
die Sterlede geschätzt; ihr Fleisch ist frisch am
wohlschmeckendsten, daher sie lebend mit vielen Kosten
von Astrachan und aus der oberen Wolga, wie
auch aus ihren Zuflüssen, der Kama und Oka, wo sie
noch häufig Vorkommen, bis nach Petersburg geführt,
und dort theuer bezahlt werden.
Ausser den Fischereien des Herrn S a p o s c h n i -
k o f f finden sich noch andere an anderen Stellen der
Wolga-Arme, von denen die vorzüglichsten dem schon
oben erwähnten Griechen, Major Wa rw a z i , gehören.
Die Wolga-Fischerei ist, wiewohl sie von dem Kaiser
Al e x a n d e r frei gegeben worden, noch immer wie
früher das Monopol einzelner Weniger, da einmal
schon die vorzüglichsten Stellen, an welchen die Fische
vorzugsweise ihren Strich halten, in Beschlag
genommen sind, und dann auch die reichen Besitzer
der vorhandenen Fischereien alle möglichen Mittel anwenden,
um keine neue aufkommen zu lassen. Herr
S a p o s c h n ik o f f hat die seinigen nur gepachtet, und
zahlt dafür dem Fürsten Kur akin, und den Herren
v. B e s b a r o d s k i und v. W s ew o l o d s k i , denen sie
gehören, eine jährliche Pacht von respective 500,000,
175,000 und 300,000 Rubel '). Wenn man bedenkt,
welche Kosten, ausserdem noch die Unterhaltung der
Anstalten und der vielen dabei beschäftigten Menschen
verursacht, so erhält man einen Begriff von der Wichtigkeit
dieser Fischereien für Astrachan. Sie übertreffen,
nach Pa l l a s , an Ausdehnung bei weiten
nicht nur die übrigen Fischereien Russlands, sondern
auch, mit einziger Ausnahme der Neu Fundländischen,
die aller übrigen Länder; für Russland haben sie aber
*) Vergl. E r d m a n n Beiträge zu r Kennlniss des In n e rn von
Russland Th. II S. 195. Die iisch e re ien des Fü rsten K u r a k i n
gehörten ursprünglich der Krone^ und waren früher den Astrachani-
schen Kaufleuten fü r 12,000 Rubel verpachtet, wurden aber dem
Fü rsten K n r a k i n vom Kaiser P a u l geschenkt, als die astrachani-
schen Kaufleute sich über zu hohe Pacht beschwerten.
eine um so grössere Wichtigkeit, da sie vorzugsweise
der russischen Bevölkerung in den mehr als ein Drit-
theil des Jahres ausmachenden Fasten, die die griechische
Kirche vorschreibt, die hauptsächlichste Nahrung
geben.
Nach P a l l a s 1) lieferten die Fischereien in den
Wolga-Armen bei Astrachan und in den fischreichen Busen
des kaspischen Meeres am Ende des vorigen Jahrhunderts,
nach einem vierjährigen Durchschnitt, allein
an Hausen, Ossetern und Belügen, ausser der ungeheuren
Menge kleinerer Fische, als Sterlede, Karpfen,
Sander, W e lse , Lachsforellen, und ohne die vielen
Robben 2)
an Hausen 103,500 Stück
an Ossetern 302,000
an Sewrugen 1,445,000 -
*Aus diesen Fischen wurden gewonnen
an Hausenblase und an Caviar
aus den Hausen 776 Pud und 10,350 Pud
aus den Ossetern 933 - - 22,920 -
aus den Sewrugen 1806 - - 90,700 -
Nach den damaligen Preisen lieferte der
Hausenfang einen Ertrag von 340,535 Rubel
Osseterfang - 524,135
Sewrugenfang- - - 983,810 -
alle 3 zusammen - - 1,848,480 Rubel
Nach den Herrn v on Humbo ldt mitgetheilten
Tabellen, die indessen nur eine ungefähre Uebersicht
gewähren sollen, ist die Menge und der Werth der
nicht allein hei Astrachan, sondern auch in den übrigen
Fischereien des kaspischen Meeres gefangenen
Fische jetzt folgender:
' ) Reise in die s ü d l i c h e n S t a t t h a l t e r s c h a f t e n d e s russischen Reichs
Tb. I S. 183.
a) Im Jah re 1828 betrug die Menge der ¿auf den schilfreichen
Inseln gefangenen Robben allein 99,000 Stück.