgrüner A.
Orijerfvi 3,195 I
Zillerthal 3,299 1
Rhöngebirge 3,314
Frascati 3,419
Mormorsgru- 1
be bei Tunaberg
3,525
nach den Flächen des vertikalen Prisma deutlicher is t , als nach den
Abstumpfungsflächen der scharfen und stumpfen Seitenkanten diese*