
Vor dem Löthrohr unveränderlich.
In kochendem Königswasser auflöslich, gewöhnlich
mit Hinterlassung von Füttern von Osmium-Iridium,
das nach B e r z e l i u s dem meisten uraüscheu
Platin beigemengt ist.
Die chemische Zusammensetzung des uralischen
Platins ist wie die des amerikanischen von B e r z e l
i u s bestimmt worden1)- Er untersuchte das urali-
sche Platin von mehreren Fundorten, wie aus der folgenden
Uebersicht zu sehen ist, der ich auch noch
zur Vergleichung die Analyse des amerikanischen hin-
zugefügt habe.
a) Mehrere nicht magnetische Körner von Nischne-
Tagilsk;
b) mehrere magnetische Körner von demselben
Fundort;
c) eine Parthie feinschuppigen Platins von Kuschwinsk2)
, das, wie sämmtüches Platin dieses Fundorts,
nicht magnetisch ist;
d ) mehrere grössere Körner von Barbacoas in
Südamerika.
a. b. C. d .
Platin 78,94 73,58 86,50 84,30
Iridium 4,97. 2,35 — 1,46
Rhodium 0 , 8 6 1,15 1,15 3,46
Palladium 0^28 0,30 1,10 1,06
Osmium ger inge Mengen 1,03
Eisen 11,04 12,98 8,32 5,31
Kupfer 0,70 5,20 0,45 0,74
Osmium-Iridium 3) 2,96 2,30 1,40
Quarz3) — — — 0,64
Kalkerde3) -— — — 0,12
98,76 97,86 98,92 98,08
Das uralische Platin enthält demnach die nämli-
*) Vergl. P o g g e n d o r f f s Annalen Bd. XUI S. 564.
s ) Oder Bla'godaf, wie in der citirten Abhandlang steht.
3) fiingeinengt.
eben Bestandteile wie das amerikanische, die Verhältnisse
sind aber s o w o h l bei den verschiedenen Abänderungen
desselben unter einander als in Vergleich mit
dem amerikanischen etwas abweichend, ln dem uralischen
findet sich im Allgemeinen mehr Eisen, als in dem
amerikanischen, aber die magnetischen Körner von
Sischne - Tagilsk enthalten doch wiederum lucht so
viel mehr, als die nicht magnetischen, dass dadurch
der Magnetismus der ersteren erklärt würde. Die
magnetischen Körner von Nischne-Tagilsk enthalten
wieder das meiste Iridium, die von Kuschwinsk dagegen
gar keine Antheile dieses Metalls; Rhodium
findet sich am meisten in dem amerikanischen, eben
so auch Osmium, das indessen auch in geringer Menge
in dem uralischen enthalten ist, und einen Theil des
Verlustes ausmacht, den die Analysen ergeben haben.
Das Platin kommt in grösser Verbreitung in dem
Seifengebirge des Ural vor; es findet sich sowohl in
den nördlichsten Gegenden des Ural, wie bei Bogos-
lowsk und Kuschwinsk, als auch in dem mittleren, wie
besonders bei Newjansk und YVerch-lssetsk und in dem
südlichen bei Kyschtimsk undMiask; es findet sich auch
nicht nur auf der Ostseite des Gebirges, wo alle die
genannten Orte liegen, sondern a u c h auf der W estseite,
z .B. bei Nischne-Tagilsk, Bissersk und Bilimbajewsk;
e s kommt a n den m e i s t e n d i e s e r O r t e jedoch n u r m sehr
geringer Menge und mit dem Golde zusammen vor.;
nur in dem Seifengebirge bei Nischne - Tagilsk findet
es sich in grösserer Menge und auch meistentheds
ohne Gold1). Hier allein haben sich auch die gros-
sen Stücke gefunden. Nächst dem ist es in der gröss-
ten Menge in den Goldseifen hei Kuschwinsk vorgekommen.
,
Auf seiner ursprünglichen Lagerstatte ist as
Platin bisher noch nicht gefunden worden, da nac
! ) Vergl. diese Reise Tb. 1 S. *27.