
und vom Gewicht des Chlorsilbers und des Ganzen
abgezogen wurde. Das Gold von Titiribí enthielt:
Gold 76,41
Silber 23,12
Kupfer 0,03
Eisen Spur
99,56.
21) Gold aus der Bucharei. Es waren einzelne
Körner, die P a l l a s von seinen Reisen mitgebracht
hatte, und die ich zur Analyse durch die Güte des
Herrn Medicinalrath S t ab e r oh erhielt. Die Körner
hatten einen dünnen Ueberzug von einer schmutziggrünen
Farbe und einigem Fettglanz, der sich aber
mit Chlorwasserstoffsäure fortnehmen Hess. Ein Korn
von 2,0845 Gr. enthielt:
Silber 7,52
Kupfer ■ 0,30
Eisen ' 0,17
Gold und Verlust 92,01
22) Gold von der Grube St. Barbara zu Füses
in Siebenbürgen, aus der berliner königlichen Sammlung.
Das Gold findet sich in Blättchen mit Quarz
auf kleinen Gängen in einem Thonporphyr von grauem
Ansehen, in welchem viele kleine verwitterte Feld-
spathkrystalle und einige Quarzkrystalle liegen, der
aber ausserdem mit kleinen, fast mikroskopischen Eisenkieshexaedern
ganz angefüllt ist. Ein Blättchen
von 1,1035 Gr. enthielt:
Gold 84,89
Silber * 14,68
Kupfer 0,04
Eisen 0,13
99,74.
Das Gold, welches mehr als 20 Procent Silber
enthält, lässt sich nicht mehr, oder wenigstens nicht
gut mit Königswasser analysiren. Das gewöhnliche
Verfahren, es zu untersuchen, besteht darin, es mit
I Silber und Blei auf der Kapelle zusammenzuschmel-
I zen, wobei ^sich das Blei mit dem etwa noch in dem
I Golde befindlichen Kupfer und Eisen in dp Kapelle
I hineinzieht, und eine Legirnng von Gold und Silber
zurückbleibt , aus der sich nun das Silber mit Salpetersäure
ausziehen lässt. Weil ich indessen weder
I Uebung in diesem Cupellir-Verfahren noch eine Vor-
I richtung dazu hatte,4 auch Ga y -Lu s s a c gezeigt hat,
I dass diess Verfahren, selbst bei der grössten Vorsicht,
I stets mit einem kleinen Verlust an Silber verbunden
I ist, so schlug ich einen anderen Weg ein, und schmolz
I dieses Gold im Tiegel mit Blei zusammen. Da Biei
I sehr leicht schmilzt, und im geschmolzenen Zustande
I sehr leicht Gold auflöst, so konnte die Zusammen-
I Schmelzung mit Gold schon in einem kleinen Porzel-
I lantiegel über der Spiritiislampe mit doppeltem Cuft-
I zuge vorgenommen werden. Die zusammengescbmol-
Izene Masse wurde in dem Tiegel mit Salpetersäure
I begossen , und blieb damit eine Weile stehen, bis sie
j sich von dem Tiegel loslösen Hess., worauf sie in ein
I Becherglas gespült, mit mehr Salpetersäure und mit
I Wasser, um das in Salpetersäure schwer lösliche sal-
1 petersaure Bleioxyd aufzulösen, begossen und warm
gestellt wurde. Nachdem das salpetersaure Blei
und Silber aufgelöst war, wurde der Rückstand mit
IWasser abgespült, in Königswasser aufgelöst, mit
jWasser verdünnt, und das wenige Chlorsilber, das
sich hier noch gebildet hatte, fiitrirt. Die filtrirte
IFlüssigkeit wurde zur Trockniss abgedampft, in Chlorwasserstoffsäure
und Wasser aufgelöst, und das Gold
“fit einer Auflösung von Eisenchlorür gefällt. Eine Auflösung
von sclwefelsaurem Eisenoxydul wurde dazu
nicht gewählt, weil das aufgelöste Gold vielleicht noch
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